LEBENSMITTELKONTROLLEN: Luzern will keine öffentlichen Berichte

Was im Kanton Zug auf gutem Weg ist, stösst in Luzern auf herbe Kritik: Gas­trobetriebe sollen die Rapporte der Lebensmittelkontrolle den Gästen zeigen.

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Barbara Lustenberger vom Littauer Restaurant Thorenberg bei der Fleischzubereitung. (Bild Manuela Jans/Neue LZ)

Barbara Lustenberger vom Littauer Restaurant Thorenberg bei der Fleischzubereitung. (Bild Manuela Jans/Neue LZ)

Der Kanton Zug will mehr Transparenz für Konsumenten. So sollen in Zukunft Gastrobetriebe, die von der Lebensmittel­kontrolle überprüft werden, einen vereinfachten Kontrollbericht öffentlich aushängen  dies jedoch freiwillig. 

Über diese Massnahme entscheidet das Zuger Parlament im Rahmen einer Totalrevision des Gesundheitsgesetzes morgen Donnerstag.
Gemäss Daniel Schriber, Generalsekretär der Gesundheitsdirektion Zug, ist indes noch nicht klar, wie ein solcher Bericht genau aussehen soll. «Der Kontrollbericht soll aber für den Konsumenten gut verständlich sein», sagt Schriber. «Nicht jede kleine Beanstandung wird aufgeführt.» Ziel der Massnahme sei es, Transparenz zu schaffen.

Die Stiftung für Konsumentenschutz zeigt sich über die Idee aus Zug erfreut. «Wir bedauern jedoch, dass es freiwillig ist. Die Betreiber und Wirte sollten sogar gesetzlich verpflichtet werden, die Berichte der Lebensmittelinspektoren öffentlich aufzuhängen», sagt Geschäftsleiterin Sara Stalder. Wichtig sei es, dass die Ergebnisse mehrerer Kontrollen veröffentlicht werden müssten und nicht lediglich der Letzten. «So hat der Betrieb auch eine Chance, sich zu verbessern», sagt Stalder. 

In Luzern kein Thema
In Luzern war ein solcher öffentlicher Kontrollbericht laut Markus Dürr, Luzerner Gesundheitsdirektor, bisher noch kein Thema. Er steht der Idee aus Zug sehr skeptisch gegenüber: «Ein negativer öffentlicher Bericht würde den Tod des Betriebs bedeuten. Niemand ginge mehr dorthin.» Problematisch wäre dies, weil ein solcher Bericht lediglich eine Momentaufnahme sei. 

«Ist ein Betrieb mangelhaft, erhöhen wir die Kontrollen und geben ihm Zeit, sich zu verbessern, oder wir schliessen ihn bei gravierenden Verstössen gleich selbst.» Der Konsumentenschutz sei also gewährleistet. Fraglich sei weiter die Umsetzung eines öffentlichen Kontrollberichts: «Wo setzt man die Grenze, welcher Betrieb genügend und welcher wie viel ungenügend ist?» Das könne man nur schwer vereinfacht darstellen. 

Dass Betriebe einen Testbericht des Lebensmittelinspektors aufhängen sollen, findet Hans-Rudolf Amport von Gastro-Luzern eine schlechte Idee. «Wenn ein Betrieb gesundheitsgefährdende Mängel hat, dann sollen die Behörden eingreifen, nicht die Konsumenten», sagt Amport. Ein solcher Bericht nütze dem Gast nur wenig. Die Behörde solle lieber die schwarzen Schafe sanktionieren, anstatt die ganze Branche unter Generalverdacht zu stellen. Es sei sinnvoller, für die Qualitätssicherung auf die bewährten Labels der Verbände zu setzen.

Andreas Bättig

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung.