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LANDWIRTSCHAFT: Ein Romooser ist der beste Jungzüchter Europas

Kilian Pfulg (18) hat in Belgien den Europameistertitel bei den Jungzüchtern geholt. Tricks hat er sich bei seinen älteren Brüdern abgeschaut.
Roseline Troxler
Kilian Pfulg kennt sich mit Braunvieh bestens aus – auch auf dem elterlichen Hof Goldsite ausserhalb von Romoos. (Bild Nadia Schärli)

Kilian Pfulg kennt sich mit Braunvieh bestens aus – auch auf dem elterlichen Hof Goldsite ausserhalb von Romoos. (Bild Nadia Schärli)

Unter die ersten 20 wollte es Kilian Pfulg an der Europameisterschaft der Jungzüchter im belgischen Battice schaffen. «Ein hochgestecktes Ziel», dachte er im Vorfeld. Nach Hause gekommen ist der Viehzüchter schliesslich mit dem Europameistertitel. «Ich habe nie damit gerechnet», sagt er noch zwei Wochen später. Er hat sich gegen 140 Jungzüchter aus ganz Europa und eine Gruppe aus Kanada durchgesetzt – und konnte den Titel so erstmals für die Schweiz holen.

Fünf Tage kaum geschlafen

Fünf Tage war Kilian Pfulg mit seinen sechs Schweizer Teamkollegen in Battice – «ein geniales, aber anstrengendes Erlebnis», so der 18-Jährige. «Wir haben nachts höchstens drei Stunden geschlafen.» Ausserdem sei jeder Teilnehmer ständig unter Beobachtung der Juroren gestanden. Angetreten ist er nicht etwa mit einem eigenen Tier. «Jedem Teilnehmer wurde ein Rind zugelost.»

Kilian Pfulg musste sich in diversen Disziplinen beweisen – vom Scheren über das Vorführen bis zum Richten, dem Beurteilen der Tiere. Gleichzeitig galt es, auch im Bereich Marketing oder bei der Teamarbeit zu überzeugen. Pfulg hat überall gut abgeschnitten – den ersten Platz holte er im Clipping, dem Scheren der Rinder. Und dies, obwohl ihm die Disziplin früher gar nicht gelegen habe. Das A und O beim Scheren sind für Pfulg schöne Übergänge. «Wir verwenden dafür ganz verschiedene Messer.» Und auch auf einem schönen Kamm liegt das Augenmerk. «Beim Scheren muss man immer Ruhe bewahren, sonst wird das Rind nervös.»

Ganze Familie ist «angefressen»

Der angehende Landmaschinenmechaniker unterstreicht die Bedeutung seiner Familie für den Titel: «Ich habe von meinen drei Brüdern enorm profitiert.» Kilian ist der Jüngste. Von jedem seiner Brüder habe er sich besondere Tricks abgeschaut – vom einen für das Richten, vom anderen für das Scheren, und der Dritte sei auf das Vorführen der Tiere spezialisiert.

Kilian Pfulg wohnt auf dem elterlichen Hof Goldsite im hügligen Napfgebiet, von Romoos nochmals eine knapp zehnminütige Autofahrt entfernt. Hier hat er die Leidenschaft fürs Züchten entdeckt. «Das liegt bei uns in der Familie. Alle sind angefressen.» Im Wohnzimmer steht eine Vitrine mit Dutzenden Pokalen und Abzeichen, welche das Braunvieh der Familie an diversen Viehschauen geholt hat. «Eine funktionelle Kuh mit einem super Euter», ist es, was Pfulg anstrebt. Fürs erfolgreiche Züchten brauche es viel Ruhe und Geduld. «Rückschläge gehören dazu. Denn mit einem Lebewesen kann immer etwas passieren, das man nicht vorhersieht.»

Seinen Erfolg führt Kilian Pfulg auch auf seine Teamkollegen zurück. «Alle Schweizer haben eine Platzierung unter den ersten zwanzig erreicht.» Dementsprechend seien auf der Rückfahrt in die Schweiz alle trotz Erschöpfung in Feierlaune gewesen. Auch dieses Wochenende wird Pfulg nochmals auf seinen Erfolg anstossen, ansonsten hat nun wieder seine Lehre Priorität.

Guuggenmusig muss hintanstehen

Nächsten Sommer will er seinen Abschluss machen. Das Züchten ist und bleibt aber sein grösstes Hobby. Nebenbei ist Pfulg auch in der Guuggenmusig. Bei Terminkollisionen aber ist klar, was Vorrang hat. «Das wissen meine Kollegen.» Einen nächsten grossen Wettkampf hat Pfulg nicht im Kopf, ausser die jährlichen Viehschauen. Er sagt aber: «Als ich im Frühling Schweizer Meister wurde, habe ich nicht gedacht, dass da noch Grösseres ansteht.» Er wurde vom Schweizer Züchterverband für die EM angefragt.

Als Siegerpreis erhielt Kilian Pfulg eine Reise nach Kanada. «Nach Abschluss der Lehre möchte ich gerne zwei bis drei Monate dort bleiben.» Kanada sei noch ein anderes Level. «Dort gibt es Leute, welche beruflich an Viehzuchtwettbewerbe gehen.» Sein Erfolg in Belgien blieb dementsprechend auch auf der anderen Seite des Atlantiks nicht ungehört. «Ein Schweizer, der in Kanada lebt, hat mir eine Arbeit auf seinem Hof angeboten.» Vorerst aber hat Pfulg dankend abgelehnt.

Roseline Troxler

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