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Längerer Anfahrtsweg für Luzerner Ambulanzen

Der Luzerner Regierungsrat rechtfertigt seinen Entscheid, einen neuen Standort in Emmenbrücke zu schaffen. Trotz grösserer Distanzen sollen Patienten nicht länger auf Hilfe warten müssen.
Urs-Ueli Schorno
Rettungskräfte des Luzerner Kantonsspitals im Einsatz. (Bild: Corinne Glanzmann, 14. Dezember 2015)

Rettungskräfte des Luzerner Kantonsspitals im Einsatz. (Bild: Corinne Glanzmann, 14. Dezember 2015)

Der Rettungsdienst der Zentralschweizer Kantone wird neu organisiert. Das Ziel: Die Sanitäter sollen noch schneller am Einsatzort sein. Dies soll mit dem Aufbau eines «Fahrzeugpool Zentralschweiz» erreicht werden. Er wird durch eine Kooperation der Rettungsdienste der Kantonsspitäler Luzern, Nidwalden, Obwalden und Uri gebildet. Zudem sollen die Dienstzeiten für Rettungsteams angepasst werden.

Bei seinen Überlegungen stützt sich der Luzerner Regierungsrat auf eine Studie der Fachhochschule St. Gallen. Diese besagt, dass die Rettungsdienste in «1000 von insgesamt 21000 Einsätzen künftig schneller vor Ort sind». Mehr als 80 Prozent davon seien Notfalleinsätze.

Von Emmenbrücke aus das Land versorgen

Eine zentrale Rolle in den Plänen der Kantonsregierung zur Versorgung der ländlichen Regionen spielt der neue Standort Emmenbrücke. Von hier aus sollen auch die Regionen Sursee und Wolhusen immer noch schnell erreicht werden können. CVP-Politiker Carlo Piani befürchtet allerdings, dass durch «die Zentralisierung» am neuen Standort Emmenbrücke genau das Gegenteil eintrifft (Ausgabe vom 31. Juli). Bereits heute ist vom Einsatzgebiet Wolhusen aus die Hilfsfrist von einer Viertelstunde nur in 60 Prozent der Notfälle gewährleistet. Heisst anders ausgedrückt: In zwei von fünf Notfällen braucht ein Rettungsfahrzeug ab Standort Wolhusen mehr als 15 Minuten zum Einsatzort.

In der Antwort auf Pianis Vorstoss verteidigt die Regierung ihr Vorgehen. «Der Standort Emmenbrücke wurde aufgrund der guten verkehrstechnischen Lage gewählt. Davon sollten alle Gebiete profitieren.» Die bisherigen Spital-Standorte Wolhusen und Sursee würden weiterhin «vollständig abgedeckt». Bei dieser Umstrukturierung handle es sich aber um keine Zentralisierung, widerspricht der Regierungsrat Piani. Die Spitäler Luzern und Stans könnten in einsatzintensiven Zeiten von weniger ausgelasteten Fahrzeugen aus Obwalden und Uri «verstärkt werden». Mit der Anpassung der Dienstzeiten soll darüber hinaus die Arbeitsplatzattraktivität gesteigert werden. Während die Regierung ihr Vorgehen im Projekt Rettungsdienst Zentralschweiz konsequent verteidigt, gibt sie doch eine Unzulänglichkeit bei der Information zu: Die Medienkonferenz vom 18. Juli, bei der die Spitäler zum ersten Mal gemeinsam orientierten, sei wohl etwas spät angesetzt worden. Da bereits im Frühjahr 2018 erste Abklärungen vorgenommen wurden, «hätte wohl ein früherer Zeitpunkt für eine erste Information gewählt werden können».

Rettungsdienst Seetal muss vorerst warten

Dem Fahrzeugpool sind während der Pilotphase, die vor einem Monat begonnen hat, ausschliesslich spitalbasierte Rettungsdienste angeschlossen. Beat Meister (SVP, Hochdorf) befürchtet deshalb eine Schwächung des privat organisierten Rettungsdienstes Seetal. Vermutet wird etwa, dass die Spitäler den Patiententransport unter sich ausmachen.

In diesem Zusammenhang wollte Beat Meister auch wissen, weshalb etwa die Region Inwil durch die teurere Ambulanz des Kantonsspitals abgedeckt wird, obwohl der Rettungsdienst Seetal schneller und billiger wäre. «Historisch gewachsen» sei diese Struktur, so die Antwort des Regierungsrates. Die Zuteilung werde aber überprüft und gegebenenfalls angepasst. Vorerst läuft der Pilotversuch bis am 31. Dezember 2019.

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