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LIELI: Bienenhaus im Schweizerhausstil: Ein Bijou erwacht zu neuem Leben

Nach 30-jähriger Abstinenz sollen Bienenvölker wieder auf den Burghof zurückkehren. Dort steht eines der ältesten Bienenhäuser des Kantons – noch fehlt aber ein Imker.
Jakob Brügger von der Besitzerfamilie (links) und Initiator Remo Ronchetti beim Bienenhaus. (Bild: Eveline Beerkircher (Lieli, 27. September 2017))

Jakob Brügger von der Besitzerfamilie (links) und Initiator Remo Ronchetti beim Bienenhaus. (Bild: Eveline Beerkircher (Lieli, 27. September 2017))

Solche Geschichten gehören in die Rubrik Raritäten. Die Realisierung des Projekts basiere auf einem reinen Zufall, sagt Remo Ronchetti. Der pensionierte Stadtluzerner Bauingenieur ETH wollte während einer Wanderung im Frühling 2016 auch die restaurierte, hoch über Lieli gelegene Burgruine Nünegg besuchen. Auf dem Weg dorthin stiess er oberhalb des Weilers beim Bauernhaus Burghof auf ein Bienenhaus im Schweizerhausstil. Der Einheimische Peter Räber hatte es 1912 gebaut. Er betrieb damals in Lieli eine kleine Bau-, Möbel- und Bienenkastenschreinerei.

Das Gebäude hatte seinen jahrzehntelangen Dienst aber längst quittiert, wartete nur noch auf den Abbruch. Doch Ronchetti – 2012 hatte er beispielsweise in Eigeninitiative das Turmuhrenmuseum im Zytturm Luzern realisiert – interessierte sich für dieses Objekt. Deshalb nahm er mit der Besitzerfamilie Brügger Kontakt auf, erläuterte ihr seine Pläne und stiess auf viel Wohlwollen. Er sei anfänglich zwar völlig überrascht gewesen, gesteht Jakob Brügger. Nachdem seit rund 30 Jahren die Bienen ausgeflogen waren, hätte er nie an eine solche Renaissance gedacht. «Ich fand es eine verrückte Idee.»

Für die Denkmalpflege eine erhaltenswerte Baute

Doch nachdem Ronchetti aus eigenem Antrieb ein Sanierungs- und Instandstellungsprojekt ausgearbeitet hatte und die Baubewilligung erhielt, ging es um viel Handarbeit. So wurde beispielsweise das ursprüngliche Sockelmauerwerk von Hand Stein für Stein abgebaut, gereinigt und wieder fachmännisch aufgemauert. Oder im Dachstock mussten Unmengen von Wespennestern, Schmutz und Überreste von Schlafnestern von Mardern und Mäusen ausgeräumt werden. Das ganze Holzwerk wurde abgesaugt, gebürstet und schonend feucht gereinigt. Die Restauratoren haben im Atelier die abgefaulten Holzteile ersetzt. «Wir versuchten möglichst viel der alten Bausubstanz zu erhalten», sagt Ronchetti. Das sei mit rund 80 Prozent sicherlich gelungen.

Nach einer reinen Bauzeit von rund sechs Monaten ist ein ganz spezielles, auch farblich abgestimmtes Schmuckstück entstanden. Mittlerweile ist das Bienenhaus sogar von der kantonalen Denkmalpflege in den Kataster der erhaltenswerten Bauten aufgenommen worden.

Der Grundriss ist T-förmig angelegt. Das Bienenhaus hat ein Ziegeldach, und auf dem kreuzförmigen First thront in Form eines Kirchturms ein zierlicher Dachreiter. Das Haus wurde für zweimal zwölf Bienenvölker ausgelegt. Ein Drittel der Fläche dient als Arbeitsraum. «Mir lag besonders am Herzen, dass ein Objekt mit Nachhaltigkeit entsteht», betont Remo Ronchetti.

Sponsoren und viele Arbeitsstunden

Für das Projekt wurde eigens die «IG Instandstellung Bienenhaus Lieli» ins Leben gerufen. Diesen Schritt hätten sie für die finanziellen Transaktionen machen müssen, erklärt der Initiator. Apropos Geld: Die ganze Restaurierung kostete rund 50 000 Franken. Dazu haben die Besitzerfamilie selber, die Albert-Koechlin-Stiftung sowie diverse Private beigetragen. Und dank Ronchettis guten Beziehungen zur Zunft zu Safran gelang es ihm, einige deren Mitglieder mit Handwerksbetrieben zu motivieren. Sie beteiligten sich mit einer grossen Menge an Arbeitsstunden. Der Initiator selbst war seit Ostern jeweils einen Tag selber vor Ort und legte Hand an. «Dabei ist mit den Besitzern ebenfalls eine Freundschaft entstanden», schätzt Ronchetti auch den zwischenmenschlichen Kontakt.

Weiter weiss er: Beim Burghof in Lieli stehe eines der ältesten Bienenhäuser des Kantons überhaupt. Dort soll im nächsten Frühling erneut Leben einkehren. «Wir suchen einen Imker», sagt Jakob Brügger. Gelingt dieses Unterfangen, bringen wiederum viele tausend Bienen auf dem Burghof Honig in die Waben ein.

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

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