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LITERATUR: Krienser Jungautorin präsentiert ihren ersten Kurzroman

Die Krienserin Lea Cadisch (23) vereint in ihrem Erstling Geschichten unterschiedlicher Länge mit einem Kurzroman. Während Erstere mit Vielfalt und teils skizzenhafter Verspieltheit gefallen, hat der längste Text auch eine hohe emotionale Qualität.
Die Krienserin Lea Cadisch (23) beim Visieren ihres ersten Buches. (Bild: PD)

Die Krienserin Lea Cadisch (23) beim Visieren ihres ersten Buches. (Bild: PD)

Arno Renggli

arno.renggli@luzernerzeitung.ch

Dana und Aron kennen sich schon als Kinder. Und so zeigt der Kurzroman «Das Erdbeerfeld» zu Beginn auch, wie die beiden in der Natur zusammen sind, verbunden durch ein Geheimnis.

Dann der harte Schnitt. Die beiden sind nun erwachsen, haben einander aus den Augen verloren. Aron ist ein immer noch junger Lehrer, Dana … nun, das ist schwierig zu erfassen. Sie scheint mit dem Leben nicht richtig klar­zukommen, ist materiell immer noch abhängig von ihren Eltern, was ihr verhasst ist. Und hat einen Freund, doch interessiert der sich wirklich für sie?

Wie das Leben so spielt: Irgendwann rasseln Dana und Aron wieder ineinander, buchstäblich und per Velos. Es beginnt wieder eine Annäherung. Aron ist der ­aktivere Part, bald offensichtlich verliebt, vielleicht bereit für eine Beziehung. Aber Dana kann die Nähe nicht wirklich zulassen, ist zu sehr mit sich selber beschäftigt. Gefangen in einem schweren Gemüt, weist sie ihn immer wieder ab. Doch Aron gibt nicht auf.

Starke Anteilnahme an den Figuren

Der Text von Lea Cadisch nimmt von der ersten Seite an gefangen. Man wünscht sich so sehr, dass diese beiden Menschen zu sich selber und dann auch zueinanderfinden. Diese Anteilnahme zeigt, wie stark die erzählerische Kraft ist. Dies liegt am grossen Einfühlungsvermögen in die Figuren, aber auch am Schreibstil. Die Sprache ist unspektakulär, eher lakonisch, gerade bei den Dialogen. Und hat dabei eine leise berührende Poesie. Gekonnt arbeitet Cadisch mit Aussparungen, die ge­rade so dosiert sind, dass sie den Lesefluss nicht einschränken. Denn das will man keinesfalls. Man will vielmehr unbedingt wissen, wie die Geschichte ausgeht.

Sie bildet den zweiten Teil des Buches von Lea Cadisch. Und vielleicht lohnt es sich, sie als ­Erstes zu lesen, weil sie einen zugänglicheren Einstieg in Cadischs Schreiben ermöglicht als die Texte im ersten Teil des Buches.

Diese sind unterschiedlich lang, vom Gedicht bis zur 35-seitigen Story «Nostalgia» über eine ältere Frau, die sich zurücksehnt in die mediterrane Heimat, die sie als Kind erlebt hat. Ein Hauptthema ist das Licht, etwa im Text über eine Zukunft, wo Energie und Licht rationiert sind.

Verpasste Momente thematisiert eine Geschichte, in der eine Frau einen seltsam faszinierenden Typ trifft, aber nicht die richtigen Worte findet. Eher locker geht es zu, wenn eine Gruppe von Leuten nach einem gemein­samen Konzertbesuch selber Instrumente aufstellen, ohne dass es dann zum Zusammenspiel kommt. Einer der Texte wurde vor einen Jahren beim «Klub der ­jungen Dichter» eingereicht und in unserer Zeitung publiziert.

Lea Cadisch, die deutsche Philologie und Musikwissenschaften studiert, verlangt auch die Bereitschaft der Leser, sich auf Intuition und eine Vielfalt von möglichen Lesarten einzulassen. Je kürzer die Texte, je mehr sie vielleicht nur Momentaufnahme einer grösseren Geschichte sind, die noch zu erzählen wäre, desto mehr bleibt auch Unergründ­liches. Klar ist: In diesem Buch zeigt sich ein Erzähltalent, von dem man mehr lesen möchte.

Hinweis
Lea Cadisch: Wie man das Sonnenlicht einfängt. Literaturwerkstatt, 234 S., Fr. 25.–.

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