Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Kommentar

Die Luzerner Velostation ist eine sinnvolle Investition – nicht nur für Velos

Die Stadtluzerner befinden am 20. Oktober über den Projektierungskredit zum Ausbau des Velotunnels beim Bahnhof Luzern. Redaktorin Beatrice Vogel schreibt, wieso die 1,27 Millionen Franken trotz gewissen Bedenken gut investiert sind.
Beatrice Vogel

In den letzten fünf Jahren hat der Veloverkehr in der Luzerner Innenstadt um 20 Prozent zugenommen. Prognosen zeigen eine weitere Zunahme. Die Parkiersituation für Velos hingegen ist insbesondere auf der Westseite des Bahnhofs Luzern unbefriedigend. Die Behörden haben deshalb diverse Massnahmen ergriffen. So ist die bewachte Velostation bei der Uni seit kurzem gratis, für eine weitere Velostation mit 1100 Abstellplätzen unter der Bahnhofstrasse hat das Stimmvolk im Mai einen Projektierungskredit bewilligt.

Zudem wurde der ehemalige Posttunnel bei der Bahnhofunterführung umgenutzt. Seit Juli gibt es hier 420 Veloplätze. Obwohl diese nur mühsam per Schieberille auf der Treppe erreichbar sind, ist die Anlage schon zur Hälfte ausgelastet – was die grosse Nachfrage nach gut gelegenen Abstellplätzen für Velos belegt.

Die Stadt Luzern will diesen Velotunnel ausbauen. Bis im Jahr 2024 sollen rund 800 Abstellplätze zur Verfügung stehen. Diese werden dank künftiger Zufahrtsrampe besser zugänglich sein. Zudem wird die Lift- und Treppen­anlage bei der Habsburgerstrasse neu gebaut – was den Fussgängern zugutekommt. Gerechnet wird mit Baukosten von 7,5 Millionen Franken, wobei 90 Prozent davon auf die Tunnelverlängerung und den Neubau von Rampe, Treppe und Lift entfällt.

Am Sonntag in einer Woche befindet das Stimmvolk über den Planungskredit von 1,27 Millionen Franken für den Velotunnel. Das Stadtparlament hat diesen bewilligt, die SVP hat das Referendum dagegen ergriffen. Den Gegnern ist die Investition zu wenig nachhaltig und zu teuer. Denn mit dem Bau des Durchgangsbahnhofs wird der Velotunnel nicht mehr zur Parkierung genutzt werden können, weil dann die ganze Fläche als Personenunterführung für den neuen Bahnhof gebraucht wird. 7,5 Millionen Franken seien zu viel für den Bau einer Anlage, die gerade einmal 10 Jahre nutzbar sei und für die auch noch 130 Abstellplätze an der Habsburgerstrasse wegfallen, so die Argumentation der Gegner. Gemäss dem Stadtrat lohnt sich die Investition dennoch, denn Rampe, Treppe und Lift können für die künftige Personenunterführung weiter genutzt werden. Einzig die Veloständer, die mit 800'000 Franken das Günstigste am Projekt sind, müssen dann entfernt werden.

Zwar wird erst in einigen Jahren restlos geklärt sein, ob der bestehende Tunnel tatsächlich ins Gesamtprojekt Durchgangsbahnhof integriert wird. Gemäss den SBB ist es jedoch unwahrscheinlich, dass die Personenunterführung anderswo zu liegen kommt. Auch haben die SBB der Stadt Luzern eine teilweise Rückerstattung der Baukosten in Aussicht gestellt.

Die Stadt soll beim Durchgangsbahnhof durchaus mitreden. Dass der Stadtrat dies tun will, zeigt der kürzlich veröffentlichte Bericht zur Stadtentwicklung am Bahnhof (Ausgabe vom 25. September). Der Ausbau der Unterführung ist ein erster konkreter Schritt in diese Richtung. Damit das Jahrhundertprojekt Durchgangsbahnhof zum Erfolg wird, müssen Stadt und SBB Hand in Hand arbeiten. Der Stimmbürger darf also zuversichtlich sein, dass die neue Infrastruktur von Dauer ist – selbst wenn ein kleines Restrisiko bleibt.

Zunächst werden die Investitionen aber dem Velo- und Fussverkehr zugutekommen. Die Rampe erleichtert den Zugang zu den Abstellplätzen enorm. Dadurch wird der Velotunnel deutlich sicherer und einfacher erreichbar als die anderen Veloabstellplätze am Bahnhof. Und die Fussgänger haben die Treppe wieder ganz für sich.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.