Lernen im digitalen Raum: So können Lehrpersonen und Eltern Inhalte vermitteln

Das Zentralschweizer Bildungssystem steht derzeit wegen der Corona-Massnahmen unter grossem Druck. Programme aus dem Netz helfen, die Lerninhalte digital zu vermitteln – sowohl für Pädagogen, als auch für Eltern.

Pascal Studer
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Elektronische Hilfsmittel sind derzeit elementar für das Vermitteln des Schulstoffes.

Elektronische Hilfsmittel sind derzeit elementar für das Vermitteln des Schulstoffes.

Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone

Das Schweizer Schulsystem befindet sich in einer Ausnahmesituation. Seit Montag sind landesweit alle Schulen geschlossen. Dies hat der Bundesrat am vergangenen Freitag gestützt auf das Epidemiegesetz verordnet. Zentralschweizer Lehrerinnen und Lehrer müssen also ab sofort ihre Lerninhalte digital anbieten – ansonsten droht den Schülerinnen und Schülern der Verlust eines Semesters.

In der grössten Ausnahmesituation für die Schweiz seit dem Zweiten Weltkrieg sind digitale Formen der Didaktik nun gesucht. Finden können diese sowohl Lehrpersonen als auch Eltern unter anderem auf www.zebis.ch, einem Portal für Lehrpersonen, welches unter anderem die Kantone der Bildungsdirektoren-Konferenz Zentralschweiz (BKZ) vor rund 20 Jahren in Auftrag gaben. Für Monika Bucher, Leiterin von Zebis, ist klar, dass das Bildungssystem derzeit unter grossem Druck steht. Sie sagt:

«Die Lehrpersonen sind sehr gefordert.»

Durch die Plattform stellt sie zusammen mit ihren Mitarbeitenden daher Materialien und Links kostenlos zur Verfügung, welche das Vermitteln des Unterrichtsstoffs vereinfachen sollen. Wie Bucher weiter ausführt, seien diese Materialien zudem «veränderbar». Explizit bedeutet dies, dass die Inhalte der Programme auf das entsprechende Lernziel abstimmt werden können. Dies ermöglicht den Pädagogen und Eltern, auch im digitalen Raum flexibel zu sein.

Spezielles Dossier am Wochenende erstellt

Auch auf die Restriktionen des Bundes von letzter Woche hat die BKZ bereits reagiert. Bucher sagt: «Wir haben ein Dossier erstellt, das zeigt, wie der Fernunterricht am besten klappt.» Dieses werde laufend aktualisiert – und erfreut sich grosser Beliebtheit: Nicht nur Personen aus der Deutschschweiz, sondern auch solche aus Österreich und Deutschland nutzen gemäss Bucher die Programme auf der Plattform. Von Freitag bis Sonntagabend hätte die Seite fast doppelt so viele Aufrufe verzeichnet wie normal.

Dennoch sieht Bucher in dieser Transformation in den digitalen Raum auch einige Stolpersteine. Insbesondere sei es herausfordernd, Erst- oder Zweitklässlern den Stoff digital zu vermitteln – etwa das Lesen und Schreiben. «Aber auch hier haben wir gewisse Angebote», sagt Bucher. Zudem sei es für Lehrpersonen ohne grosse digitale Affinität schwierig, sich auf die Schnelle mit den Programmen zurechtzufinden. 

Auch PH Luzern bietet Hand in Digitalisierung

Dass die Massnahmen des Bundesrats für die Lehrpersonen eine «ziemlich grosse Herausforderung» darstelle, findet auch die Pädagogische Hochschule (PH) Luzern. Dies bestätigt Marco von Ah, Leiter Kommunikation und Marketing der PH Luzern, auf Anfrage. Zu den digitalen Lernhilfen sagt er zudem:

«Ein sinnvoller Einsatz ohne direkte Unterstützung ist wahrscheinlich erst ab der 5. Klasse wirklich praktikabel.»

Zudem sagt von Ah, dass besonders jüngere Schülerinnen und Schüler derzeit auf die Hilfe der Eltern angewiesen seien. Hilfreich  seien derzeit die nachfolgenden Lerntools:

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