Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

LANDWIRTSCHAFT: Jetzt haben auch Hinterländer Bauern eine Stimme

Der Luzerner Bauernverband ist in den Regionen durch rund 30 Organisationen vertreten. Eine solche fehlte bislang im Luzerner Hinterland. Ein neuer Verein will nun politisch aktiv werden – aber nicht nur.
Niels Jost
Joel Wapf ist Präsident des neuen Bäuerinnen- und Bauernvereins Luzerner Hinterland. (Bild: Nadia Schärli (Hergiswil bei Willisau, 14. Februar 2018))

Joel Wapf ist Präsident des neuen Bäuerinnen- und Bauernvereins Luzerner Hinterland. (Bild: Nadia Schärli (Hergiswil bei Willisau, 14. Februar 2018))

Er ist ein Krampfer. Ein Mann, der keine Langeweile kennt. So hat sich Joel Wapf aus Hergiswil bei Willisau gemeinsam mit zahlreichen anderen engagierten Landwirten schon vor vier Jahren für die Gründung eines eigenen Bauernvereins stark gemacht. Nun hat’s geklappt: Am 2. Februar wurde der Bäuerinnen- und Bauernverein Luzerner Hinterland gegründet, mit dem 29-jährigen Wapf als Präsidenten.

Er wolle den Bauern vor Ort eine Stimme geben, sagt der ­Agrotechniker. Dies, indem die Landwirte in Ufhusen, Gettnau, Zell, Willisau, Menznau und Hergiswil stärker zusammenarbeiten und gegenüber den Behörden gemeinsam auftreten, wie der «Willisauer Bote» kürzlich berichtete. Mehr noch: «Schön wäre es, wenn unsere Mitglieder aktiver werden und beispielsweise an einer Gewerbeausstellung vertreten sind», sagt Wapf auf Anfrage. Auch die Imagepflege hat sich der Verein, dem sich 185 Landwirte angeschlossen haben, auf die Fahne geschrieben.

Der «letzte weisse Fleck» ist erschlossen

Dass die Bauern aus dem Luzerner Hinterland nun einen eigenen Verein gegründet haben, hängt auch mit der Organisationsstruktur des Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverbands (LBV) zusammen. Denn: Private können dort nicht Mitglied werden, sondern bloss juristische Personen – wie eben Vereine. Aktuell zählt der LBV fünf regionale Sektionen, welche ihrerseits wiederum aus insgesamt rund 30 Bauernvereinen und Landis bestehen.

Durch solche Vereine ist der LBV in allen Regionen des Kantons Luzern vertreten – ausser eben im Luzerner Hinterland. Doch mit der Gründung des dortigen Bauernvereins wurde auch der «letzte weisse Fleck» auf der Kantonskarte erschlossen, sagt Stefan Heller, Geschäftsführer des LBV. Entsprechend freut er sich über die Gründung: «Ein Verein kann vor Ort viel schneller agieren als der Kantonalverband. Wir stehen zwar unterstützend zur Seite – aber die Bauern müssen schliesslich selber die Initiative er­greifen.» Heller denkt hier beispielsweise an Fälle, bei denen Einsprachen gegen Änderungen im Zonenplan erhoben werden. «Die Bauernvereine und Landis nehmen die politische Interessensvertretung wahr», so Heller.

Ein Ziel der Bauernvereine ist deshalb, ihre Mitglieder in kommunale Kommissionen zu portieren. Für Joel Wapfs Verein sei ein solcher Schritt noch etwas früh. Priorität hätten andere Aufgaben. Dazu gehörten gemeinsame Anlässe, welche die Geselligkeit fördern, betont er. Eine Aufgabe, die auch in anderen Bauernvereinen einen hohen Stellenwert einnimmt. «Früher hat man sich noch täglich in der Käserei getroffen. Heute kann man sich kaum mehr austauschen», sagt etwa Beat Weltert. Er ist Präsident des Bauernvereins Rottal, der vor gut einem Jahr gegründet wurde. Als Konkurrenz sieht er den neuen Verein im Luzerner Hinterland, der nun quasi in der Nachbarschaft hinzugekommen ist, keineswegs. Im Gegenteil: «Wir konnten bereits Erfahrungen und Ideen austauschen.»

Von einer «sehr erfreulichen Situation» spricht auch Christian Troxler, Präsident des Bauernvereins Surental, der bereits 2002 gegründet wurde. «Der Verein ermöglicht es, die Meinungen und Probleme sehr nahe an der Basis abzuholen und dann gebündelt an den kantonalen Verband oder andere Organisationen weiterzuleiten.» Das funktioniere sehr gut. Einen Tipp für den jungen Verein von Joel Wapf hat er auch noch: «Ein bis zwei Anlässe im Jahr für die Geselligkeit durchzuführen – das schafft Zusammenhalt.»

Niels Jost

niels.jost@luzernerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.