Langzeitparker in der Stadt Luzern wird zum Fall für die Staatsanwaltschaft

Auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz an der Zürichstrasse steht seit geraumer Zeit ein weisser Seat Cordoba, der die erlaubte Maximalparkzeit um das inzwischen mehr als 1700-fache überschritten hat. Nun hat sich die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Ernst Zimmerli
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Der abgestellte Seat Cordoba an der Zürichstrasse.

Der abgestellte Seat Cordoba an der Zürichstrasse.

Bild: Ernst Zimmerli (Luzern, 12. Dezember 2019)

Seit über einem Monat steht auf einem Parkplatz an der Zürichstrasse 12 in Luzern, direkt vor dem Waffengeschäft Stampfli, ein weisser Seat Cordoba. Beim abgestellten Fahrzeug handelt es sich um ein Auto, an dem unübersehbar der Zahn der Zeit genagt hat. So macht sich der Rost gleich an mehreren Stellen an der Karosserie zu schaffen, die ohnehin schon gut sichtbar einen laienhaften Reparaturversuch über sich ergehen lassen musste. Eine grosse Delle im Dach und ein platter Reifen vorne rechts runden das Bild des «nicht gerade optimal gepflegten» Fahrzeugs ab. Im Innenraum hingegen macht das Auto einen aufgeräumten Eindruck, wenn man einmal grosszügig über den offenen und mit Zigarettenkippen gefüllten Aschenbecher hinwegsieht.

Auch der Luzerner Polizei ist das Auto mit der langen Verweildauer auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz mit einer erlaubten Parkierungszeit von maximal 30 Minuten aufgefallen. Und so stellte sie am 8. November einen Bussenzettel wegen «Parkieren länger als 10 Stunden» aus, der nach wie vor unter dem Scheibenwischer festgeklemmt ist. Der Fahrer wird darin ersucht, sich schnellstmöglich bei der Sicherheitspolizei der Stadt Luzern zu melden.

Bussen von mehreren Hundert Franken offen

Wie Urs Wigger, Mediensprecher der Luzerner Polizei auf Anfrage sagt, handelt es sich beim parkierten Auto um «ein Fahrzeug mit ausländischen Kontrollschildern von einem derzeit unbekannten Lenker». Im Moment seien für das Auto Bussen von mehreren Hundert Franken offen. Und Wigger weiter:

«Aus diesem Grund wurde das Fahrzeug auf Verfügung der zuständigen Staatsanwaltschaft mit einem Hemmschuh blockiert und die Kontrollschilder wurden eingezogen.»

Und wie lange lässt die Polizei so ein Auto stehen? «Das ist je nach Situation und Fall ganz unterschiedlich», sagt Urs Wigger. Wobei er festhält, dass derartige Fälle, bei welchen auf öffentlichem Grund Autos abgestellt werden, eher selten seien.

Im konkreten Fall läuft das weitere Vorgehen in Absprache und auf Verfügung von der zuständigen Staatsanwaltschaft. Auch dieses Vorgehen ist je nach Situation unterschiedlich, erklärt Wigger und führt aus:

«Im konkreten Fall wurde dem Fahrzeughalter eine Frist gegeben, sich bei der Polizei zu melden. Diese Frist läuft in wenigen Tagen ab. Meldet er sich nicht, muss er damit rechnen, dass das Fahrzeug verwertet wird.»

Dass sich der Fahrzeughalter bei der Polizei melden wird, darf wohl eher als unwahrscheinlich bezeichnet werden. Allerdings sind laut Wigger diverse Ermittlungen und Abklärungen in dieser Sache am Laufen. «Diese Ermittlungen laufen teilweise über das Herkunftsland des Autos, beziehungsweise das Herkunftsland des Fahrzeughalters», so Wigger.