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Litauer auf diebischer Reise durch die Schweiz – trotz Landesverweis

Neun Einbrüche, Diebesgut im Wert von 106 000 Franken: Das Luzerner Kriminalgericht verurteilt einen Litauer zu fünf Jahren Gefängnis und verweist ihn für zwölf Jahre des Landes. Die Schweiz hätte er aber schon jetzt nicht mehr betreten dürfen.
Kilian Küttel

Meist kommt er durch die gläserne Terrassentür. Ein Stein, Scherben, ein freier Weg: Von September 2016 bis Mai 2017 bricht ein 37-jähriger Mann aus Litauen neun Mal in den Kantonen Luzern, Bern und beider Basel in Wohnungen und Geschäftsräume ein. Am 21. Mai 2017 hat seine Diebestour ein Ende: Der Mann steigt in eine Wohnung in Basel ein, durchwühlt Schubladen und Schränke. Plötzlich steht der Hausherr vor ihm, stellt ihn zu Rede, ruft die Polizei. Bei der Verhaftung finden die Polizisten acht Fingerringe und eine Halskette beim Litauer, die er versucht hatte zu stehlen.

Nun ist das rechtskräftige Urteil des Luzerner Kriminalgerichts öffentlich. Dieses verhängt eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren gegen den Mann – wegen gewerbsmässigem Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und Führen eines Fahrzeugs ohne Führerausweis. Unter dem Strich stiehlt der Mann Diebesgut im Wert von über 106000 Franken. Zusätzlich verursacht er einen Sachschaden von fast 17000 Franken. Allein im Kanton Luzern verübt er vier erfolgreiche Einbrüche. Beispiel Neuenkirch: Dort bricht er die Gartensitzplatztür eines Einfamilienhauses auf, nimmt sich Bargeld, einen Silberbarren, Ringe sowie zwei Laptops. Einen Tag später steigt er in eine Praxis in Eich ein, stielt Laptops, Computer, ein Ipad. In Oberkirch klaut er eine Halskette, eine Armbanduhr, einen Siegelring und einen Schlüsselbund. Und am Morgen des 28. September 2016 wird in Eich ein Mercedes gestohlen. Tags darauf nimmt die Gendarmerie den Littauer im französischen Cernay fest, beschlagnahmt den Mercedes-Schlüssel. Vom Auto fehlt jede Spur. Dieser bleibt verschwunden, wie die Staatsanwaltschaft Sursee in der Anklage schreibt.

Vorstrafen wegen Delikten in neun Kantonen

Die Delikte verübte der 37-Jährige wie beschrieben vom September 2016 bis im Mai 2017. Dies allerdings nicht in gleichbleibenden Abständen, sondern in drei Etappen mit Pausen zwischen den Delikten. Beim Mann handelt es sich also um einen Kriminaltouristen. Sein Vorstrafenregister ist eindrücklich: Von 2009 bis 2015 handelte er sich Vorstrafen in den Kantonen Nidwalden, Bern, Waadt, Wallis, Schwyz, Tessin, Neuenburg, Bern und Luzern ein. Mit der nun verhängten Freiheitsstrafe von fünf Jahren geht das Kriminalgericht weiter als die Staatsanwaltschaft. Diese hatte dreieinhalb Jahre gefordert, die Verteidigung verlangte eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten und einen fünfjährigen Landesverweis. Das Gericht folgte jedoch dem Antrag der Staatsanwaltschaft, den Mann zusätzlich für zwölf Jahre des Landes zu verweisen. Nur hat er mehrfach bewiesen, dass er wenig auf Einreisesperren gibt. Denn auch bei seiner aktuellen Diebestour hätte sich der Mann gar nicht in der Schweiz aufhalten dürfen. Seit dem 11. Juni 2016 hatte ein Einreiseverbot gegen ihn bestanden.

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