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Leichen der äthiopischen Soldaten in der Hitze mumifiziert

Asmara eer. Das Medien-Echo war gross. als zu Beginn des laufenden Jahres vier Mitglieder des Nationalrates sowie eine Aargauer Regierungsrätin zu einer privaten Reise nach Eritrea aufbrachen. Die fünf Politiker wollten sich ein Bild vor Ort machen. Sie gingen der Frage nach: Warum verlassen jährlich Tausende von Menschen diesen kleinen Staat? Sind die Lebensbedingungen derart schlimm, dass die Leute in Massen das Weite suchen und in grosser Zahl in der Schweiz um Asyl nachsuchen?

Kein zweites Nordkorea

Nicht überraschend, kamen die Volksvertreter zu keinem abschliessenden und vor allem relevanten Fazit. FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen machte gegenüber der «NZZ am Sonntag» folgende Aussage: «Es ist wesentlich besser, als ich gedacht habe.» Und er zog einen Vergleich mit Nordkorea, wo er nach eigenen Angaben selber fünf Tage verbrachte. Eritrea, so Wasserfallen, sei kein Überwachungsstaat mit ständigen Aufpassern. Er betonte auch, er habe sich absolut frei und ohne Beobachter in der Hauptstadt sowie in Dörfern bewegen können.

Der Berner Nationalrat räumte jedoch sinngemäss ein, dass er keinerlei beweiskräftige Fakten fand, was in Eritrea beispielsweise mit Dienstverweigern passiert. Ein wesentlicher Aspekt. Denn in der Schweiz wird eritreischen Flüchtlingen aufgrund verweigerten Dienstes am Vaterland Asyl gewährt.

Der Verfasser dieses Artikels reiste im Dezember 1996 während dreier Wochen auf privater Basis durch Eritrea. Die Eindrücke von damals decken sich in vielen Punkten mit den Beobachtungen, von denen die Politiker nach ihrer Rückkehr in die Schweiz berichteten. Freundliche, ruhige und friedliche Menschen leben in einem landschaftlich überragend schönen, aber armen und wirtschaftlich rückständigen Land.

Die Frage bleibt ungeklärt

Das sind keine weltbewegenden Erkenntnisse. Die Frage bleibt: Wird, wie von der UNO und Mussie Zerai (siehe Artikel oben) behauptet, in Eritrea systematisch gefoltert und die Menschenrechte mit Füssen getreten? Filmisch oder fotografisch dokumentierte Berichte über die befürchteten Foltercamps wurden bislang keine vorgelegt. Das heisst aber nicht, dass solche Lager nicht existieren. Es liegt auf der Hand, dass das Afewerki-Regime keinerlei Interesse daran hat, diese Einrichtungen für Touristen oder NGO-Mitarbeiter zugänglich zu machen.

Ohne Problem einsehbar – das war jedenfalls 1996 noch der Fall – waren aber Örtlichkeiten, wo sich während des Bürgerkrieges eritreische und äthiopische Verbände bekriegten. Zum Beispiel fand sich ein solcher Platz wenige Kilometer vor der Hafenstadt Massawa. Von der Hauptstrasse aus gut einsehbar, rottet auf einer Anhöhe ein Panzer sowjetischer Bauart vor sich hin. Im Umfeld dieses Wracks lagen überall verstreut Knochen. Leicht zu erkennen war, dass es sich dabei nicht um Reste von Tieren, sondern von Menschen handelte.

Knochen und Schützengräben

Zu sehen waren auch Schützengräben. Daneben stapelten sich Berge von nur leicht angerosteten Konservendosen, die den Soldaten einst als Nahrungsquelle dienten. Nicht nur Dosen und Knochen waren zu finden, sondern auch erschossene äthiopische Soldaten, gut zu erkennen an ihren Uniformen. Das heisse und trockene Klima führte dazu, dass die Toten kaum Verwesungsmerkmale aufwiesen. Jedermann, der die Gefallenen vor ihrem traurigen Ende persönlich gekannt hat, hätte diese Kämpfer problemlos identifizieren können.

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