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LITTAU: Grosse Angst vor Imageschaden

Die Wagenburg beim Eichwäldli muss dort weg. Nun schlägt die Stadt eine Wiese im Quartier Udelboden vor. Vor Ort hält sich die Begeisterung in Grenzen.
Sandra Monika Ziegler
Adolf Zemp vom Quartierverein Udelboden (links), Stadträtin Manuela Jost und Immobilienbewirtschafter Franz Iten auf dem Längweier Feld in Littau. (Bild Pius Amrein)

Adolf Zemp vom Quartierverein Udelboden (links), Stadträtin Manuela Jost und Immobilienbewirtschafter Franz Iten auf dem Längweier Feld in Littau. (Bild Pius Amrein)

Sandra Monika Ziegler

«Alles, was der Stadt nicht passt, wird nach Littau verlagert», sagt Adolf Zemp Präsident Quartierverein Udelboden. Früher sei es der städtische Abfall gewesen, der hier im Längweier Feld deponiert wurde, jetzt solle die Wagenburg hierher ziehen, wettert Zemp. Er ist überzeugt, dass es für diese geeignetere Standorte gibt. Mit dieser Meinung steht Zemp nicht allein da. Deshalb hat er mit seinen Mitstreitern Baudirektorin Manuela Jost (GLP) am Samstag zum Ortstermin aufs Feld bestellt.

Stadt prüft mehrere Standorte

Denn das Längweier Feld ist einer der Standorte, die die Stadt Luzern für den befristeten Aufenthalt der Wagengruppe «Sous le pont» prüft. Bei der Gruppe handelt es sich um zehn bis fünfzehn Personen, die in Bauwagen eine «alternative Wohnform» praktizieren. Da die Gruppe immer nur einen befristeten Standort – meist sind es zwei Jahre – erhält, muss sie regelmässig weiterziehen. Die benötigte Fläche ist knapp 1000 Quadratmeter gross. Für jeden Standort ist ein Baugesuch nötig. Dagegen kann wiederum Einspruch erhoben werden.

Ende Februar zügelte die Gruppe vom ehemaligen Zentralbahn-Trassee beim Südpol zum Gebiet Eichwald. Das ist jedoch nur eine geduldete Zwischenlösung. Deshalb wurden bereits Anfang März in einem offenen Brief der Stadt acht Vorschläge für einen neuen Standort gemacht. Bereits damals sagte Manuela Jost zu, die Standortvorschläge zu prüfen. «Sollte sich einer davon eignen, könnte sich der Stadtrat vorstellen, dafür Hand zu bieten, im Sinne einer Zwischenlösung» (Ausgabe 1. März).

Gruppe würde gerne kommen

So trafen sich am Samstag elf Personen auf dem Gelände Längweier, um ihre Sorgen und Bedenken Manuela Jost direkt mitzuteilen. Jost kam in Begleitung von Immobilienbewirtschafter Franz Iten, der seit acht Jahren als Verbindungsmann zur Wagengruppe amtet. Er vertrat diese, da von ihr zum Ortstermin niemand erschien. Das war der explizite Wunsch von Jost: «Ich wollte als Erstes mal das Gespräch mit den Leuten hier führen. Zu einem späteren Zeitpunkt können wir alle zusammenkommen.» Einige Personen der Wagengruppe, so Iten, haben den Platz bereits an Ostern begutachtet und für gut befunden. Iten: «Sie würden gerne hierherkommen.»

Gleich zu Beginn wollte einer wissen, warum sich eigentlich die Stadt um einen neuen Standort kümmert. «Weil die Wagenburg jetzt auf Stadtboden steht und dort weg muss, bieten wir Hand», erklärte Manuela Jost das städtische Engagement. Dass ausgerechnet der Längweier ein möglicher Standort sein soll, passt den Anwesenden aus diversen Gründen nicht. So sagt Adolf Zemp: «Wenn hier plötzlich zehn, elf bunte Bauwagen samt mobilem WC und Wassertank auf dem Feld stehen, dann stört das massiv. Hier ist eine Grünzone, ein Naherholungsgebiet, und kein Campingplatz.» Erstaunt zeigte sich ein anderer Anwesender, dass die grossen Bauwagen auf dem Feld stehen dürften, auf einem normalen Campingplatz jedoch nicht akzeptiert würden. Ein weiterer befürchtet nicht nur Unruhe im Quartier, sondern auch einen Imageschaden und sinkende Immobilienpreise.

«Anständige Leute»

Franz Iten versuchte, zu beruhigen: «Wir haben bisher nur positive Rückmeldungen aus den Quartieren erhalten. Die Gruppe ist sehr kooperativ und geht aktiv auf die Quartierbewohner zu. Das sind ganz anständige Leute.» Trotzdem seien andere Standorte wie etwa der alte Schiessplatz auf der Allmend, ein brachliegendes Gelände beim Littauer Werkhof oder eines im Schlund geeigneter, so Zemp. Zudem sei der Boden hier bereits nach wenigen Regenstunden sumpfig: «Der Boden ist total ungeeignet für schwere Bauwagen. Die sinken ein.»

Gefahr für Wildwechsel

Dass der Boden sumpfig ist, bestätigte auch Hans Stähelin, Jagdleiter Revier Sonnenberg. Doch viel wichtiger sei, dass der Längweier inmitten des Wildwechsels liege: «Wenn hier auf dem Feld plötzlich Bauwagen stehen und Leben herrscht, wird das Wild auf seinem gewohnten Weg vom Sonnenberg zum Zimmereggwald massiv gestört. Die Folge davon ist, dass es eine andere Route sucht, auf die Strasse ausweicht und damit eine erhöhte Unfallgefahr herrscht. Das kann gravierende Folgen haben.» Jost und Iten nahmen diese Bedenken auf. «Ich werde all diese Einwände dem Stadtrat vorlegen und dann wieder informieren», versprach Jost.

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