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LITTAU: CKW wollen keine Leitung im Boden

Ein Teil der Hochspannungsleitung soll unter den Boden. Das fordern Anwohner seit längerer Zeit. Doch laut den CKW würden dadurch die Strompreise steigen.
Sandra Monika Ziegler
Symbolbild: Strommasten im Kanton Luzern. (Bild: KEYSTONE/Sigi Tischler)

Symbolbild: Strommasten im Kanton Luzern. (Bild: KEYSTONE/Sigi Tischler)

Sandra Monika Ziegler

In den Siedlungsgebieten Unterwilrain und Grossmatte im Stadtteil Littau wollen Bewohner und Grundstückeigentümer, dass die Freileitung auf einer Strecke von etwa einem Kilometer unter den Boden verlegt wird. Dazu reichten sie letztes Jahr einen Antrag an die Centralschweizerischen Kraftwerke (CKW), die Eigentümerin der Stromleitungen, ein. Die Antwort der CKW war damals abschlägig. Da nun Energie Wasser Luzern (EWL) aktuell direkt unter den Hochspannungsleitungen eine Wasserleitung baut und dazu den Boden aufreisst, hofften die Antragsteller auf Synergien und eine Neubeurteilung ihres Anliegens.

Die Zeit ist zu knapp

«Jetzt wird ein Trassee aufgerissen, um die Wasserleitungen zu ziehen, da könnten doch bereits jetzt Massnahmen ergriffen werden, um später auch die Stromleitungen zu verkabeln», sagt einer der Antragsteller. Die Idee, die im Raum steht, sieht folgendermassen aus: Praktisch parallel zu der Wasserleitung könnten Leerrohre eingezogen werden – quasi als Vorarbeit für die spätere Stromleitung.

Die Arbeiten von EWL im Gebiet Grossmatte sind bereits weit fortgeschritten, es könnte also zeitlich knapp werden, die vorgeschlagene Idee mit den Leerrohren umzusetzen. Dass es zeitlich gar unmöglich ist, bestätigt die EWL auf Anfrage. «Um eine Freileitung in den Boden zu verlegen, braucht es mehrere Jahre für die Planung», sagt Nicole Reisinger, Leiterin Marketing und Unternehmenskommunikation.

Stromlieferant im besagten Gebiet sind die CKW. Zum Thema «Hochspannungsleitung in den Boden» sagt Marcel Schmid, Leiter Media Relations bei den CKW: «Die Verkabelung im Hochspannungsbereich, das heisst im Bereich von 50 bis 110 Kilovolt, ist nach wie vor teuer.»

Kosten: 1 Million Franken

Die CKW klärten den Vorschlag der Teilverkabelung ab, so Schmid. Sie prüften, wie sinnvoll eine gemeinsame Nutzung des Trassees sein könnte. «Das EWL-Trassee hätte nur für eine rund 600 Meter lange Teilstrecke gemeinsam genutzt werden können.» Die Kosten für diese Teilstrecke schätzen die CKW auf 1 Million Franken. Und diese Kosten müssten durch alle Endverbraucher solidarisch durch die Netzkosten getragen werden. Schmid: «Dieser beträchtliche finanzielle Aufwand ist ohne eine zusätzliche Effizienzsteigerung nicht gerechtfertigt. Die Investitionskriterien sind dafür nicht gegeben.» Doch das negative Kosten-Nutzen-Verhältnis sei nicht der einzige Grund, der gegen das Projekt sprechen würde. Aufgrund der Nähe zu bestehenden Gebäuden wäre es zu Verletzungen des Anlagegrenzwertes von nicht ionisierender Strahlung gekommen.

Trassee müsste verbreitert werden

Zudem weise die Wasserleitung eine «teilweise eckige Richtungsänderung» auf, und das sei für Stromleitungen ungeeignet, so Schmid. Dies sei übrigens ebenfalls ein Grund, warum nur 600 Meter der Teilstrecke gemeinsam mit der EWL genutzt werden könnten. Schmid: «Abgesehen davon wären die Kosteneinsparungen beim gemeinsamen Bau der EWL-Wasserleitung und einer CKW-Kabelleitung relativ gering.»

Für die Leitungen braucht es eine Zugänglichkeit, um bei Störungen oder einem Leck schnell reagieren zu können. Deshalb müsse das Kabel neben der Wasserleitung verlegt werden und nicht über oder unter der Wasserleitung. Das wiederum erfordere, dass das Trassee entsprechend verbreitert wird. «Damit fallen zusätzliche Aushubarbeiten an, und die Projektierung wird aufgrund der Breite dieser gemeinsamen Trassees wesentlich anspruchsvoller, und die Trasseewahl wird eingeschränkt», erklärt Schmid. Somit ist für die CKW diese Verkabelung vom Tisch.

Zu den aktuellen Arbeiten in Littau sagt Schmid: «Das sind ganz normale Sanierungsarbeiten am Ausleger. Das braucht es von Zeit zu Zeit für die Instandhaltung.»

Leitungen auf der Horwer Halbinsel verschwinden

Im Gegensatz zu Hochspannungsleitungen, die sich nur mit sehr grossem technischen Aufwand in die Erde verlegen lassen, geht der Trend bei den Niedrig- und Mittelspannungsleitungen klar in Richtung Erdverlegung.

Ziel: Mehr Erdverlegung

Zur Niedrig- und Mittelspannung gehören Stromleitungen von 4000 bis 20 000 Volt. In der Region Luzern werden viele von ihnen von den Centralschweizerischen Kraftwerken (CKW) betrieben. Die Niedrigspannungsleitungen, die meist direkt in die Haushalte führen, befinden sich heute zu 90 Prozent unter dem Boden. Bei der Mittelspannung verlaufen aber noch immer rund 40 Prozent der CKW-Leitungen oberirdisch. Erklärtes Ziel des Unternehmens ist es, diese Leitungen vermehrt im Boden verschwinden zu lassen. So wird beispielsweise die Mittelspannungsleitung entlang der Kastanienbaumstrasse auf der Horwer Halbinsel abgebaut und in einen Schacht verlegt ( Ausgabe vom 3. Oktober 2015 ).

Grossprojekt im Engelbergertal

Dass in Ausnahmefällen auch eine Erdverlegung von Hochspannungsleitungen möglich ist, zeigt Energie Wasser Luzern (EWL) zusammen mit den Elektrizitätswerken Nidwalden und Obwalden. Im Engelbergertal investieren sie 20 Millionen Franken in den Ausbau ihrer gemeinsamen 50-Kilovolt-Netze. Teil des Projekts ist auch die Verlegung von 20 Kilometern Leitungen in den Boden.
Im Bereich der Höchstspannung (ab 220 000 Volt) ist die Erdverlegung wie erwähnt aber noch eine absolute Ausnahme. Insgesamt 6700 Kilometer Stromleitungen dieser Kategorie ziehen sich durch die Schweizer Landschaft. Nur gerade 8 Kilometer davon verlaufen unter der Erde.

red

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