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Leihvelos: Auf die drohende Flut folgt nun Ebbe in Luzern

Asiatische Anbieter wie Obike drohten die Städte mit Leihvelos zu überschwemmen. Nach einem Jahr ist der Hype in Luzern bereits abgeflacht, das Unternehmen pleite. Dennoch könnte ein Teil dessen Konzepts in Luzern Zukunft haben.
Stefan Dähler
Die damalige Luzerner Stadträtin Ursula Stämmer (SP) bei der Einführung von Nextbike in Luzern. (Bild: Manuela Jans-Koch, 6. Mai 2010)

Die damalige Luzerner Stadträtin Ursula Stämmer (SP) bei der Einführung von Nextbike in Luzern. (Bild: Manuela Jans-Koch, 6. Mai 2010)

Tausende gelber Velos müssen derzeit entsorgt werden. Die Veloverleih-Firma Obike aus Singapur, die vor einem Jahr die europäischen Städte teils über Nacht mit ihren Zweirädern überrollt hat, ist pleite. In Luzern sind jedoch keine Aufräumarbeiten nötig. Die Stadt kam zum Schluss, dass «free-floating-Anbieter» wie Obike aufgrund der intensiven Nutzung des öffentlichen Raums eine Bewilligung benötigten. Eine solche wurde vorerst von der Stadt Luzern nicht erteilt.

Vorerst ist Nextbike der einzige Anbieter von Leihvelos in der Stadt. «In drei bis vier Jahren wollen wir den Auftrag öffentlich ausschreiben», sagt Martin Urwyler, Projektleiter Mobilität. Die Stadt lasse sich etwas Zeit, weil Nextbike in den letzten Jahren viel in die Infrastruktur investiert habe. «Ausserdem findet derzeit eine Konsolidierung des Markts statt. Es gab 2017 einen Hype, der nun abflacht, in drei bis vier Jahren dürfte sich der Markt eingespielt haben.» Derzeit sei bei der Stadt auch keine Anfrage eines weiteren Veloverleihs hängig. Die chinesische Firma Ofo-Bike, die letztes Jahr neben Obike in Luzern angeklopft hatte, habe sich inzwischen, mangels Aussicht auf eine Bewilligung, ebenfalls zurückgezogen.

«Bei fixen Standorten ist die Gefahr geringer, dass es zu chaotischen Zuständen kommt.»

Welches werden die Kriterien der Ausstattung bei der Ausschreibung sein? Setzt die Stadt wie aktuell bei Nextbike auf ein stationäres System, das Leihvelos nur an bestimmten Standorten vorsieht? Oder ist auch ein sogenanntes «free-floating» denkbar, wie es Obike praktiziert hat? Letzteres System sieht vor, dass Kunden die Velos an einem beliebigen Standort abstellen können. Per Handy kann man freie Velos in der Nähe orten. «Denkbar wäre ein Hybrid-System, etwa fixe Standorte in der Innenstadt und free-floating in Aussenquartieren», sagt Urwyler. «Fixe Standorte haben den Vorteil, dass die Standorte bekannt sind und auch ohne Ortung auffindbar, die Velos können besser bewirtschaftet werden und die Gefahr, dass es zu chaotischen Zuständen kommt, ist geringer.» Für free-floating dagegen spreche, dass man Velos auch ausserhalb abstellen könne, wo fixe Standorte Mangelware sind.

Qualität der Velos als wichtiges Kriterium

Wahrscheinlich sei, dass die Stadt nach der Ausschreibung nur einen Anbieter auswähle. «Ein wichtiges Kriterium wird dabei die Qualität der Velos sein», sagt Urwyler. Diese wurde bei Obike oft bemängelt. «Die Fahrräder sollen mehrere Gänge haben und auch einigermassen bequem sein. Auch wünschenswert wäre eine gewisse Anzahl an E-Bikes.»

Obwohl der Hype abgeflacht ist: Velos zu mieten scheint weiterhin ein Bedürfnis zu sein. In diesem Jahr hat Nextbike in der Zentralschweiz bereits rund 80'000 Ausleihen verzeichnet. Das sind so viele wie im ganzen Jahr 2017. 2016 waren es gerade mal 15'000 Ausleihen. Der Anstieg ist erklärbar durch die Aktion «Take a Bike». Bewohner von Luzern, Sursee, Horw, Hergiswil, Stansstad, Sarnen, Ennetmoos, Stans, Wolfenschiessen und Oberdorf dürfen die Nexbike-Velos dank Beiträgen der Gemeinden noch bis März 2019 gratis nutzen.

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