LITTAU: Kinder verzaubern mit «Grende»

18 Littauer Primarschüler haben gestern ­Fasnachts-Grende gebastelt. Mit etwas Hilfe von Profis.

Mirjam Weiss
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Claudia Dillier von den «Vereinigten» hilft Elosa Redzepi (links) und Samira Locher beim Bemalen ihrer Zauberer-Grende im Werkraum des Rönnimoos-Schulhauses in Littau. (Bild Boris Bürgisser)

Claudia Dillier von den «Vereinigten» hilft Elosa Redzepi (links) und Samira Locher beim Bemalen ihrer Zauberer-Grende im Werkraum des Rönnimoos-Schulhauses in Littau. (Bild Boris Bürgisser)

Es grenzt schon fast an Zauberei. Nur gerade zwei Mittwochmorgen haben die 18 Erst- und Zweitklässler des Littauer Rönnimoos-Schulhauses gebraucht, um fantasievolle (Halb-)Grende für die Fasnacht zu basteln. Tatkräftige Unterstützung erhielten die Kinder dabei von vier Mitgliedern der Vereinigten Guuggenmusigen Luzern.

Mit Zauberlehrling eingestimmt

«Das Motto Zauberer haben sich die Schüler selber ausgesucht», sagt Klassenlehrerin Anita Breu. «Im Unterricht haben wir uns mit dem ‹Zauberlehrling› und mit Zaubersprüchen darauf eingestimmt.» Geplant sei zudem, bis zur Fasnacht noch Zauberer-Umhänge zu basteln. Gestern haben die 18 Primarschüler aber zunächst ihren Grende mit Pinseln und Farben den letzten Schliff gegeben. In der Vorwoche haben sie die Zauberer-Gesichter aus einem Tonblock herausmodelliert und mit Alufolie belegt. Anschliessend sei die Folie überkleistert und der getrocknete Ton darunter herausgelöst worden. «Die Kinder machen super mit», lobt Claudia Dillier von den «Vereinigten».

Das Grende-Basteln mache grossen Spass, findet Mardochee Joao (8) aus Luzern, der gerade damit beschäftigt ist, seinem «Piraten-Zauberer» eine rote Kappe zu verpassen. «Ich mache einen bösen Zauberer, der Menschen in Schweine verwandelt», erklärt er. Samira Locher (7) aus Littau hat derweil ganz andere Pläne: «Als Zauberin werde ich mir ganz viele Hunde herbeizaubern», sagt sie und bemalt ihren Grend mit rosa Bäckchen und langen blonden Haaren. Vielleicht werde sie mit dem Grend statt als Zauberin auch als Dornröschenfee an die Fasnacht gehen. «Das Grende-Basteln ist babyleicht», befindet die 8-jährige Ediana Pineiro aus Luzern. «Aber der Grend stinkt ein bisschen.»

Kunterbunt kommt der Grend von Noah Jakovic (6) aus Littau daher. «Ich liebe die Fasnacht», schwärmt er, «und mit dem Grend bekomme ich am Umzug hoffentlich viele Bonbons.»

Tradition an Kinder weitergeben

Seit 15 Jahren basteln Mitglieder des Vorstands der «Vereinigte» jedes Jahr mit Primarschulklassen aus der Stadt und Agglomeration Luzern Grende. ­«Damit möchten wir den Kindern die Tradition des Grende-Tragens an der Fasnacht weitergeben», erklärt Mitbegründer Guido Jacopino. «Da ältere Primarschüler oftmals nicht mehr so grosses Interesse am Basteln haben, besuchen wir aber nur Erst- bis Vierklässler.» In seiner Schulzeit sei es üblich gewesen, jedes Jahr für die Fasnacht einen Grend zu basteln, erzählt er. Aber mit der Zeit sei diese Tradition ein bisschen verloren gegangen. Nicht geändert hätten sich dagegen die beliebtesten Sujets beim Grende-Basteln: «Prinzessinnen und Feen bei den Mädchen, Piraten und Räuber bei den Buben.»