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LEHRPLAN 21: Tablets gehören bald zum Schulalltag

In vier Luzerner Primarschulen gehört der persönliche Computer bereits zum Unterrichtsalltag. Das Pilotprojekt wird nun ausgewertet – damit in einem Jahr auch andere Schulen nachziehen können.
Niels Jost
Zur Evaluierung sponserte eine Firma für die Oberstufe Unteriberg Tablets. (Symbolbild Keystone / Koji Sasahara)

Zur Evaluierung sponserte eine Firma für die Oberstufe Unteriberg Tablets. (Symbolbild Keystone / Koji Sasahara)

Normalerweise sind während des Unterrichts keine digitalen Geräte erlaubt. Nicht so allerdings in den Primarschulen in Dagmersellen, Menznau, Doppleschwand und im Stadtluzerner Schulhaus Moosmatt: Dort gehören Tablets seit drei Jahren zum Unterrichtsalltag. Mittels solcher Computer mit flachem Touchscreen und ansteckbarer Tastatur sollen die Dritt- bis Sechstklässler in ihrer Medienkompetenz gestärkt werden (Ausgabe vom 15. Mai 2015).

Das Pilotprojekt dauert noch knapp ein Jahr. Bereits jetzt erarbeitet die verantwortliche Dienststelle Volksschulbildung für alle anderen Luzerner Primarschulen Empfehlungen, wie auch sie solche digitalen Medien in ihren Unterricht integrieren können. «Wir wollen die Lehrer und Gemeinden so rasch als möglich informieren», sagt Charles Vincent, Leiter der Dienststelle Volksschulbildung. Denn bereits ab nächstem Schuljahr 2017/18 ist es gemäss Lehrplan 21 Pflicht, den Fachbereich Medien und Informatik in der Primarschule integriert zu unterrichten. Wie die Schulen die dafür notwendige Ausrüstung bereitstellen, ist ihnen laut Vincent selbst überlassen. «Wir wollen den Gemeinden keine Lösung vorschreiben. Wir geben ihnen deshalb bloss Empfehlungen ab.»

Schüler teilen sich ein Tablet

Eine Möglichkeit, den neuen Themenbereich umzusetzen, wäre etwa, dass nicht jedes Kind ein persönliches Tablet erhalten würde, sondern dass sich zwei Schüler ein Gerät teilen müssten. Vorteil dieser Umsetzung: Sie ist billiger. Allerdings ist es laut Vincent aus organisatorischen Gründen einfacher, wenn jedes Kind ein eigenes Gerät hat. «Die Tablets werden vor allem bei individuellen Arbeiten eingesetzt. Besitzt jedes Kind ein eigenes, muss die Klasse nicht geteilt werden, und die Schüler können ihre Lernfortschritte auf dem eigenen Tablet speichern.» Zudem könnten die Schüler ihr persönliches Gerät nach einer Einführungszeit nach Hause nehmen.

Auch was die technischen Anforderungen der Geräte betrifft, möchte die Dienststelle den Schulgemeinden bloss eine Empfehlung abgeben. Vincent: «Es wäre nicht sinnvoll, ein konkretes Modell zu einem bestimmten Preis vorzuschreiben – schliesslich verändern sich Preise und Funktionen laufend.» Ob künftig auch die Eltern die neuen digitalen Hilfsmittel mitfinanzieren sollen, ist noch offen. Dies wäre nur möglich, wenn die Kinder das Gerät auch zu Hause einsetzen könnten. Sonst dürften keine Elternbeiträge erhoben werden, da die Volksschule grundsätzlich unentgeltlich ist. Klar ist: Ein Tablet ist mit rund 400 bis 500 Franken teurer als die herkömmlichen Lehrmittel. Laut Vincent kosten diese pro Jahr und Primarschüler heute durchschnittlich rund 200 Franken. Wenn das Gerät aber vier Jahre im Unterricht eingesetzt werden kann, relativiert sich der Preis entsprechend, so Vincent.

Für die Primarschule nicht empfehlen wird die Dienststelle die Benutzung von Informatikzimmern. «Es geht zu viel Zeit verloren, wenn eine ganze Klasse für eine Aufgabe in ein anderes Zimmer wechseln muss. Auf die digitalen Medien muss man schnell zurückgreifen können», ist Vincent überzeugt. Fest steht für ihn ebenso, dass die digitalen Medien – ob Tablet, Laptop, Computer oder Beamer – in Zukunft immer stärker in den Unterricht eingebunden werden. «Aber auch in zehn Jahren werden sie Papier und Stifte wohl kaum vollständig abgelöst haben.»

Niels Jost

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