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LITTAU: Gewerbe steht unter Siedlungsdruck

Mit einer Gewerbeausstellung präsentiert sich das Littauer Gewerbe erstmals seit der Stadtfusion. Rosige Zeiten sind es für die Unternehmer jedoch nicht.
Am Wochenende findet die Gewerbeausstellung der Unternehmungen Littau und Reussbühl statt (Bild: Screenshot Website)

Am Wochenende findet die Gewerbeausstellung der Unternehmungen Littau und Reussbühl statt (Bild: Screenshot Website)

Die Bevölkerung soll sehen, was das Gewerbe in Littau und Reussbühl zu bieten hat: Erstmals seit der Fusion mit der Stadt Luzern organisiert der Gewerbeverein Unternehmungen Littau Reussbühl (ULR) eine Gewerbeausstellung (siehe Kasten). Doch wie steht es eigentlich um das Littauer Gewerbe? Schliesslich besitzt der Stadtteil mit dem Littauer­boden eines der wichtigsten Gewerbegebiete der Stadt Luzern.

«Die Stadt wächst nach aussen, der Siedlungsdruck auf die Unternehmen nimmt zu», sagt Roland Buob, Präsident ULR und Geschäftsleiter Buob Holzbau AG, über die Entwicklung der letzten Jahre. Statt Gewerbebauten würden vermehrt Wohnungen gebaut, Unternehmen wandern ab, in ihren zurückgelassenen Gebäuden entstehen Lofts.

Kritik an Politik und Behörden

«Viele verlassen Littau, weil sie hier nicht expandieren können», so Roland Buob weiter, «die ­Bodenpreise sind dafür meist zu hoch.» In den letzten Jahren sei eine Reihe von Betrieben abgewandert oder habe in anderen Gemeinden ausgebaut: Geschirrhändler, Transportunternehmen oder etwa eine Firma für Elektrobedarf. «Nennenswerte Ansiedlungen gab es hingegen nicht.» In diesem ­Zusammenhang zeigt sich Buob enttäuscht von der Stadtluzerner Politik und den Behörden: «Die Stadt hat in Littau grosse Land­reserven, passiert ist damit seit der Fusion aber leider sehr wenig bis nichts.»

Immerhin: Der städtische Verwaltungsapparat funktioniere hervorragend, auch wenn er stark reglementiert sei. Und: Manche Littauer Unternehmen würden dank der neuen Adresse von Kundenaufträgen profitieren, die ihnen zuvor entgangen waren. Generell gehe jedoch seit der Fusion das Dörfliche in Littau verloren. Die Vereine in die Gewerbeausstellung einzubinden, sei zum Beispiel nicht möglich gewesen.

«Erreichbarkeit muss sich verbessern»

Als einziges positives Beispiel für eine Neuansiedlung nennt Roland Buob den 2014 eröffneten Business Park Luzern, eine ehemalige Industriebrache, die nun kleinen Betrieben und Start-ups Büroräumlichkeiten bietet. «Solche Projekte bräuchte es mehr, aber dafür muss die Infrastruktur ausgebaut werden.» So brauche es häufigere S-Bahn-Halte in Littau und erst recht eine S-Bahn-Haltestelle Ruopigen. Auch der Langsamverkehr müsse gefördert werden, etwa mit dem durchgehenden Velostreifen vom Seetalplatz zum Littauerboden entlang der Rothenstrasse. «Littau muss für Unternehmen und Arbeitnehmer attraktiver werden», sagt Buob, «deshalb muss sich die Erreichbarkeit verbessern.» Hoffnung setzt der Verbandspräsident in den Seetalplatz und das CKW-Areal im Ro­thenquartier. «Die Entwicklung dieser Gebiete kann auch für den Littauerboden etwas anstossen.»

Die Gewerbeausstellung soll nun die positiven Seiten des Littauer Gewerbes beleuchten und einen Überblick über sein Schaffen geben. Und auch die Stadt ist Teil davon: «Es freut mich sehr, dass die Stadtverwaltung einen Stand hat – an dem die geplante Stadtentwicklung im Littauerboden aufgezeigt wird», sagt Buob. Auch Stadträtin Franziska Bitzi wird an der Eröffnung sprechen. Denn schliesslich, so Buob, seien Gewerbe und öffentliche Hand aufeinander angewiesen.

Beatrice Vogel

beatrice.vogel@luzernerzeitung.ch

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