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Le Théâtre: Für Emmer Vereine wird es teurer

Im Gersag gibt es nun einen technisch hochwertig eingerichteten Saal, den auch lokale Vereine mit Begeisterung nutzen. Doch die Professionalität hat die Miete in die Höhe getrieben – zudem leistet die Gemeinde Emmen kaum noch Unterstützung.
Beatrice Vogel
So präsentierte sich das Zentrum Gersag in Emmen am Eröffnungsabend von Le Théâtre. (Bild: Pius Amrein, 24. November 2017)

So präsentierte sich das Zentrum Gersag in Emmen am Eröffnungsabend von Le Théâtre. (Bild: Pius Amrein, 24. November 2017)

Es war quasi die Rettung für das defizitäre Zentrum Gersag in Emmenbrücke: Le Théâtre zog ein, sanierte das Haus und verwandelte es in einen vielversprechenden Kulturbetrieb. Seit rund einem Jahr führt die Circomedia AG das Zentrum inklusive Restaurant (wir berichteten).

Das Vorhaben stiess von Anfang an auf positive Resonanz. Dennoch wurden auch Bedenken geäussert, dass Veranstaltungen von Vereinen zu kurz kommen könnten. So befürchtete man etwa terminliche Konflikte und höhere Mieten. Nun zeigt sich: Die Sorge war nicht unberechtigt.

Gemeinde zahlt 25'000 Franken weniger

«Im ersten Jahr haben wir den Vereinen die gleichen Tarife gewährt wie früher die Gemeinde», sagt Andréas Härry, Co-Geschäftsleiter Circomedia AG. «Leider können wir das künftig nicht mehr machen. Die Mietpreise waren nicht kostendeckend, da würde es für uns sonst finanziell schwierig.» Am Ende des Tages müsse man betriebswirtschaftlich denken. Der Basispreis für den grossen Saal beträgt zwar wie früher 1700 Franken. Neu ist ein Aufpreis für die Bestuhlung. «Das aufwendige technische Equipment wird auch vermietet, was bei kleinen, ‹einfacheren› Anlässen die Rechnung gegenüber früher erhöht», so Härry. Anlässe hingegen, die viel Technik brauchen, seien heute sogar günstiger, weil die Technik fix installiert ist und die Montagekosten entfallen.

Härry betont, dass man dennoch grosses Interesse daran habe, die Vereinsanlässe unterzubringen. «Wir versuchen, mit allen Vereinen eine gute Lösung zu finden und helfen ihnen bei der Sponsorensuche. Bis jetzt haben wir sehr gut mit ihnen zusammengearbeitet.»

Erschwerend kommt nun hinzu, dass die Gemeinde im Budget 2018 bei der Unterstützung für Vereine 25'000 Franken eingespart hat. Da hilft das Versprechen des Gemeinderats, traditionelle Veranstaltungen der Ortsvereine «im Rahmen der bewilligten Budgets» finanziell zu unterstützen, wenig. Gemeindepräsident Rolf Born (FDP) sagt zur aktuellen Situation: «Die Gemeinde wird auch künftig, je nach vorhandenen Mitteln, Anlässe von Emmer Organisationen unterstützen.» Der Musikgesellschaft Emmen sei etwa, gestützt auf einer Leistungsvereinbarung, ein kleiner Beitrag an die möglichen Infrastrukturkosten geleistet worden.

Ein Verein ist schon umgezogen

Laut dem Präsidenten der Musikgesellschaft, Reto Gass, geht die Leistungsvereinbarung aber nicht sehr weit. «Die finanzielle Unterstützung für die Jahreskonzerte ist darin nicht mehr enthalten. Das heisst, dass die ganzen Kosten für die Infrastruktur nun zu unseren Lasten gehen.» Unter dem Strich würden gegenüber dem Vorjahr Mehrkosten von rund 7500 Franken resultieren. Ohne zusätzliche Sponsoren und Einnahmen, «müssen wir uns für 2019 nach einer anderen, zahlbaren Konzertmöglichkeit umsehen», so Gass.

