LAUSANNE: Tötungsdelikt zum 3. Mal beim Kantonsgericht

Das Bundesgericht hat die Beurteilung der Tötung eines Gipsermeisters auf einer Baustelle in Root nochmals an das Kantonsgericht Luzern zurückgewiesen. Dieses hat unzureichend abgeklärt, was 2007 vor dem tödlichen Messereinsatz durch den Angeklagten geschehen ist.

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Ursache des tödlichen Streits waren Gipserarbeiten am entstehenden Haus. (Symbolbild Neue LZ)

Ursache des tödlichen Streits waren Gipserarbeiten am entstehenden Haus. (Symbolbild Neue LZ)

Die Lausanner Richter hatten den Freispruch des Kantonsgerichts bezüglich dieses Tötungsdelikts bereits im August 2012 aufgehoben und zur Neubeurteilung zurückgewiesen. Sie kamen damals zum Schluss, dass ein Notwehrexzess vorlag.

Der angeklagte Bauherr hatte nach einer Rangelei dem Gipsermeister ein Messer ins Herz gestossen. Der Tat war ein Streit und eine Rangelei vorausgegangen.

Das Kriminalgericht des Kantons Luzern verurteilte den Angeklagten wegen eventualvorsätzlicher Tötung, begangen in Notwehrexzess. Der Mann war über die Notwehr zur Abwehr des Angriffs durch den Gipser hinausgegangen.

Unklares Geschehen

Das Bundesgericht hielt in seinem ersten Entscheid fest, dass insbesondere geklärt werden müsse, was sich vor dem Einsatz des Messers im Untergeschoss der Liegenschaft des Bauherren abgespielt hatte und wie es zur heftigen Auseinandersetzung kam. Der Gipser hatte den Angeklagten vor dem Messerstich angegriffen.

Weil das Kantonsgericht nicht nur eine neue rechtliche Beurteilung durchführen sollte, sondern auch den Sachverhalt näher prüfen musste, wäre eine mündliche Verhandlung zwingend gewesen. Darauf verzichtete die Luzerner Justiz jedoch - entgegen dem Antrag des Angeklagten. Dessen Beschwerde hat das Bundesgericht deshalb nun gutgeheissen. (Urteil 6B_1220/2013 vom 19.09.2014)

sda