Leserbriefe zum Metroprojekt

Die Idee einer Metro vom Gebiet Ibach in die Luzerner Innenstadt gibt zu reden - und zu schreiben. Hier finden Sie die ausführlichen und vollständigen Leserbriefe der Ausgabe vom Montag, 23. Juni, zum kontroversen Thema.

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Die Idee der Luzerner Metro gibt zu reden. Im Bild die Darstellung einer möglichen Sterckenführung. (Bild: pd)

Die Idee der Luzerner Metro gibt zu reden. Im Bild die Darstellung einer möglichen Sterckenführung. (Bild: pd)

Sofern die Finanzierung durch Private geregelt werden kann, ist das Metro-Projekt aus meiner Sicht die bessere Lösung, weil die Metro auch in fernerer Zukunft die Stadtentwicklung positiv beeinflussen wird. Wir müssen aufhören, immer neue Parkhäuser im Stadtzentrum zu bauen. An der Beantwortung der Frage, Metro oder Parkhaus, wird ersichtlich werden, ob die verantwortlichen Entscheidungsträger einen eher engen oder eher weiten Blickwinkel haben.

Luzern ist zwar nicht Zermatt und in Luzern geht es ja nicht im eine vollständige Sperrung des privaten Autorverkehrs. Vielleicht dient trotzdem ein Blick nach Zermatt, wo die Strassen sogar für den gesamten privaten Autoverkehr seit 1931 gesperrt sind. Auch ohne privaten Autoverkehr hat sich Zermatt bekanntlich zu einer wichtigen Touristen-Destination entwickelt.

Viele Fragen, wie sie im Leserbrief von Thomas Ineichen, Rechtsanwalt und Notar, Luzern, vom 14. Juni 2014 aufgezählt werden, müssen sicherlich sorgfältig geklärt werden. Rechtliche Fragen wie etwa die Führung des Tunnels unter privaten Grundstücken müssen jedoch lösbar sein. Was andere Städte können, kann Luzern auch!

Hans-Ruedi Brunner, Luzern


Anstatt eine Metro praktisch nur für Touristen zu bauen, sollte eine Streckenführung gewählt werden, die den öffentlichen Verkehr in Luzern sinnvoll ergänzt. Dies wäre v. a. zwischen Kriens und dem Bahnhof Luzern der Fall. Zusätzlich könnte im Bereich Mattenhof ein Zwischenhalt inkl. Carparkplatz realisiert werden. Auch eine Verlängerung zum Schwanenplatz oder Bourbaki wäre möglich. Die Region Emmen ist mit den direkten S-Bahnen ab Emmenbrücke inkl. Park and Ride bereits gut erschlossen.

Pascal Horat

Vorhandene Infrastruktur besser nutzen

Dass die schönste Stadt der Schweiz für Touristen nur noch durch einen Tunnel erreichbar wird, finde ich eine Zumutung. Der erste Eindruck, den ein Besucher von Luzern mitbekommt, ist immer der Wichtigste. Und da trägt eine viertelstündliche Tunnelfahrt sicher nichts dazu bei.

Die Busse ganz aus der Stadt zu verbannen finde ich absurd. Um jedoch die Anzahl in den Griff zu bekommen, sollte man die vorhandene Infrastruktur besser nutzen. Aus diesem Grund sind für mich zwei Varianten prüfenswert:

Variante 1
Bussparkplätze (event. auch unterirdisch) im Raume Lido. Transport der Gäste in die Stadt mit der öffentlichen Schifffahrt oder private Passagierschiffe vom Landungs-Steg Verkehrshaus zum Schweizerhofquay/ Schwanenplatz. Zudem Nutzung des öffentlichen Bahnverkehrs oder speziellen Shuttlezüge vom Verkehrshaus in den Hauptbahnhof.

Ohne durch die Innenstadt zu fahren, könnten die Busse diesen Parkplatz über die Autobahnaussfahrt Küssnacht, dann auf der Seestrasse über Merlischachen, Meggen, Lido. Oder über die Autobahnausfahrt Buchrein, dann über Ebikon, auf der Adligenswilerstrasse, Schlösslihalde, Lido.

Variante 2
Busparkplätze im Raume Allmend. Die Busse könnten diese Parkplätze direkt von der Autobahnausfahrt Kriens anfahren. Die Touristen könnten die Stadt mit der öffentlichen Bahn oder zu schaffende Shuttlezüge auf dem Trassee der Brünigbahn zum Hauptbahnhof erreichen.

Eine Machbarkeitsstudie in dieser Richtung würde sich sicher lohnen.

Ueli Sandmeier Luzern

Ich hatte Anfang 1960 das Glück beim damals bekannten Stadtrat und ETH-Ingenieur Carl Erni in die Bauzeichner-Lehre einzutreten. In diesem Büro wurden wir mit visionären Projekten konfrontiert. So u.a. mit dem Museggstollen Luzern.

Carl Erni hatte die damalige Mobilitätsentwicklung in seinen Amerika-Jahren um 1950 mitverfolgt und vorausgesehen, dass in der Stadt Luzern frühzeitig die Weichen für einen optimalen zukünftigen Verkehrsfluss gestellt werden sollten. In seinem Projekt wurde der Verkehr unterirdisch von der Zürichstrasse / Löwenplatz unter den Museggtürmen zum Ausgang Nölliturm und Richtung Basel geleitet. Im Stollen selber waren 2000 Parkplätze vorgesehen mit diversen Ausgängen in die Altstadt von Luzern. Der Schweizerhof-Quai war vom Hauptverkehr befreit.

