Letzte Chance für schwere Fälle

Gemeinden platzieren schwer Jugendliche im Ausland. In Namibia oder auf hoher See kriegen sie ihre letzte Chance. Ein SVP-Kantonsrat protestiert.

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Schwer Erziehbare auf dem Jugendschiff Salomon. (Bild: PD)

Schwer Erziehbare auf dem Jugendschiff Salomon. (Bild: PD)

Zwei 15-jährige schwer erziehbare Jugendliche aus dem Kanton Luzern sollen im Ausland, weit weg von ihrem familiären Umfeld, ihre letzte Chance erhalten. Einer der beiden ist bereits auf einer Farm in Namibia. Der andere soll auf dem Jugendschiff «Salomon» arbeiten und unterrichtet werden. SVP-Kantonsrat Guido Lutenauerspricht von einer Bankrotterklärung des Bildungssystems. Er will in einer dringlichen Anfrage vom Regierungsrat wissen, was in den «Camps für ein Regime herrscht.» Er stört sich daran, dass die Jugendlichen ins Ausland «abgeschoben» würden.

Charles Vincent, Leiter der Dienststelle Volksschulbildung, bestätigt auf Anfrage, dass in zwei Gemeinden eine solche Platzierung verfügt worden sei. «Von einer Abschiebung oder Erziehungscamps kann hier nicht die Rede sein.» Konkret handle es sich bei den zwei Fällen um zwei 15-jährige Schweizer, bei denen alle bisherigen Massnahmen versagt hätten. Über ihre Platzierung in Namibia, auf einer Farm, beziehungsweise auf dem Jugendschiff «Salomon», das unter Schweizer Flagge auf hoher See unterwegs ist, habe die jeweilige Vormundschaftsbehörde der Wohngemeinde entschieden.

Jan Flückiger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Luzerner Zeitung.