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LITTAU: «Die Situation auf der Cheerstrasse ist absolut untragbar»

Auch Velofahrer und Schulkinder profitierten vom Ausbau der Cheerstrasse, sagen CVP, FDP, SVP, Gewerbe und Quartierverein. In der Rückhand halten sie eine allfällige Stimmrechtsbeschwerde.
Hugo Bischof
Hier soll die neue Cheerstrasse durchführen. Die Gleisunterführung steht schon, ist aber noch ungenutzt. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 5. Mai 2017))

Hier soll die neue Cheerstrasse durchführen. Die Gleisunterführung steht schon, ist aber noch ungenutzt. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 5. Mai 2017))

Am 24. September findet die Abstimmung über den Zusatzkredit von 4,84 Millionen Franken für den Ausbau der Cheerstrasse in Littau statt. Am Freitag präsentierte das Pro-Komitee seine Argumente. Es besteht aus CVP, FDP, SVP, dem Wirtschaftsverband Luzern, Littauer Unternehmen und dem betroffenen Quartierverein.

Die Verlängerung der Cheer­strasse im Littauerboden sei «nicht nur ein Projekt für die Autofahrer», betonte Mirjam Fries, Grossstadträtin und Fraktionschefin der CVP. «Sondern es bringt Verbesserungen auch für Fussgänger, Velofahrer und den öffentlichen Verkehr.»

«Auch der Bus steht täglich im Stau»

Heute komme es regelmässig zu massiven Rückstaus. «Insbesondere am frühen Abend ist die Stausituation auf der Thorenbergstrasse gefährlich, und es gibt auch viele Unfälle», so Fries. «Die Belastung für das Quartier ist enorm und die Situation nicht nur für die Autofahrer, sondern vor allem für die Fussgänger und Velofahrer unbefriedigend. Auch der Bus steht täglich im Stau.»

Vorgesehen ist, die Cheer­strasse aus Richtung Littau Dorf vor dem Bahnhof Littau östlich entlang des Bahngleises zu verlängern und schliesslich über ­einen – bereits bestehenden – Bahnuntergang zum Kreisel Thorenberg zu führen. Fries: «Damit wird die untere Cheerstrasse entlastet, wo viele Menschen wohnen und zu Fuss und mit dem Velo unterwegs sind. Die Belastung wird neu in das Arbeitsgebiet verlegt, das weniger sensibel auf Lärm ist und viel weniger Fuss- und Veloverkehr hat.»

Auch die Schulwegsicherheit würde dadurch verbessert, sagt Daniel Steger, Präsident des Quartiervereins An der Emme: «Heute müssen viele Schulkinder täglich den gefährlichen Gleisübergang beim Bahnhof Littau überqueren.» Mit der regen Bautätigkeit gebe es im betreffenden Quartier immer mehr Familien mit Kindern.

«Sobald die Bahnschranken aufgehen, schlängeln sich in Stosszeiten 70 bis 80 Fussgänger durch die Autos», sagt Alexander Gonzalez, Präsident des Wirtschaftsverbands Stadt Luzern, der im betreffenden Quartier wohnt. «Es ist wie am Luzerner Wochenmarkt – nur, dass noch Autos verkehren. Die Situation ist absolut untragbar». Auch lokale Gewerbebetriebe – von Hornbach über Otto’s bis zu Restaurants seien betroffen: «Ich erlebe immer wieder, dass Fahrzeuglenker in der Kolonne vor den Barrieren umdrehen und sich eine andere Route suchen und aller Voraussicht nach auf den geplanten Einkauf oder Kundenbesuch vor Ort verzichten.»

Die Stadt Luzern habe im Gebiet Littauerboden noch viel unüberbautes Gewerbeland, sagt Roland Buob, Präsident des Vereins Unternehmen Littau Reussbühl (URL). «Wie kann man dieses entwickeln, wenn die Verkehrswege nicht funktionieren?», fragt er rhetorisch. «Es wäre ein schlechtes Zeichen der Stadt, wenn sie auf den Infrastrukturausbau verzichten würde», sagt Fabian Reinhard, Präsident der städtischen FDP.

Politisch höchst umstritten

Die damalige Gemeinde Littau stimmte dem Ausbau der Cheer­strasse 2009 – kurz vor der Fusion mit der Stadt Luzern – deutlich zu. Damals ging man von Kosten von 13,8 Millionen Franken aus. Teuerungsbedingt und wegen Projektanpassungen werden jetzt zusätzlich 4,84 Millionen Franken nötig. «Es ist Zeit, dass das Projekt endlich umgesetzt wird», sagt der Stadtluzerner SVP-Präsident Peter With. «Auch der Littauerboden soll als Aussenquartier aufgewertet werden, so wie das in den verschiedenen Quartieren der Stadt wie Grendel oder Hirschmatt auch gemacht wird.»

Politisch ist die Vorlage höchst umstritten. Im Stadtparlament wurde der Zusatzkredit nur knapp, mit 23 gegen 20 Stimmen (bei 2 Enthaltungen), gutgeheissen. Nachdem auf Betreiben der Bürgerlichen die zunächst vorgesehene Velo- und Fussgänger-Unterführung gestrichen wurde, wollte die linke Ratsseite einem reinen Strassenprojekt nicht mehr zustimmen. Die Situation ist auch etwas verzwickt: Denn das Ausbauprojekt für die Cheerstrasse ist durch den Volksentscheid 2009 bewilligt. Was passiert, wenn es jetzt abgelehnt wird? «Wir sind zuversichtlich, dass das Volk zustimmt», sagt Fabian Reinhard. Falls nicht, werde man zunächst auf parlamentarischer Ebene tätig und «allenfalls eine Stimmrechtsbeschwerde prüfen», sagt Peter With.

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerstrasse.ch

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