Anscheinend waren auch damals der Grossteil der Luzerner Wirtschaftsvertreter und Politiker nicht genug risikofreudig um einem absolut visionären Verkehrs-Projekt zuzustimmen. Der Museggstollen blieb in der Schubalde und hat uns Lehrlingen zu Übunszwecken gedient.

50 Jahre später scheinen die "jungen" Luzerner und die Zugewanderten wiederum vom Zukunftsspirit verlassen zu sein, was die Verkehrsproblematik betrifft. Die Aussagen gewisser Kreise zum Verkehrschaos jedenfalls entbehren jedem Realitätsinn! Ich bin der Ansicht, dass die Idee der Metro weiterverfolgt werden sollte. Wenn wir gemeinsam in die kurzfristige Zukunft schauen, dann wird bald klar, dass JETZT etwas geschehen muss! Und glaubt mir, 30 Jahre sind enorm schnell vorbei und dann ist alles zu spät!

Ein Glück, sind die Luzerner-Künstler (KKL) und Sportler (Swissporarena) realistischer und haben Werte geschaffen, auf die wir stolz sein können!

Hans Peter Lüthi


Diese Metro ist für Bürger und Touristen absolut unzumutbar. Für mich ist dies der Unsinn des Jahrhunderts! Warum sollen Gäste ausserhalb der Stadt in ein Parkgarage gefahren werden um nach umständlichen Umsteigen im Untergrund durch ein schwarzes Loch zu den Souvenir-Shops zu gelangen. Die Touristenbusse sollen kurz durch die Stadt fahren könne damit die Gäste einen ersten und hinterher einen letzten Eindruck von “Luzern glänzt” bekommen.

Aus meiner Sicht hat Luzern keine echten Verkehrsprobleme. Ich fahre täglich von Meggen in die Stadt und finde immer einen Parkplatz und komme kaum in einen richtigen Stau. – Wenn ich zu Hornbach in Littau muss, fahre ich über die den Anschluss Emmen-Nord ins Zentrum – auch am Freitag Abend – und komme gut voran.

Luzern braucht andere Massnamen um die Verkehrssituation zu verbessern!

Stichworte: Parkhaus Musegg jedoch etwas grösser – VBL-Bahnhof über dem SBB-Bahnhof – Europaplatz fürs Flanieren – Kreisel am Schwanen- und Bahnhofplatz damit man nicht unnötig über die Brücke fahren muss. Zufahrtsbewilligung zur Altstadt über Automaten (Grund und Zeit über CODE eingeben) und gratis. Parkhäuser langfristig unterirdisch verbinden um mit wenigen Zufahrten auszukommen. – Durchgehende und zum Teil überdeckte Parkanlage mit Bänken und Tischen. – Zufahrtsstrassen Richtung Zentrum mit Tempo 30 Km/h – weg vom Zentrum Tempo 50 Km/h. Die Bus-Buchten sind beizuhalten!!!

Anspruchsvolle modere Stadtplanung > die Überbauung Rösslimatt ist ein Null-Nummer und im Bereich Industriestrasse sieht es nicht besser aus. Die ZB ist abzureissen und mit einem freien Wettbewerb und einem Gesamtkonzept (Industriestrasse – Neustadt – bis Reuss – Bahnhof – und VBL-Betribe) weitsichtig zu planen.

Meinrad Flüeler

Geben wir doch dem öffentlichen Verkehr mehr Platz auf unseren Strassen, besonders im Stadtbereich. Jedes Auto oder Car welche(s) ausserhalb der Stadt parkiert werden, tragen auch zur Reduktion der Emission bei!

Realisieren wir den Musegg Parking, dann geben wir einen Tropfen auf den heissen Stein! Der Verkehr in diesem Stadtbereich, Zufahrt zum Musegg Parking nimmt noch zu.

Realisieren wir ein Parkhaus bei Ibach und fahren mit der Metro in die Stadt, erst dann können wir von Entlastung der Innenstadt und auch im Spitalbereich profitieren.

Prüfen wir vorerst die Zunahme der Fahrzeuge im Kt. Luzern. Wer diese Zahlen nicht wahrnehmen will oder diese nicht kennt, der fahre bitte zum Kantonsspital und versuche von 09.00 bis 11.30 und 14.00 bis 16.00 einen Parkplatz zu finden!

Abschliessend: Realisieren wir aus diesen Gründen das Parkhaus ausserhalb der Stadt im Ibach mit Metro Verbindung zum Kant. Spital und bis zum Schwanenplatz. Die Metro ist die Lösung für die Zukunft, emissionsfrei unten durch (siehe Flughafen Kloten!) Zudem hat unsere nächste Generation die Möglichkeit, die Metro bis Kriens und Obernau zu verlängern.

Zusätzliches Resultat: weniger Klimaerwärmung, CO2, Feinstaub, Smog und auch weniger Ozonbelastung. Eine Partei-Zugehörigkeit spielt für dieses Projekt keinen Einfluss, aber ein grünes Herz!

Josef Henseler, Willisau