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LITERATURFEST: Die Literatur als Erlebnis feiern

«Luzern Bucht» feiert seinen 30. Geburtstag: mit viel gelesener Literatur selbstverständlich und mit schönen Reminiszenzen an die Anfangsjahre.
Urs Hangartner
Luzerner Literaturfest 2014: Jungautor Pablo Haller (25) liest am Eröffnungsabend in der Luzerner Kornschütte. (Bild Pius Amrein)

Luzerner Literaturfest 2014: Jungautor Pablo Haller (25) liest am Eröffnungsabend in der Luzerner Kornschütte. (Bild Pius Amrein)

Reiner Zufall: Am vergangenen Freitag war just Unesco-Welttag der Poesie. Und in der Luzerner Kornschütte galt es, einen runden Geburtstag zu feiern, den 30. des Luzerner Literaturfestes. Hans Beat Achermann, früherer Journalist, Kleinverleger und Mitgründer der nun jubilierenden Veranstaltung, erinnerte in seiner Festrede an die Anfänge und brachte ein paar schöne Reminiszenzen aus den frühen Jahren.

Start im «Eden»

Das Hotel Eden an der Haldenstrasse, das es längst nicht mehr gibt, war am Anfang mehrfach Austragungsort – das «Eden» wurde sinnigerweise zum «Literaturparadies». Achermann erzählte von einer polizeiliche Intervention wegen eines alkoholisierten und lauten Literaturfreundes oder davon, wie die im Vorfeld aufgekommene Namensidee «Literallalla» zum Glück verworfen wurde. Oder vom streitbaren Niklaus Meienberg, «der die Rechnung für die ausgedehnte Zecherei, die auch seine Entourage einschloss, grosszügig den Organisatoren hinterliess».

Eine Gruppe von Literaturbegeisterten startete damals das Projekt aus dem Bedürfnis heraus, «Literatur nicht nur unter der Bettdecke oder im Zug zu lesen, sondern als Erlebnis zu feiern und zu vermitteln». So kam es zum langlebigen Luzerner Literaturfest. «Was im ‹Eden› begann, ist aus dem Luzerner Kulturleben nicht mehr wegzudenken.»

Das Fest heisst inzwischen «Literatur Bucht». Es beinhaltet heute zum einen den Buchmarkt; diese kleine, aber feine Verlagsmesse wurde 2006 begründet (erfunden vom im Februar verstorbenen Obwaldner Literaturförderer Martin Wallimann) und fusionierte nach zwei Jahren mit dem bestehenden Literaturfest. So gibt es nach wie vor ausser dem jüngeren Markt das eigentliche Literaturfest, also die Lese- und Gesprächsveranstaltungen mit Autorinnen und Autoren.

Kleiner Lesemarathon

Gelesen wurde bei der Jubiläumsausgabe natürlich auch viel. Zum runden Geburtstag gabs am Freitag in der Luzerner Kornschütte das Jubiläumsfest mit einem kleinen Lesemarathon und beswingter Gypsy-Musik des Quartetts Piri Piri. Die Reihenfolge der Lesenden war alphabetisch geordnet und ergab so eine Art Zufallsdramaturgie. Angefangen bei Dominik Brun über Blanca Imboden und Heinz Stalder bis zu Gisela Widmer. Ein Mix, der das einheimische Spektrum an Literaturschaffenden in den Zentralschweizer Kantonen widerspiegelte. Man las aus bereits Gedrucktem, aus jüngst Erschienenem, aber auch aus noch Unveröffentlichtem oder eigens auf den Anlass hin Verfasstem.

Wechselnde Sprachen

Das herkömmliche Vorlesen durchbrach der Jüngste in der Runde: Pablo Haller (25) tat es gleich in wechselnden Sprachen – von Mundart bis Englisch – als Spoken-Word-Performance mit unterschiedlichen Ausdruckformen (auch in der Lautstärke).

Laut Moderator Max Christian Graeff ist Haller «einer der seltenen jungen Schweizer Autoren, die auch im Ausland aktiv sind», einer, der «on the road» ist und dabei auch Motive für sein Schreiben sucht und findet. Der geografische Bogen von Hallers Text umfasste die Schweiz ebenso wie Marokko und den Balkan, in einem Sprachfluss, gespickt mit aphoristischen Wendungen wie etwa: «Alkohol, Ursache und Lösung all unserer Probleme.»

Luzerner Krimi-Trilogie

Beat Portmann, der im Herbst mit «Vor der Zeit» den Abschluss seiner Luzerner Krimi-Trilogie vorlegen wird, hatte ein Manuskript mitgebracht, das erst im kommenden Monat gedruckt wird, in einem deutschen Reisemagazin mit dem Themenschwerpunkt Vierwaldstättersee. Unter der Überschrift «Reise an einen anderen Ort» las Portmann von einer «Gegend voll von missbrauchten Brauchtümern, woran sich so mancher bedient zur Beschwörung von Identität je nach Bedarf und Bedrohungslage», von einer unschwer als Luzern erkennbaren «Stadt, die weltberühmt ist für ihre Weltberühmtheit»: «Das Bestehende zu konservieren, zu pflegen und zu hegen und weltweit zu vermarkten, darauf versteht man sich, darauf sich zu verstehen hat man sich geeinigt.» Oder: «Die Stadt. Alle Klischees entsprechen der Wahrheit.»

Gut besucht

Für Leslie Schnyder, Geschäftsführerin von «Luzern Bucht», ist «unser Konzept der Jubiläumsveranstaltung voll aufgegangen», als «Fest in warmer Atmosphäre». Erfreut konnte sie feststellen, dass es am Freitag «so viele Leute wie noch nie an einem Eröffnungsabend hatte».

Gestern war in der Kornschütte Zeit für den ersten Teil der Gesprächsreihe «Literatur auf dem Sofa». Am Abend zügelte «Luzern Bucht» von der Altstadt in die Neustadt: Im ehemaligen Hallenbad ist als Zwischennutzung das «Neubad» beheimatet, der Ort für den traditionellen Literaturabend mit nationalen Grössen wie Peter Stamm und Franz Hohler.

Hinweis

Buchmarkt in der Kornschütte Luzern im Rahmen von «Luzern Bucht»: Heute von 10 bis 17 Uhr. Ab 11 Uhr Talk «Literatur auf dem Sofa» mit den Autorinnen und Autoren Martina Clavadetscher, Peter Bürkler, Nazar Tazik, Zewdenesch Bezanie, Agim Sylejmani und Lucette Achermann.

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