Ein Verein hat das bereits getan: Die Theaterlüüt Ämme spielen neu jeweils im Frühling im Pfarreiheim Emmen. Die Veränderung ist für sie aber positiv: «Der Pfarreisaal ist günstiger, wir können dort selber wirten und wir müssen nicht mehr im Sommer proben», sagt Präsidentin Franziska Odermatt. Zudem sei die Bühne grösser als jene im Gersag-Keller.

«Wir haben schon gewisse Ängste, dass wir uns den Saal irgendwann nicht mehr leisten können.»

Klaus-Benedikt Müller, Vorstandsmitglied Orchester Emmen

Unentbehrlich ist der grosse Saal im Le Théâtre für das Orchester Emmen. Wegen der Kosten führt es nur noch ein statt wie bisher zwei Konzerte dort auf. «Wir haben schon gewisse Ängste, dass wir uns den Saal irgendwann nicht mehr leisten können», sagt Vorstandsmitglied Klaus-Benedikt Müller. «Die Miete ist um das Drei- bis Vierfache höher als früher. Dadurch haben wir 4000 bis 6000 Franken mehr Auslagen.» Von der Gemeinde habe man bis jetzt keine klare Zusage für finanzielle Unterstützung erhalten. «Wir werden wohl zusätzliche Sponsoren suchen müssen.» Hinzu kommt der Musical-Spielplan, aufgrund dessen das traditionelle Neujahrskonzert auf Ende Januar verschoben werden musste. «Das ist insofern ein Problem, weil wir unsere Blechbläser jeweils extern zuziehen», so Müller. Wenn Ende Januar die Vorfasnacht schon in Gang ist, sei es schwierig, Leute zu finden.

Der grosse Saal im Le Théâtre mit der Zuschauerrampe. (Bild: Pius Amrein (Emmen, 24. November 2017))

Der grosse Saal im Le Théâtre mit der Zuschauerrampe. (Bild: Pius Amrein (Emmen, 24. November 2017))

Lob für die neuen Betreiber

Grundsätzlich erfahre man aber viel Goodwill im Theaterhaus: «Wir sind sehr positiv überrascht von der Offenheit des Le-Théâtre-Teams, das uns sehr gut unterstützt hat», so Müller. Auch die Akustik, die Beleuchtung und die Technik seien viel besser seit dem Umbau. Durch die neue Zuschauerrampe habe das Publikum zudem einen besseren Kontakt zum Orchester. Dieselbe Erfahrung hat die Musikgesellschaft Emmen gemacht: «Das Publikum schwärmte von einem neuen Konzerterlebnis», sagt Reto Gass in Rückblick auf die Jahreskonzerte 2017. «Wir haben durchwegs positive Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit dem neuen Leitungsteam gemacht.» Abstriche habe man beim Termin in Kauf nehmen müssen: «Wir mussten die Konzerte um eine Woche vorverschieben, um nicht in Konflikt mit dem Musical-Betrieb zu kommen. Auch die Bühne können wir wegen der Musical-Deko nicht vollständig nutzen.»

Auch der Vorstand des Jodlerklubs Maiglöggli war bei der Organisation des Jahreskonzerts positiv überrascht, sagt Präsidentin Barbara Ineichen: «Alles war unkompliziert und hat wunderbar funktioniert.» Finanziell sei es für den Jodlerklub bis jetzt unproblematisch gewesen, «wir brauchen auch kaum Technik». Zudem sei im gegenseitigen Einverständnis ein Kompromiss in Bezug auf die Technikkosten vereinbart worden. Trotzdem fallen laut Ineichen auch für den Jodlerklub Maiglöggli Mehrkosten an, etwa für den Techniker, der beim Auf- und Abbau und während des Konzerts anwesend sein muss.

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