Littau: So verlief die letzte Sitzung

Der Gemeinderat von Littau konnte sich seine Abgangsentschädigungen leisten. Der Grund wurde am Sonntag am Umzug präsentiert.

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Der Quartierverein Littauer Bärg nimmt den Gemeinderat auf die Schippe.

Der Quartierverein Littauer Bärg nimmt den Gemeinderat auf die Schippe.

Jetzt ist es gelüftet, das letzte grosse Geheimnis der untergegangenen, liquidierten Gemeinde Littau. Nicht einmal die Geschäftsprüfungskommission des Grossen Stadtrates von Luzern hat es herausgefunden: Der letzte Gemeinderat konnte sich seine Abgangsentschädigungen im Dezember 2009, an seiner letzten Sitzung, problemlos zuschanzen. Denn er hatte sich die Dienste eines Goldesels gesichert. Die Familiengärtner des Areals Thorenberg zeigten gestern am Umzug der Mättli-Zunft erstmals und exklusiv diesen Goldesel, der die Moneten fröhlich auf den Gemeinderatstisch sch(m)iss. «Es ist wie im Märchen: Goldesel streck dich – Littauer Gemeinderäte freuen sich», wussten die Familiengärtner, die ihren Wagen unter das Motto «Tischlein deck dich» stellten.

Bild: Philippp Schmidli/Neue LZ
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Die Polit-Posse, die im letzten Herbst ans Tageslicht kam, war auch dem Quartierverein Littauer Bärg eine eigene Nummer wert. Er sammelte Spendengelder ein, die am Gemeinderatstisch gleich verteilt wurden. «D Heidi meint met omehocke chamer rechtig Gäld abzocke», kalauerten sie. Und wollten gleich auch wissen, wie sich alt Sozialvorsteher Rico De Bona sein Auto einer Luxusmarke finanzieren konnte. Apropos De Bona: «Au ohni Vignette, Herr de Boni, esch üse Omzog ned ohni», schrieb schon die Zunft in ihrer Zeitung über die Fasnachtswagen-Vignetten und meinte: «Wir gaben Rico in die Stadt, weil er so scheiss Ideen hat.» Die passende Vignette – mit dem Littauer Güggel als Sujet – konnte man gleich dazu ausschneiden.

Eile mit Weile

Originell war auch der Beitrag der Littauer Männerturner. Sie thematisierten den Stau rund um die Autobahnbaustelle in Luzern. Während Henry Valentinos Schlager «Im Wagen vor mir fährt ein junges Mädchen» zum Mitwippen animierte, forderten die Turner mit Spielen wie «Eile mit Weile» die Autofahrer bei der Phase rot auf: «Gniessid de Warteruum Littau.»

Dieser Warteraum wurde gestern nicht nur mit vielen lokalen Sujets verschönert, sondern auch von den Klängen vieler Guuggenmusigen. Dabei überzeugten die Gögguschränzer Littau mit tollem Sound («Swiss Lady»), aber auch mit einem Zweispänner, der den Planwagen zog, und einem Saloonwagen.

Christian Bertschi