LFK-EMPFANG: Fasnächtler und Redner in Hochform

Servus Buam – und willkommen zum Empfang des Lozärner Fasnachtskomitees (LFK), der am Freitagabend stattfand. Ein bayerischer Abend «ganz ohne frauenfeindliche Sprüche».

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Volles Haus im Süsswinkel, dem Gesellschaftshaus der Maskenliebhaber. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Volles Haus im Süsswinkel, dem Gesellschaftshaus der Maskenliebhaber. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Dafür auf umso höherem «Nivea», das wünscht sich LFK-Präsident Marco Imhof in seiner Eröffnungsansprache. Die «Affäre Bühlmann» – das zeigt die Anspielung am Rande – ist bei den Fasnächtlern noch in (bester?) Erinnerung, auch wenn inzwischen schon zwei Jahre verstrichen sind, seit der damalige Regierungsrat in seiner Gastrede frauenfeindliche Sprüche vom Stapel liess.

Daniel Bühlmann ist diesmal nicht unter den 160 Männern im Saal der Maskenliebhabergesellschaft. Dafür Köbi Kuhn (alias Roland Stöckli, Dominus der Fidelitas Lucernensis) und Ottmar Hitzfeld (alias Weibel Herbert Brunner). Diese beiden suchen noch Verstärkung für die Schweizer Nati, damit die kommende Europameisterschaft nicht zum Desaster wird. Im Saal werden sie schnell fündig: Ehrengast Andi Egli («der hat beim FCL früher ja eine wahre Bilderbuch-Karriere hingelegt») soll in den Sturm, Hippolyt Kempf, der ehemalige Olympiasieger in der nordischen Kombination, ins Mittelfeld und Bobfahrer Steve Anderhub, «der Mann fürs Grobe» in die Verteidigung. Auch alt Regierungsrat Ulrich Fässler bekommt einen Platz in der Mannschaft, obwohl er als Kreisläufer im Semi schon «eine Gefahr für den Gegner und für sich selbst» war, wie Stöckli und Brunner zu erzählen wissen.

Das Fritschi-Phantom
Nicht als Gefahr, dafür aber als begnadeter Wortakrobat entpuppt sich Fritschivater Philipp Gmür. Als «Phantom der Oper» verkleidet, und selbstverständlich mit Maske, nimmt er seine Fasnachtskollegen wortgewaltig auf die Schippe und erntet für seine spitzen Reime frenetischen Applaus.

Auch die Reden von Ehrengast Andi Egli («ich gebs ja zu, es war eine schwere Zeit in Luzern») und Hippolyt Kempf («eigentlich spielt es ja keine Rolle, ob die Credit Suisse ihr Geld nun in Amerika verlocht oder eben auf der Allmend») werden beklatscht. Dann betritt alt Regierungsrat Ulrich («Ueli! Ueli!») Fässler das Rednerpult. Seine Gesangsreime gehen im Gelächter teils fast unter. Und er kann und will sich den einen oder anderen politisch-unkorrekten Seitenhieb nicht verkneifen. So komme es bekanntlich immer wieder vor, dass Frauen im Büro an den Po gelangt werde, «und Sicherheitsdirektorin Ursula Stämmer fragt sich wohl: Wieso bloss ist mir das noch nie passiert?»

Schacher Seppeli
Am späten Abend dann noch eine Überraschung, mit der niemand gerechnet hatte: Der Schacher Seppeli fand den Weg an den Süesswinkel. Natürlich war es nicht der echte. Und sein Text war auch etwas «angepasst» worden. Gestört hat dies natürlich niemanden - im Gegenteil.

Pascal Imbach