Kommentar

Liberalisierung soll allen Gastrobetrieben und Gästen nützen

Luzerner Stadtrat will im öffentlichen Raum die Vorschriften lockern – vorerst in einem zweijährigen Pilotversuch. Es ist zu begrüssten, dass das Reglement mit einem Stück gesunden Menschenverstand ergänzt wird. 

Robert Knobel
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Ein Blumentopf vor dem Eingang, ein musikalisches Ständchen für Frischvermählte oder eine zweite Kaffeemaschine, um den Gästeandrang bei schönem Wetter zu bewältigen: All das wird für Stadtluzerner Läden und Boulevardrestaurants in Zukunft problemlos möglich sein. Der Stadtrat hat das «Reglement über die Nutzung des öffentlichen Grundes» gelockert und vereinfacht.

Der Stadtluzerner Politik und Verwaltung wird oft Überregulierung vorgeworfen, gerade was den öffentlichen Grund betrifft. Klar: Der Nutzungsdruck durch unterschiedlichste Interessen und Ansprüche ist in der Innenstadt enorm und hat in den letzten Jahren nochmals massiv zugenommen. Dennoch ist es sehr zu begrüssen, wenn das entsprechende Reglement nun durch ein Stück gesunden Menschenverstand ergänzt wird – auch wenn der Stadtrat erst auf Druck des Parlaments aktiv geworden ist.

Nicht einzusehen ist, weshalb der Take-away-Verkauf unter freiem Himmel den Luzerner Gastrobetrieben weiterhin nicht erlaubt sein soll. Gleichzeitig will der Stadtrat nämlich unabhängigen, temporären Gastronomen genau dies ermöglichen. Der Verband Gastro Luzern kritisiert diese Ungleichbehandlung zu Recht. Hier gilt es nochmals über die Bücher zu gehen. Schliesslich soll eine Liberalisierung allen Gastrobetrieben und Gästen nützen und nicht neue Unterscheidungsmerkmale schaffen. 

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