LITTAU: Gemeinderat bricht Lanze für Beat Stocker

Als publik wurde, dass der Luzerner Stadtratkandidat Beat Stocker Kokain konsumiert hat, wurden Rücktrittsforderungen laut. Das wäre unverhältnis­mässig, findet der Gemeinderat.

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Szene aus unbeschwerteren Tagen: Beat Stocker (rechts) und Josef Wicki, Gemeindepräsident von Littau, im August 2006. (Bild Marco Zanoni/Neue LZ)

Szene aus unbeschwerteren Tagen: Beat Stocker (rechts) und Josef Wicki, Gemeindepräsident von Littau, im August 2006. (Bild Marco Zanoni/Neue LZ)

Tatsache sei, dass die damalige Untersuchung gegen Beat Stocker eingestellt und dieser von jeglicher Schuld freigesprochen und entlastet wurde, wie es in einem Communiqué des Gemeinderats Littau heisst.

Stocker habe gegenüber dem Gemeinderat erklärt, dass der damalige Kokainkonsum ein «Ausrutscher» gewesen sei und er seither nie mehr Kokain oder andere harte Drogen konsumiert habe. Dem Gemeinderat liegt diesbezüglich eine schriftliche Erklärung von Beat Stocker vor, wie es weiter heisst.

Gehts um Schadensbegrenzung?
Gewiss: «Der Konsum von harten Drogen ist mit einem öffentlichen Amt nicht vereinbar.» Im Hinblick auf die geleistete «gute» Arbeit des Schulverwalters, gestützt auf die Tatsache, dass die restliche Amtszeit des Gemeinderates noch knapp vier Monate dauert und aufgrund der kurzen Dauer des Konsums ist der Gemeinderat jedoch der Meinung, dass ein Rücktritt von Beat Stocker als Gemeinderat «unverhältnismässig» wäre.

Ein Rücktritt und eine damit verbundene weitere mediale Abhandlung würde «allen involvierten Parteien schaden, darunter leiden würde schliesslich auch der Ruf der ganzen Gemeinde», ist sich der Gemeinderat sicher. Es sei wichtig, dass man in der noch verbleibenden Amtszeit gute Arbeit leisten könne. Voraussetzung dafür sei, dass der Gemeinderat gegen innen und aussen geschlossen auftreten kann.

Interpretativer Spielraum offen
Die Medienmitteilung schliesst mit der Feststellung: «Eine weitere Voraussetzung für das erfolgreiche Zusammenarbeiten in einer Kollegialbehörde ist das gegenseitige Vertrauen.» Diesem Passus wohnt vor dem Hintergrund, dass Gemeindpräsident Josef Wicki angegeben hat, vor der jüngsten Publikation durch die Medien nichts vom Kokainkonsum Stockers gewusst zu haben – obwohl dieser mehrmals angegeben hat, immer «offen» kommuniziert zu haben und von dieser Aussage auch nicht abgerückt ist –, eine gewisse Ambivalenz inne.

scd