Landkolumne
«Landauf, landab»: Gerätschaften

In der Küche sammelt man oft allerlei Geräte an - aber braucht man die auch wirklich?

Robert Bossart
Robert Bossart
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In vielen Küchen vorhanden: Stabmixer und Kochlöffel.

In vielen Küchen vorhanden: Stabmixer und Kochlöffel.

Bild: PD

Kennen Sie das Märchen von der klugen Bauerntochter der Gebrüder Grimm? Da geht es um einen goldenen Mörser und einen König, der den dazu gehörenden Stössel möchte. In unserem Haushalt haben wir auch Mörser und Stössel. Passt perfekt zu unserem vegan-flexitarischen, auf Ballaststoffe und was weiss ich getrimmten Haushalt. Trotzdem wird es kaum gebraucht. Schade, denn einen Vorteil hat das Gerät: Es ist klein. In unseren Küchenkästchen herrscht nämlich Platzmangel. Das liegt daran, dass wir einem Sammlertrieb unterliegen, vor allem was Gerätschaften mit elektronischem Anschluss angeht.

Da hat sich so einiges angesammelt. Bei Raclette-Ofen, Kaffeemaschine, Toaster und Stabmixer sage ich ja gar nichts. Bei der Fruchtpresse frage ich mich schon, ob wir das wirklich brauchen. Oder bei der Waffelmaschine, dem Gemüseraffler und dem Wasserkocher. Und als wir dann noch einen Standmixer, kurz darauf eine Pommes-Schneidmaschine und schliesslich noch einen Zucchini-Nudeln-Spiralschneider anschafften, wurde es mir zu viel und wir beschlossen ein Geräte-Anschaff-Moratorium. Das hat ganz gut funktioniert. Bis ich kurz vor Weihnachten einen Milchschäumer gesehen habe, der auch mit veganer Milch perfekten Schaum hinkriegt. Da konnte ich nicht widerstehen. Und über die Kaffeemühle, die ich gleich noch dazu erwarb, sind alle sehr glücklich. Die Bauerntochter war klug, weil sie voraussah, was passieren wird. Vielleicht sollten wir uns an ihr ein Beispiel nehmen. Wir hätten noch Platz für einen weiteren Küchenschrank. Das macht uns glücklich und die Hersteller verdienen sich an uns eine goldene Nase, Pardon, einen goldenen Stössel.