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Lebensqualität: Einsamkeit und Krankenkassenprämien bereiten Luzerner Bevölkerung Sorgen

Auswertungen zur Lebensqualität stellen dem Kanton Luzern ein gutes Zeugnis aus. Einsamkeit und Krankenkassenprämien bereiten aber Sorgen.
Ismail Osman
(Bild: Steffen Schmidt/Keystone)

(Bild: Steffen Schmidt/Keystone)

Fühlen sie sich wohl im Kanton Luzern? Sind Sie soweit zufrieden? Fühlen Sie sich sicher? Ist das Kulturangebot okay? Die Schulen auch? Seit einigen Jahren versucht der Kanton Luzern, Entwicklungen der Lebensqualität zu messen. Lustat Statistik Luzern verbindet dazu statistische Fakten mit der Einschätzung der Bevölkerung zu verschiedenen Lebensbereichen. 63 sogenannte Sozialindikatoren werden dabei bewertet.

Aktuell verläuft bei 23 dieser Indikatoren die Entwicklung in die vom Kanton gewünschte Richtung. Bei 14 Sozialindikatoren ist hingegen ein unerwünschter Verlauf zu beobachten. Bei den anderen gibt es keine wesentliche Veränderung.

Stabile Werte bei Gesundheit und Sicherheit

Im Überblick lässt sich feststellen, dass beim Thema Gesundheit die Indikatoren in die gewünschte Richtung weisen oder stabil sind. Und auch die Lage bei der Sicherheit scheint sich verbessert zu haben. Anders sieht es bei der Arbeitslosigkeit oder der finanziellen Belastung durch die obligatorischen Krankenkassenprämien aus.

Im Folgenden eine Auswahl jener Indikatoren, die sich positiv beziehungsweise negativ entwickelt haben.

Positive Entwicklungen

Bewegung: Der Fitnesstrend der letzten Jahre macht sich bemerkbar: 80,5 Prozent der Wohnbevölkerung ab 15 Jahren ist körperlich aktiv und erfüllt die Bewegungsempfehlung des «Netzwerks Gesundheit und Bewegung Schweiz». Das heisst: wöchentlich mehr als 150 Minuten mässige oder mehr als zweimal intensive körperliche Aktivität. 2002 folgten erst rund 63 Prozent den Empfehlungen.

Betagte in stationärer Pflege: Im Jahr 2017 lebten im Kanton Luzern 28 Prozent der Hochbetagten (über 85 Jahre) in einem Alters- oder Pflegeheim. Seit 2006 (35 Prozent) ist in diesem Bereich eine stete Abnahme zu beobachten. Angestrebt wird, dass Betagte oder pflegebedürftige Personen möglichst lange zu Hause in ihrem angestammten Umfeld bleiben können.

Verkehrssicherheit: 2017 wurden auf den Strassen im Kanton Luzern pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner 242 Verkehrsunfälle mit Personenschaden gezählt. Das ist gegenüber dem Vorjahr (213,2 Unfälle) zwar eine Zunahme. Im langjährigen Vergleich ist aber eine deutliche Abnahme erkennbar. In den Jahren 2001 und 2003 wurden beispielsweise noch zwischen 366,6 und 375,7 Unfälle registriert.

Bildungsstand: Luzerner sind gebildet. 86,2 Prozent der Luzerner Wohnbevölkerung im Alter von 25 bis 54 Jahren verfügt über einen Abschluss auf Sekundarstufe II oder auf Tertiärstufe. Das ist eine deutliche Zunahme gegenüber dem Jahr 1990 (74,5 Prozent).

Negative Entwicklungen

Einsamkeit: Wir fühlen uns einsamer. Hält das Gefühl an, können Einsamkeit und soziale Isolation negative gesundheitliche Auswirkungen haben. Der Anteil Luzernerinnen und Luzerner, die manchmal bis sehr häufig Einsamkeitsgefühle verspüren, liegt aktuell bei 34,1 Prozent. Im Jahr 2002 lag dieser Anteil noch bei 28,5 Prozent.

Krankenversicherungslast: Gemäss den aktuellsten Zahlen aus dem Jahr 2016 wenden die Luzerner Haushalte im Mittel 9 Prozent des Einkommens für die Krankenkassenprämien auf. Seit 2009 (6,9 Prozent), stieg die Belastung stetig an. Wenig überraschend waren die Krankenkassenprämien in den vergangenen Jahren ein gewaltiges Politikum im Kanton Luzern, mit welchem sich sogar das Bundesgericht befassen musste.

Staatliche Transferleistungen: Bedarfsabhängige Sozialleistungen (etwa Sozialhilfe) nehmen zu. Das weise darauf hin, dass – über die gesamte Bevölkerung betrachtet – ein geringerer Anteil des Grundbedarfs mittels Erwerbseinkommen und Sozialversicherungs- leistungen gedeckt werden kann, heisst es in der Beurteilung von Lustat. Im Mittel machen diese Leistungen derzeit 3,9 Prozent des Einkommens der Luzerner Haushalte aus.

Energieverbrauch: Der durchschnittliche Erdgas- und Elektrizitätsverbrauch liegt aktuell bei rund 13 000 Kilowattstunden pro Einwohnerin und Einwohner. Das sind etwas über 1000 Kilowattstunden mehr als noch im Jahr 2000.

Alle aktuellen Sozialindikatoren finden Sie auf www.lustat.ch

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