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LEINENPFLICHT: Hundehalter ergreifen die Initiative

Die Wiese beim Churchill-Quai soll zu einer Hunde-Freilaufzone werden. Das verlangt eine neue Interessengemeinschaft. Die Stadt klärt ab.
Astrid Longariello
Hunde spielen auf der Wiese beim Churchill-Quai in Luzern. (Archivbild Nadia Schärli)

Hunde spielen auf der Wiese beim Churchill-Quai in Luzern. (Archivbild Nadia Schärli)

Astrid Longariello

Seit Jahren kommt es auf der Wiese am Churchill-Quai zu Konflikten zwischen Hundehaltern und den übrigen Nutzern. Laut kantonalem Hundegesetz herrscht dort Leinenzwang, wie unsere Zeitung am 5. Juli schrieb. Dies, da der Quai als öffentliche Anlage gilt.

Nach dem Erscheinen des Artikels wurden Hundehalter aktiv. Die drei Luzerner Kurt Imhof, Fabian N. Martin und Michael Stehle gründeten die IG Hundewiese Luzern. «Wir möchten die Wiese keinesfalls nur für Hunde nutzen. Nein, der Churchill-Quai soll als Ort der Erholung, des gegenseitigen Miteinanders, der Begegnung und Erholung auch und gerade zwischen Mensch und Tier weiterhin erhalten bleiben», so Martin.

Verwirrende Situation

Die Initianten sind sich einig darüber, dass die Wiese mit dem angrenzenden Seezugang auf diese Art eine Bereicherung für die Stadt bedeuten würde. Derzeit sei die Situation vor Ort verwirrend. Einerseits bestehe eine Beschilderung, die das «Kampieren, Fussballspielen, Baden, Sonnen- und Luftbaden, Lärmen und Laufenlassen von Lautsprechern» in der ganzen Anlage verbiete, dieses Verbot sei jedoch bereits vor Jahren ausgelaufen. Andererseits herrsche bei vielen Hundehaltern Unklarheit über den geltenden Leinenzwang, sagen die Gründer der Interessengemeinschaft. «Mit dem Einrichten einer Hundefreilaufzone können wir Konflikten zwischen den Nutzerinnen und Nutzern der Hundewiese entgegenwirken», sagt Kurt Imhof. «Natürlich müsste auch eine entsprechende Beschilderung vorgenommen und die alten, längst erloschenen Verbotstafeln entfernt werden.» Auf diese Art könnten die heutigen Freizeitaktivitäten ohne schlechtes Gewissen ausgeführt werden. Gleiches gelte auch für den Freilauf der Hunde. «Wenn eine eindeutige Beschilderung auf der Wiese besteht, werden Passanten auch nicht mehr von spielenden und rennenden Hunden überrascht», sagt Imhof.

Fast 200 Mitglieder in kurzer Zeit

Dass die Initianten mit ihrer Interessengemeinschaft Hundewiese offensichtlich einem grossen Bedürfnis entsprechen, zeigt die beträchtliche Zahl von 195 Mitgliedern, die in den drei Wochen seit dem Aufschalten der Internetseite hundewiese-luzern.ch zusammengekommen sind. Davon sind 134 Hundehalter und 61 Nicht-Hundehalter. 169 der Mitglieder wohnen im Kanton Luzern, davon wiederum 94 in der Stadt Luzern. Sobald die Interessengemeinschaft mindestens 300 Mitglieder zählt, will man mit den Verantwortlichen der Stadt Luzern zusammensitzen und das Anliegen vorbringen.

Die Initianten der Interessengemeinschaft weisen auch darauf hin, dass eine Freilaufzone für die Hunde von grosser Wichtigkeit ist und zur artgerechten Haltung gehört. «Nur im Freilauf ist eine ausreichende Sozialisierung von Hunden möglich und sozialisierte Hunde fügen sich in die Gesellschaft harmonischer ein», sagt Martin. Genauso wichtig sei der Wasserzugang, den die Hunde am Churchill-Quai hätten. «Für viele Hunderassen gehört Schwimmen zu ihren natürlichen Bewegungsformen. Zudem ist die Abkühlung für Hunde im Sommer bei erhöhter körperlicher Aktivität von grosser Bedeutung. Die Möglichkeit, Hunde unangeleint ins Wasser zu lassen ist die einzige Möglichkeit, den Hund beim Schwimmen nicht zu gefährden», so die Gründer.

Wie wichtig eine gute Sozialisierung ist, zeigt das Beispiel der 16 Monate alten französischen Bulldogge Louis. Fabian N. Martin und Michael Stehle fanden ihn in einem Tierheim im deutschen Freudenstadt. Das Tier wurde auf einer Müllhalde ausgesetzt. Dort musste er mit Ratten um sein Leben und Futter kämpfen. Anfänglich benahm sich Louis aggressiv gegenüber anderen Hunden. «Dadurch, dass wir mit ihm häufig auf die Hundewiese gingen, lernte Louis von den anderen Hunden sich einzugliedern und anzupassen», erzählt Stehle. «Heute können wir mit ihm problemlos überall hin», ergänzt Martin.

Stadt kennt Problematik

Für die Stadt Luzern ist das Thema nicht neu. Deshalb seien momentan Abklärungen im Gange, ob und wo allenfalls eine Freilaufzone errichtet werden könne oder nicht. Es müsse aber nicht unbedingt am Churchill-Quai sein, heisst es von Seiten des Tiefbauamts. Ausserdem bestehe ja schon eine Freilaufzone auf der Allmend. Das wissen auch die Gründer der IG Hundewiese, weisen jedoch darauf hin, dass deren Lage für Bewohner des rechten Seeufers nicht ideal ist. So müssten Hundehalter vom anderen Ende der Stadt sich durch den Stadtverkehr kämpfen, um ihren Hund freilassen zu können.

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