LEUCHTOBJEKT: Geheimnis um UFO über Luzern ist gelüftet

Am Nachthimmel über Luzern wurde kürzlich ein UFO gesichtet. Jetzt ist klar: Es war ein Experiment mit Brennstäben.

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Urs Kind mit dem sogenannten UFO auf der Allmend. (Bild Juliette Ueberschlag/Neue LZ)

Urs Kind mit dem sogenannten UFO auf der Allmend. (Bild Juliette Ueberschlag/Neue LZ)

Es geschah am Dienstag, 3. Juni, um 23 Uhr: Der 24-jährige Christoph* stand auf seinem Balkon in Horw und sah über Luzern ein unerklärliches Licht am Himmel.

«Es hat geblinkt und war sehr grell», sagt er. Zudem habe es sich bewegt und die Farbe zwischen Rot, Orange und Weiss gewechselt. «Für mich ein Mysterium», erklärt der Augenzeuge. Er fragte beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) nach «in der Hoffnung, eine plausible Erklärung zu bekommen». Das Bazl konnte ihm jedoch nicht weiterhelfen.

«Tele-Tell»-Beitrag sorgte für Aufregung
Kurz darauf berichtete der Fernsehsender Tele Tell über den Vorfall. Ein 3-minütiger Beitrag unter dem Titel «UFO über Luzern?» legte den Zuschauern die Vermutung nahe, es könnte sich beim Objekt, das Augenzeuge Christoph mit seinem Handy filmte, um ein UFO gehandelt haben.

Der Produktionsleiter des Planetariums im Verkehrshaus, den Tele Tell ebenfalls zu Wort kommen liess, hielt dies für höchst unwahrscheinlich. Der Beitrag sorgte beim Publikum für rege Diskussionen und bei einigen Zuschauern auch für ein Schmunzeln.

Experiment mit Leuchtkörpern
Nun ist klar, was das UFO wirklich war und wer es baute. Es war kein Ausserirdischer, sondern Event-Organisator Urs Kind. «Im Auftrag der Luzern-Arena, der Euro-08-Public-Viewing-Zone auf der Allmend haben wir an diesem Dienstagabend verschiedene Leuchtkörper ausprobiert», sagt der Zürcher.

Unter anderem liessen er und sein Team schwarze Ballone steigen, die man im Nachthimmel nicht sieht. Daran wurden Leuchtkörper, so genannte Sprinkelbrennstäbe, befestigt. «Sie brennen 4 Minuten und erzeugen ein wahnsinnig grelles, blinkendes Licht», so Kind. «Als ich den Fernsehbeitrag sah, war mir sofort klar: Das waren wir mit unserem Ballon!»

Pascal Imbach