17. Adventsfenster: Lauter Schweizer Tannen am Schweizerhofquai

Der Christbaummarkt am See ist eröffnet – mit ausschliesslich einheimischen Bäumen. Die Kunden freut’s.

Livia Fischer
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Toni Vogel verkauft seit sechs Jahrzehnten Christbäume.

Toni Vogel verkauft seit sechs Jahrzehnten Christbäume.

Boris Bürgisser, 16. Dezember 2019

Montagnachmittag, 14 Uhr. Die Verkäufer des Christbaummarkts am Schweizerhofquai haben gerade ihre Bäumchen aufgestellt. Touristen knipsen fleissig Erinnerungsfotos, Einheimische schlendern gemächlich durch die Christbaum-Allee. So auch Ellen Faramus. Die 72-Jährige ist aber nicht auf der Suche nach einem Christbaum. Sie schmücke lieber ihre Pflanzen im Garten, meint sie. «Aber ich liebe den Geruch von Tannen. Hier fühle ich mich wie im Wald.»

Potenzielle Käufer tummeln sich meist erst am Feierabend auf dem Markt herum. Oder am Wochenende – sofern das Wetter mitspielt. Dann aber wird fleissig gekauft, weiss Josef Kost aus Adligenswil. Er preist seine Weihnachtsbäume schon seit 18 Jahren an der Seepromenade an; der 50-Jährige hat damals den Betrieb von seinen Eltern übernommen. Dazu erzählt er eine schöne Geschichte: Als er vor etwa 20 Jahren seinen Eltern am Markt aushalf, verkaufte er einen Baum ganz günstig an einen Mann, dem wenige Tage zuvor die Stelle gekündigt worden war. Seither kommt der Mann mit seiner Familie jedes Jahr zu Josef Kost – und hat mittlerweile auch wieder genug Geld, um den regulären Preis zu bezahlen.

Christbäume von Schweizerischer Qualität.

Christbäume von Schweizerischer Qualität.

Boris Bürgisser, 16. Dezember 2019

Kost streut jeweils Mitte März die Samen für neue Tannen. Acht bis zehn Jahre dauert es, bis ein Christbaum «marktreif» ist. Ungefähr 350 Stück biete er jeweils an, sagt der Landwirt. Davon bleiben jährlich um die 40 Bäume liegen. «Die bringe ich dann zurück in Wald. Da finden Tiere Unterschlupf», so Kost.

Diese Saison hat die Stadt Luzern ein Verkaufsverbot von ausländischen Tannen verhängt. Kost findet’s gut, genauso wie Toni Vogel: «Allein schon, weil dadurch Arbeitsplätze in der Region geschaffen werden», meint der 74-jährige Bauer, der seit 60 Jahren am Luzerner Christbaummarkt verkauft.

Tannen aus der Umgebung schätzt auch Trudi Bättig (63). Die Stadtluzernerin hat gerade mit ihrem Mann einen Baum gekauft. Sie schiebt einen Kinderwagen, er hat die Nordmanntanne auf dem Buckel. «Wir kaufen einheimische Bäume, solange es sie noch gibt», sagt Bättig. Ein Plastikbaum komme ihr nicht ins Haus – «dann habe ich lieber gar keinen.»