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Leoparden gibt es nur noch im Zoo

Im ehemaligen Armee-Motorfahrzeugpark (AMP) in Rothenburg lagerten einst Dutzende von Panzern des Typs Leopard 87. Das teuer zu unterhaltende Kriegsmaterial wurde inzwischen verschoben.
Thomas Heer
Die Leopard-Panzer sind aus dem ehemaligen Armee-Motorfahrzeugpark Rothenburg verschwunden. (Bild: Keystone/Gaëtan Bally, 17. Juli 2014)

Die Leopard-Panzer sind aus dem ehemaligen Armee-Motorfahrzeugpark Rothenburg verschwunden. (Bild: Keystone/Gaëtan Bally, 17. Juli 2014)

Während eines Gesprächs vor wenigen Tagen ist ein ehemaliger Berufsoffizier der Schweizer Armee auf die Leopard-Panzer in Rothenburg zu sprechen gekommen. Die Lagerung im ehemaligen Armee-Motorfahrzeugpark (AMP), der heute als Aussenstelle des Armeelogistikcenters Othmarsingen betrieben wird, sei sehr aufwendig, erklärte der Ex-Armeekadermann. So müsse zum Beispiel sehr darauf geachtet werden, dass die Unterbringungshallen eine gleichmässige Luftfeuchtigkeit aufweisen.

«Das ist eine halbe Wissenschaft, das kann ich versichern.» Und: «Genau 50 Prozent Luftfeuchtigkeit» müsse in Halle 8 herrschen. Das sind Aussagen des AMP-Chefs Betriebsabteilung Raupenfahrzeuge, die er im Frühling 2001 gegenüber einem Journalisten der «Neuen Luzerner Zeitung» machte. Zur Wartung der Leoparden, die pro Fahrzeug durchschnittlich zehn Arbeitsstunden in Anspruch nimmt, war im Bericht auch folgendes festgehalten: «Das ist ein aufwendiges Prozedere, bei dem der Motor herausmontiert, das Geschütz geprüft, die Verkabelung und der Stromkreis gecheckt, das Getriebe-, das Motorenöl und Diesel aufgetankt sowie Frostschutzmittel nachgefüllt wird.»

Kosten kumulieren sich auf 6.5 Millionen Franken

Tempi passati: Wer heute in Rothenburg Leoparden sehen will, findet sie – es sind zwei Raubkatzen – nur noch in Toni’s Zoo. Die gepanzerten Leoparden sind nämlich bereits vor Jahren aus Rothenburg abgezogen und ins st. gallische Bronschhofen verlegt worden. 96 Stück sind dort stillgelegt und werden aus Effizienzgründen zentral an einem Ort in Schuss gehalten. «Die Stilllegungskosten für alle Panzer 87 Leopard belaufen sich pro Jahr auf rund 500 000 Franken», schreibt Jacqueline Stampfli-Bieri, stellvertretende Leiterin Kommunikation im Bundesamt für Rüstung, Armasuisse.

Stampfli-Bieri hat der Redaktion auch eine detaillierte Auflistung der verschiedenen Kostenposten zusammengestellt. Das Total ergibt dann jährliche Aufwendungen von ganz genau 500 940 Franken. Der Bund plant, die stillgelegten Panzer voraussichtlich bis 2030 zu halten. Daraus lässt sich schliessen, dass sich der gesamte Mitteleinsatz für die nicht gebrauchte Leopard-Flotte auf rund 6,5 Millionen Franken kumulieren wird.

30 Panzer wurden umgerüstet

Von den 380 Leoparden, die in den 1980er-Jahren für 3,53 Milliarden Franken akquiriert wurden, sind es im Verlauf der Jahre immer weniger geworden. Nicht einmal mehr die Hälfte davon steht derzeit noch im Einsatz.

Von den 172 noch benutzten Tanks, die von einem 1500 PS starken Dieselmotor angetrieben werden und pro Kilometer 3,4 Liter Treibstoff verbrauchen, sind mehr als 30 ihrer ursprünglichen Funktion enthoben. Diese «Mutanten» stehen heute zum Beispiel als Genie- oder Mienenräumpanzer im Armee-Einsatz.

Von den Panzern sind bis dato 109 ins Ausland verkauft worden. Teils an die kanadische Armee, aber auch an die beiden deutschen Rüstungskonzerne Rheinmetall und Krauss-Maffai Wegmann. Aus den Fabrikationshallen des letzteren Konzerns rollten vor Jahrzehnten die ersten Leopard-Panzer. Und schliesslich dienen drei Exemplare heute Ausstellungszwecken, einer davon in einem privaten Museum.

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