Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

LEICHTATHLETIK: Er holte die Weltspitze nach Luzern

Max Plüss (69) machte die «Spitzenleichtathletik Luzern» zu einem internationalen Top-Anlass. Jetzt hört der Gründer nach 31 Jahren auf. Zum Abschied hat er sich einen alten Traum erfüllt.
Martina Odermatt
Max Plüss (69) im Leichtathletikstadion auf der Luzerner Allmend. (Bild: Nadia Schärli (5. Juli 2017))

Max Plüss (69) im Leichtathletikstadion auf der Luzerner Allmend. (Bild: Nadia Schärli (5. Juli 2017))

Martina Odermatt

martina.odermatt@luzernerzeitung.ch

Morgen ist es wieder so weit: Jeweils im Sommer, wenn sich weltweit die besten Leichtathleten an den Diamond-League-Meetings messen, findet auch eines der grössten Sportevents der Zentralschweiz statt: die «Spitzenleichtathletik Luzern» (SLL). Rund 6000 Besucher finden sich dann jeweils auf der Allmend ein und jubeln den Spitzensportlern zu und spornen sie an. Eurosport überträgt den Anlass live in 91 Länder, 12 bis 15 Millionen Zuschauer fiebern vor dem Fernseher mit.

Verantwortlich für diesen Grossanlass ist Max Plüss (69), der frühere Leiter des Luzerner Migrationsamts. Seit 31 Jahren leitet er das OK der «Spitzenleichtathletik Luzern». Mit ihm wurde dieser Anlass gross. Heuer findet die letzte Veranstaltung unter seiner Leitung statt. «Bevor ich 70 bin, müssen jüngere Kräfte das Heft in die Hand nehmen», sagte er vor zwei Jahren gegenüber unserer Zeitung. Nun hat er seinen Worten Taten folgen lassen: Er übergibt das Präsidium an den Unternehmer Karl Vogler.

Damals, vor 31 Jahren, wollte Plüss, selbst Hobby-Speerwerfer, einen Leichtathletikanlass in Luzern aufbauen. Er liess sich dafür von den beiden grossen Leichtathletikanlässen in Zürich und Lausanne inspirieren. «So etwas ist auch in Luzern möglich», sagte er sich. Seine Vision: Laufen, Springen, Werfen in fast perfekter Form zu zeigen, und das in zweieinhalb Stunden. Denn: «Jeder hat schon einmal einen Stein geworfen, ist gelaufen oder über ein Hindernis gesprungen. Die Leute können sich mit Leichtathletik identifizieren.» Seine Idee stiess zunächst auf Widerstand, doch der Megger wusste seine Vision zu verkaufen.

Max Plüss handelt überlegt, denkt seine Schritte durch und weiss, was er will. Er studiert etwa genau, wen er für ein Sponsoring anfragt. Erst noch konnte er einen Fünfjahresvertrag mit dem Sender Eurosport aushandeln. «Das macht die Sponsorensuche natürlich einfacher», sagt Plüss, der sich auch künftig noch der Geldbeschaffung für den Anlass widmen wird. Man könne den Sponsoren mit diesem TV-Vertrag viel Sicherheit geben. Wenn Millionen Zuschauer sich den Wettkampf weltweit anschauen können, kann das auf Image und Bekanntheitsgrad einer Firma wirken.

Doch mit einem TV-Vertrag alleine kommt man nicht weit. Es ist das Gesamtpaket, das stimmen muss: Plüss wirkt sympathisch, hat über Jahre das Vertrauen zu verschiedenen Spon­soringpartnern aufgebaut. So konnte er das Budget seit Beginn des Anlasses von 70 000 auf heute 750 000 Franken steigern.

Jeder soll zuschauen dürfen

Plüss wusste, welche Art Anlass er in Luzern etablieren möchte. Klein, familiär, aber qualitativ hochstehend. Ein Anlass, bei dem jedermann vorbeischauen kann, die Stehplätze sind gratis. Und ein Anlass, der als Sprungbrett für Schweizer Talente funktioniert. «Wir lassen die Schweizer Leichtathleten bewusst in einem internationalen Umfeld antreten», sagt Plüss. Wenn sich dann die heimischen Athleten gegen die internationalen Spitzensportler beweisen können, dann ist das für Plüss immer ein besonderes Gefühl. «Die Stimmung im Stadion ist viel aus­gelassener, wenn die hiesigen Sportler mithalten oder gar ­gewinnen können», sagt der 69-Jährige.

Blickt Plüss auf die Anfänge zurück, sagt er: «Es ist vieles so eingetroffen, wie ich mir das damals vorgestellt hatte. Wir sind langsam, aber stetig gewachsen und konnten so einen soliden Boden erarbeiten.» Für die letzte Ausgabe von «Spitzenleichtathletik Luzern» unter seiner Führung, welche morgen stattfindet, hat sich Plüss einen lang gehegten Wunsch erfüllt: Die zwei besten Speerwerfer der Gegenwart konnten für den Anlass verpflichtet werden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.