LEBENSRETTER: Fasnächtler wird für «Prix Courage» nominiert

Güdisdienstag, 2 Uhr morgens in Luzern: Christian Lüthi von der Guuggenmusig Joggumusig Nüderef trinkt mit seinen Kollegen Unter der Egg in Luzern ein Bier – und wird unverhofft zum Lebensretter. Dies könnte nun honoriert werden.

Drucken
Teilen
Christian Lüthi. (Bild pd)

Christian Lüthi. (Bild pd)

Die sechs Nominierungen für den «Prix Courage» des Konsumentenmagazins «Beobachter» stehen fest. Die Kandidaten kommen aus den verschiedensten Regionen der Schweiz. Nun wählt eine Jury unter der Leitung des Schriftstellers Franz Hohler den respektive die Gewinner. Sie werden am Freitagabend, 26. September, anlässlich der feierlichen Prix Courage Gala im Schiffbau Zürich bekannt gegeben und geehrt.

Bis zu 25'000 Franken winken
Für den mit 25?000 Franken dotierten Prix Courage und den mit 10'000 Franken dotierten Publikumspreis ist als einziger Zentralschweizer Christian Lüthi aus Beromünster nominiert. Er hat an der letzten Fasnacht einem angetrunkenen 16-Jährigen das Leben gerettet.

Er erinnert sich: «Plötzlich schrien andere Fasnächtler, dass jemand in die Reuss gefallen sei.» Sofort rennt der 22-Jährige an die Reuss. Er überlegt nicht lange, zieht sein Kostümoberteil und die Schuhe aus und springt ins kalte Wasser.

Beim Pinkeln in Reuss gefallen
«Der Mann wirkte orientierungslos», erzählt Lüthi. Zusammen mit einem Helfer zieht er den jungen Mann um die 20 aus dem Wasser. «Der Verunglückte hat am Ufer heftig geatmet. Ausserdem war er unterkühlt», so der Retter. Bei der Rettung schürfte sich Lüthi den Finger auf. Dieser musste anschliessend in der Notfallstation Permanence im Bahnhof genäht werden. Warum der Mann genau ins Wasser gefallen ist, kann Lüthi nicht sagen. Zeugen hätten aber gesagt, er sei beim Pinkeln in die Reuss gefallen. Nach dem Unfall wurde der Verunglückte ins Spital gebracht, bestätigte Othmar Bertolosi, Mediensprecher des Kantonsspitals Luzern, auf Anfrage.

Lüthi selbst borgte sich nach der Rettung eine trockene Hose einer Kollegin und zog sein Kostümoberteil wieder an. Danach nahm er den Bus nach Hause.

Andreas Bättig/scd