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Kommentar

Liberale Dreifaltigkeit

Analyse vor der Nomination der FDP für die Luzerner Regierungsratswahlen 2019
Alexander von Däniken, Leiter Ressort Kanton
Alexander von Däniken

Alexander von Däniken

Am Donnerstag entscheiden die Delegierten der FDP-Kantonalpartei in Sempach, wie viele Regierungsratskandidaten sie ins Wahlrennen 2019 schicken werden – und wen. Für die Nachfolge des Willisauers Robert Küng stehen drei Männer zur Auswahl. Eine Analyse in fünf Punkten.

Erstens – die Kandidaten: Aus dem Wahlkreis Sursee stellt sich Jim Wolanin (41) zur Verfügung. Der Neuenkircher Sozialvorsteher hat sich gegen Charly Freitag durchgesetzt. Der Wahlkreis Hochdorf schickt zwei Kandidaten ins Rennen: den Emmer Gemeindepräsidenten Rolf Born (55) und den Inwiler Gemeindeammann Fabian Peter (41).

Zweitens – die Gemeinsamkeiten: Alle drei Kandidaten sind in kommunalen Exekutiven tätig. Und alle drei sitzen in der FDP-Fraktion des Luzerner Kantonsparlaments. Praktisch identisch sind auch die Ansichten, wie sich bei den Kandidatenpräsentationen der letzten Wochen gezeigt hat: Der Kanton Luzern sei bei der Finanz- und Steuerstrategie auf Kurs, bei der Mobilität müsse auf einen Mix aus ÖV, Langsamverkehr und Autoverkehr gesetzt werden, bei der Führung eines Departements komme es auf einen situativen und kommunikativen Stil an. Born, Peter und Wolanin vertreten durchwegs liberale Ansichten, die auf Selbstverantwortung bei den Bürgern und einem schlanken Staat fussen. Alle drei Männer sind verheiratet und Väter und im Kanton Luzern verankert.

Drittens – die Unterschiede: Rolf Born sticht mit seiner Erfahrenheit hervor. Er sitzt seit 2007 im Kantonsrat (seine jüngeren Mitstreiter seit 2015), hat schon die FDP-Fraktion präsidiert und leitet auch den Verband Luzerner Gemeinden. Zudem hat er bereits einen Wahlkampf hinter sich: 2010 ist er in der FDP-internen Regierungsratsausmarchung gegen Robert Küng gescheitert. Die Erfahrung macht sich auch rhetorisch bemerkbar: Rechtsanwalt Born tritt souverän auf. Dafür hat der Emmer Gemeindepräsident mit 80-Prozent-Pensum derzeit keine aktive Tätigkeit in der Privatwirtschaft – was in liberalen Kreisen als Negativpunkt gelten könnte.

Bezüglich Engagement in der Privatwirtschaft hat Fabian Peter die Nase vorne. Der Inwiler führt mit seinem Bruder ein eigenes Sanitär- und Heizungsgeschäft mit 15 Mitarbeitern. Er pflegt zudem das Bodenständige, ist Mitglied eines Jodelchors und Zuschauer an Schwingfesten. Politisch ist er vor allem kommunal erfahren: Fabian Peter ist seit 14 Jahren Gemeindeammann von Inwil. Obwohl er wie Born im Verband Luzerner Gemeinden wirkt, wo er im Vorstand sitzt, dürfte Fabian Peter auf kantonaler Ebene einigen Delegierten und Wählern nicht so bekannt sein wie seine Konkurrenten.

Jim Wolanin wirkt von den FDP-Kandidaten am jugendlichsten. Dabei konnte er als Kantonsrat bereits einige erfolgreiche Vorstösse platzieren: zuletzt über die Einführung eines digitalen Polizeischalters. Wolanins berufliches Engagement ist zwischen jenem seiner Mitstreiter anzusiedeln. Er ist selbstständiger Unternehmensberater für Non-Profit-Organisationen, öffentliche Verwaltungen und Führungskräfte. Mögliche Negativpunkte: Wolanin wuchs in Biel auf und lebt (erst) seit 2000 in Neuenkirch – und seine kurze Vergangenheit bei den Sozialdemokraten.

Viertens – das Zweierticket: Der kantonale FDP-Vorstand schlägt bekanntlich den Delegierten ein Zweierticket vor. Ob dieses abgenickt wird, ist aber nicht sicher. Im Wahlkreis Sursee haben die Delegierten gegen den Vorstand entschieden, im Wahlkreis Hochdorf dafür. Sicher ist: Es wird in Sempach einen Antrag auf eine Einerkandidatur geben. Tritt die FDP nächstes Jahr mit einem Kandidaten an, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dieser schon im ersten Wahlgang gewählt wird. Trotzdem kann auch ein Zweierticket in Frage kommen, weil kein Sitz eines wiederantretenden Bisherigen zu verteidigen ist. Eine Variante wäre auch, für den ersten Wahlgang mit einem Kandidaten anzutreten – und je nach Ausgang einen zweiten Kandidaten «nachzuschieben».

Fünftens – die Chancen: Da sich die Profile der Kandidaten sehr ähnlich sind, dürften für die Delegiertenversammlung der FDP wie auch für die Wahlen 2019 andere Faktoren ausschlaggebend sein. Zum Beispiel geografische: Mit Robert Küng verlässt ein Vertreter der Landschaft den Regierungsrat. Die Agglomeration ist mit den Kriensern Paul Winiker (SVP) und Marcel Schwerzmann (parteilos) – sofern dieser wieder antritt – sowie dem Rothenburger Reto Wyss (CVP) schon sehr gut vertreten.

Ob die Delegierten und schliesslich die Wähler mit dem Emmer Rolf Born einen weiteren Mann aus der Agglomeration berücksichtigen werden, ist darum fraglich – aber nicht ausgeschlossen. Dies haben auch die letzten Wahlen gezeigt, als sich die Luzernerinnen und Luzerner gegen die SP-Kandidatin und für eine rein bürgerliche Männerregierung ausgesprochen haben. Unvorhersehbar ist auch, ob das noch relativ junge Alter von Fabian Peter und Jim Wolanin eine Rolle spielen wird.

Sicher ist: Das Zeug zum Regierungsrat haben alle drei FDP-Kandidaten: der erfahrene Rolf Born, der bodenständige Fabian Peter und der dynamische Jim Wolanin.

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