LITTAU: Dopingproben munden

Das Eierrösi war etwas kürzer als auch schon, und ein Jasskönig musste viel Spott einstecken: Beim Littauer Umzug fehlte es nicht an Hochprozentigem.

Astrid Longariello
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Die Littauer Kult-Ur-Fasnächtler Adrastos. (Bild: Dominik Wunderli (Littau, 26. Februar 2017))

Die Littauer Kult-Ur-Fasnächtler Adrastos. (Bild: Dominik Wunderli (Littau, 26. Februar 2017))

Astrid Longariello

stadt@luzernerzeitung.ch

Dieses Jahr war alles ein bisschen anders am Littauer Fasnachtsumzug. «Schuld» daran ist die Mättli Zunft Littau, die heuer ihr 50-Jahr-Jubiläum feiert. Dazu haben sich die fasnachtsfreudigen Littauer Zünftler gar neu eingekleidet. Als Novum starteten sie am Umzug dieses Jahr schon mit der Nummer 3. Gleich nach dem traditionellen Eierrösi, das sich wie immer prächtig, stolz und eindrücklich präsentierte.

Dass die traditionelle Galionsfigur des Littauer Umzugs, das meterhohe üppige Weibsbild, dieses Jahr etwas kleiner als bisher war, merkten wohl nur die wenigsten. Der Grund für den kleinen Unterschied: Das Eier­rösi wurde dieses Jahr vom Luzerner Fasnachtskomitee an den grossen Wey-Umzug eingeladen, der heute stattfindet. Damit das Rösi in Luzern nicht die Stromleitungen der VBL berührt, musste sie etwas gekürzt werden. Nun darf sie heute Nachmittag um 14 Uhr also ungeniert auch die Luzerner begeistern.

Österreicher lockten Littauer aus der Reserve

Begeistern liessen sich die Zuschauer am Littauer Umzug gestern auch von den vielen bunt gemischten, düsteren, fröhlichen, lustigen, spassigen und eindrücklichen Nummern. Darunter etwa die Gruppe Pfütza-Pfiefa Lochau, die eigens für die Littauer Fasnacht aus Österreich angereist war. Mit ihrem Sujet «Wild Wild West» erntete sie vom sonst eher spärlich Applaus spendenden Publikum rege Sympathiebekundungen. Stolz waren sie, die feschen Österreicher. Immer wieder liessen sie sich während des Marschierens zusammen mit Zuschauern fotografieren.

Manch spontanen Lacher erntete der Alpenclub Littau. Er nahm «Jasskönig» Joe Jurt auf die Schippe. Der Littauer nahm im Sommer in der TV-Sendung Donnschtig-Jass als Telefonjasser teil. Anscheinend hat er im Vorfeld der Sendung damit geprahlt, er wolle Roman Kilchsberger, dem Grossmaul, das Maul stopfen. Leider sei ihm dies nicht gelungen, und gejasst habe er auch nicht gut, feixten die Alpenclübler. Das muss sich der arme Joe wohl noch einige Male anhören.

Der Männer-Turnverein Littau trat mit der Devise «No Doping» an. Doping komme leider überall vor, verkündeten die Turner – nicht nur im Sport, sondern auch im Beruf und in der Politik. Selbstredend aber nicht beim Turnverein! Deshalb gaben die Turner auch gleich «Dopingproben» ab. Sehr zur Freude der Glücklichen, die in den Genuss davon kamen, denn es handelte es sich um diverse «Schnäpsli».

Die Littauer Mättli-Zunft, die zu ihrem Jubiläum eine riesige Geburtstagstorte präsentierte, darf stolz sein auf den reibungslosen Ablauf eines Umzuges, der Freude, Musik und viel Kreativität vermittelte.

Umzug in Kürze

Anzahl Nummern: 36
Anzahl Zuschauer: 22 000
Stimmung: bewegend
Dauer: 1 Stunde
Highlight: Jubiläumstorte