LANDWIRTSCHAFT: Schäden in Millionenhöhe wegen Kirschessigfliege

Die Kirschessigfliege hat im Kanton Luzern 2014 an Obst, Beeren und Reben zu Ernteausfällen von gegen einer Million Franken geführt. Hinzu kamen für die Bauern Mehrkosten im Kampf gegen den Schädling. Ein Patentrezept gegen die Fliege gibt es derzeit nicht.

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Die Kirschessigfliege verursachte in der Luzerner Landwirschaft grosse Schäden. (Bild: Neue LZ)

Die Kirschessigfliege verursachte in der Luzerner Landwirschaft grosse Schäden. (Bild: Neue LZ)

Allein im Weinbau wird der Schaden auf rund 500'000 Franken geschätzt. Bei Beerenkulturen betragen die Schäden rund 360'000 Franken, beim Steinobst gegen 55'000 Franken, wie aus einer am Montag veröffentlichten Antwort der Luzerner Regierung auf eine Anfrage im Parlament hervorgeht.

Neben den Schäden an den Früchten entstanden für die Bauern zusätzliche Kosten beim Pflücken wegen des Sortieraufwands und der kürzeren Intervalle sowie durch die Bekämpfung. Die Mehrkosten pro Kilo lagen gemäss Regierung zwischen 28 Rappen bei Erdbeeren und 1,72 Franken bei Sommerhimbeeren.

Jeder Rebberg betroffen

Es habe in der Zentralschweiz keinen Rebberg ohne Befall gegeben, heisst es im Schreiben der Regierung. Besonders betroffen waren frühe, rote oder dünnhäutige Sorten. Bei einzelnen Rebsorten führte der Befall zu einem kompletten Ernteausfall, etwa bei Cabernet Dorsa, Acolon, Muscat bleu, Dornfelder und Garanoir.

Besonders attraktiv für die Kirschessigfliege waren Hochstammkulturen. Bei den Beeren wurden Brombeeren und Heidelbeeren stark betroffen. Besonders gefährdet waren Kulturen in der Nähe von Hecken, Waldrändern und nicht geernteten Kirschenhochstammbäumen, wie die Regierung schreibt.

Die Kirschessigfliege gilt gemäss der europäischen Pflanzenschutzorganisation EPPO offiziell nicht als gemeingefährlicher Schädling. Schäden werden weder vom Bund noch vom Kanton vergütet. Der Bund prüft derzeit die Einführung eines Sonderstatus für besonders gefährliche Schädlinge, der staatliche Entschädigungen nach einem Kirschessigfliegenbefall erlauben würde.

Bund forscht an der Bekämpfung

Ein Rezept gegen den Schädling wurde noch nicht entwickelt. In der Schweiz forscht das landwirtschaftliche Institut Agroscope nach Ansätzen zur Bekämpfung. Mögliche Massnahmen sind etwa Fallen, Netze und der Massenfang.

Die Kirschessigfliege mit dem lateinischen Namen "Drosophila suzukii" stammt aus Südostasien, vor allem aus Japan, China und Korea. Seit 2008 tritt sie in den USA auf, wo sie beträchtliche Schäden verursacht. 2009 wurde der Schädling auch in Europa entdeckt, 2011 erstmals in der Schweiz. 2014 vermehrte er sich explosionsartig und richtete landesweit erhebliche Schäden im Obst-, Beeren- und Weinbau an.

Sie befällt fast reife Beeren und Steinobst kurz vor der Ernte. Die Weibchen legen ihre bis zu 400 Eier in die gesunden Früchte, die Larven ernähren sich vom Fruchtfleisch. Besonders gefährdet sind Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Reben und Zwetschgen. (sda)

Die Vorschläge zur Wahl des Regierungsrats hatten sehr viele Wähler gleich als Wahlzettel verwendet. Die eigentlich ungültige Stimmabgabe wurde im Nachhinein gerichtlich als eindeutige Willenskundgebung anerkannt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

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Peter Hegglin, Präsident der Konferenz der kantonalen Finanzdirektorinnen und Finanzdirektoren (FDK) an einer Medienkonferenz. (Bild: Keystone)

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An der Luzernerstrasse 45 in Ebikon eröffnet Musik Hug am kommenden Samstag. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung)

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Dieses Haus am Eichweg 3 in Meggen wurde am 22. Januar 2008 ohne Bewilligung abgerissen.

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Ein Blick in die Produktion bei Landis+Gyr in Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

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Für 30'000 Franken wird die Ankenwaage baulich auf die neue Nutzung angepasst. Im Sommer 2016 zieht hier die Ludothek ein. (Bild: Stefan Kaiser (Neue Zuger Zeitung)PHOTO)

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