LITTAU: Comic-Held lässt die Motoren krachen

Die Littauer feiern ihre Fasnacht traditionell mit vielen lokalen Sujets. Auch heuer geizten sie aber nicht mit Sticheleien gegen das grosse Luzern.

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Die Kulturfasnächtler Infinitus ziehen als Comicfigur Werner Beinhart durchs Dorf Littau. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Die Kulturfasnächtler Infinitus ziehen als Comicfigur Werner Beinhart durchs Dorf Littau. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Noch vor dem Gemeinde-Zusammen­schluss am 1. Januar 2010 sind die Littauer der Stadt Luzern einen Schritt voraus. Müssen die Umzugsteilnehmer in Luzern jeweils dazu gedrängt werden, keine Lücken entstehen zu lassen, so sind sich gestern in Littau die einzelnen Nummern fast auf den Füsse herumgetrampelt.

37 Nummern in rekordverdächtigen 70 Minuten  da ist auch Martin Brunner, Umzugschef der Mättli-Zunft, begeistert: «Wir hatten tatsächlich wenig Lücken und sind deshalb sehr zufrieden mit dem Umzug.»

Bond und die Luzerner Schönheit
Viele einheimische Gruppen mit zahlreichen Familien und Kindern prägten den Corso durch die Luzernerstrasse. Sie bedienten sich vorab lokaler Sujets. So thematisierten die Familiengärtner des Areals Thorenberg die deutschen Ärzte, welche die Littauer Schulkinder letztes Jahr untersucht hatten: «S?Honorar för d?Littauer Schuelärzt seig voll denäbe, för d Wiis-Chettle us Dütschland chond das grad gläge.»

Nach Emmenbrücke zur James-Bond-Premiere vom letzten November blickten die Berg-Bauer-Power-Kids. Schmerzlich vermissten sie Bond-Darsteller Daniel Craig, der krankheitshalber im Hotel in Luzern geblieben war. Obwohl  ganz überzeugt von dieser Theorie waren die Kids nicht: «War es die Krankheit oder eine Luzerner Schönheit, die ihn ans Bett gebunden? Oder war alles nur erfunden?»

Einen Seitenhieb in Richtung ihrer Luzerner Fussballkollegen konnte sich der FC Littau nicht verkneifen. Zwar würden sich auch die Littauer über die neue Swisspor(c)arena freuen, aber: «Mer z Littau händ zom Glöck ned so vell Chole, dass mer i einere Saison drei Trainer chönd go hole.»

Sieben Littauer Guuggenmusigen
Aufgelockert wurde der Umzug durch einige Einzelmasken und detailverliebte Grenden wie die Comicfigur Werner Beinhart der Kulturfasnächtler Infinitus. Sie erhielten immer wieder spontanen Szenenapplaus.

Am letzten Fasnachtsumzug in der eigenständigen Gemeinde Littau zeigten gleich sieben einheimische Guuggenmusigen ihr Können. Ein weiterer Beweis für die Vereinsvielfalt im künftigen Luzerner Ortsteil Littau.

Christian Bertschi