LANDWIRTSCHAFT: Wer Siloballen schön stapelt, soll Geld erhalten

Bauern sollen künftig belohnt werden, wenn sie auf ihrem Hof Ordnung halten. Betroffene rümpfen die Nase.

Luzia Mattmann
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Landwirt Pius Achermann vor den Siloballen, die er hinter seinem Hof in Ruswil gelagert hat. (Bild Manuela Jans)

Landwirt Pius Achermann vor den Siloballen, die er hinter seinem Hof in Ruswil gelagert hat. (Bild Manuela Jans)

Eine Neuerung der Agrarpolitik 2014 bis 2017sind die sogenannten Landschaftsqualitätsbeiträge: Sie sollen dafür sorgen, dass die Schweizer Kulturlandschaft erhalten und gefördert wird.

Das kommt nicht überall gut an. So kritisiert der Ruswiler Landwirt Pius Achermann in der «Bauernzeitung» das System, dessen Umsetzung noch in Arbeit ist. So steht zur Diskussion, dass Bauern belohnt werden können für «keine oder diskrete Siloballenlagerung». Landschaftsqualität dürfe nicht einer rationalen Bewirtschaftung des Hofes entgegenlaufen. Die Rindviehbetriebe der Zentralschweiz würden mit der AP 2014 bis 2017 ohnehin viele Direktzahlungen verlieren, so Achermann. Der Fokus sei zu wenig auf eine produzierende Landwirtschaft gerichtet.

«Fragwürdige Geschichte»

Das sieht Jakob Lütolf, Präsident des Luzerner Bauernverbands, ähnlich. «Das Ganze ist eine fragwürdige Geschichte», sagt er. Das geplante neue Instrument sei «suboptimal».

Christoph Böbner, Leiter der Dienststelle Landwirtschaft und Wald, hält entgegen, dass sich die Bauern ihrer Rolle als Landschaftsgestalter noch vermehrt bewusst werden sollen. Böbner verspricht, die «Abgeltung so einfach wie möglich zu gestalten».