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LE THÉÂTRE: America first – auch für das Orchester Emmen

Fulminant startete das Orchester Emmen mit seinem Neujahrskonzert in das noch junge Jahr. Songs, Duette und swingende Musik fast ausschliesslich aus Amerika – das passte ins neue Musicalhaus.
Fritz Schaub
Die Solisten Liv Lange Rohrer und Jonathan Sells mit dem Orchester Emmen am Neujahrskonzert im Le Théâtre. (Bild: Roger Grütter (Emmen, 27. Januar 2018))

Die Solisten Liv Lange Rohrer und Jonathan Sells mit dem Orchester Emmen am Neujahrskonzert im Le Théâtre. (Bild: Roger Grütter (Emmen, 27. Januar 2018))

Mit Gershwin war das Luzerner Sinfonieorchester ins neue Jahr gestartet. Nicht nur mit Gershwin, sondern mit einer Reihe weiterer amerikanischer Komponisten bestritt am vergangenen Wochenende das Orchester Emmen sein traditionelles Neujahrskonzert. Gershwin wechselte im ersten Teil ab mit dem Urvater der klassischen amerikanischen Musik, Aaron Copland (1900–1990), und dem vor 100 Jahren geborenen Leonard Bernstein.

Begrüsst wurden die Zuhörer von Irène Straub, der Hausherrin des neu im Zentrum Gersag ansässigen neuen Kulturhauses Le Théâtre. Dieses war natürlich der perfekte Rahmen für das Programm des Neujahrskonzerts, das im zweiten Teil an den Broadway führte und einen Querschnitt vermittelte durch die Welt des Musicals.

Mit oder ohne Mikrofon?

So lag es nahe, dass die drei Gesangssolisten Liv Lange Rohrer, Jonathan Sells und Irène Straub selbst, wie bei dieser Musikgattung üblich, mit Mikrofon sangen. Ob man sich dieser Verstärkung auch im ganzen ersten Teil bedienen musste, ist eine andere Frage. Umso mehr, als die klassisch ausgebildeten Solisten sich wohl ohne Mühe auch hier durchgesetzt hätten. So nahm das Schlummerlied «Summertime» aus Gershwins Oper «Porgy and Bess» noch mehr den Charakter eines Schlagers an. Anderseits bekam das Lied «I Bought Me a Cat», vorgetragen von Liv Lange Rohrer, mit der Imitation von Tierlauten eine fast surreal drastische Wirkung.

Bestens führte sich der englische Bariton Jonathan Sells mit «The Dodger» ein, wobei er alle und sich selbst als Betrüger bezeichnet, sowie Irène Straub mit dem melancholischen «Long Time Ago». Je weiter der Abend fortschritt, umso mehr weitete sich der Gesang ins Szenische, und das Bühnentemperament der Solisten kam zum Vorschein. So vor allem bei der Balkonszene von Maria und Tony aus Bernsteins «West Side Story», wo auch der gesprochene Dialog einbezogen wurde. Sein Kabinettstück aber lieferte der englische Bariton mit «Words, Words, Words» aus Bernsteins weniger bekanntem Voltaire-Musical «Candide» in der Maske eines griesgrämigen Pessimisten ab.

Spannender Musical-Querschnitt

Das Orchester Emmen war gegenüber früheren Jahren kaum wiederzuerkennen. Vor allem die Holz- und Blechbläser brillierten und traten immer wieder auch solistisch hervor, derweil der Streicherapparat im Musical-Teil bei den gefühlsbetonten Stellen mit ansprechendem Klang aufwartete. Schon wie das Orchester gleich zu Beginn beim sinfonischen Tanz zu Bernsteins «On the Town» lässig in den swingenden Rhythmus einschwang, zeigte, wie sehr Dirigent Dieter Lange, der auch mit Worten locker durch den Abend führte, das Orchester auf diesen von Jazz und amerikanischer Folklore beeinflussten Stil einzustellen vermochte. Gesanglich und temperamentmässig stach im zweiten Teil Irène Straub hervor, die sich in Duetten von Cole Porters «Kiss me Kate» und Richard Rodgers’ «Sound of Music» mit Bariton und Sopran verband. Voll­ends zeigen konnte sie ihre Musical-Fähigkeiten im ausnahmsweise deutsch gesungenen «Always True to You» aus «Kiss me Kate», das sie witzig an den Mann brachte.

Fritz Schaub

region@luzernerzeitung.ch

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