Littering
Die Leute zieht es in Luzern ins Freie – der Abfall bleibt in grossen Mengen liegen

In Massen sind die Menschen am vergangenen Wochenende nach draussen geströmt. Eine freie Bank war eine Rarität, der herumliegende Müll indes Realität.

Sandra Monika Ziegler
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Menschenmassen entlang der Seepromenade.

Menschenmassen entlang der Seepromenade.

Bilder: PD

Das schöne Wetter lockt die Leute an die frische Luft. Am vergangenen Wochenende waren die Menschenmassen entlang des Seeufers unübersehbar und so auch der Abfall, den die Leute liegen liessen. Die Abfallkübel waren vollgestopft, und so platzierten viele ihren Müll drum herum.

Abfall auf der Ufschötti am Montagmorgen.

Abfall auf der Ufschötti am Montagmorgen.

Am Wochenende waren sieben Mann vom städtischen Strasseninspektorat auf sieben Abfallkübeltouren im Einsatz und leerten die Behälter. Am Samstag um 5 Uhr, am Mittag und am Sonntag wieder um 5 Uhr, wie Florian Aschbacher, Leiter Betrieb und Strassenunterhalt Stadt Luzern, auf Anfrage sagt. Entlang des Quais stehen etwa zwölf «Solar Presshaie». Das sind Abfallkübel mit neuster Solartechnologie, die den Abfall bei jedem Einwurf zusammenpressen. «Durch das Pressen hat es fünf- bis siebenmal mehr Platz im Kübel. Und normalerweise reichen diese Abfallkübel, aber letztes Wochenende war es selbst für diese Kübel zu viel», sagt Florian Aschbacher. Er fügt an:

«Ich bin seit fünf Jahren in diesem Job, doch so viel Abfall habe ich an einem Morgen, ausser an der Fasnacht, am Quai entlang noch nie gesehen.»

Entsorgt wurden diverse Becher und Verpackungen von Take-aways, vom eigenen Picknick, Glasflaschen und anderer Müll. Dass der eigene Haushaltsabfall auch noch in solchen Kübeln landet, ist ein echtes Problem und illegal. Aschbacher erklärt: «In den Kübeln stammt etwa die Hälfte aus dem Privathaushalt, vielfach in den kleinen, gebührenfreien schwarzen Säcken verpackt. Diese werden markiert und durchsucht. Können wir so die Abfallsünder eruieren, werden sie mit bis zu 150 Franken belangt.»

Lage wird diskutiert

Dass jetzt mehr Abfall anfällt, weil die Gastrobetriebe geschlossen sind, verneint Aschbacher. Im Gegenteil: Sind Restaurants, Bars und Clubs offen, habe es vor allem in der Stadtmitte mehr Abfall. Neue Massnahmen, wie etwa die Facebook-Aktion vom letzten Sommer, sind derzeit nicht geplant, könnten aber wieder im kommenden Sommer ins Auge gefasst werden. Aschbacher:

«Für das nächste Wochenende werden wir, wenn das Wetter so warm bleibt, mit mehr als sieben Personen im Dienst sein.»

Nicht nur der Abfall ist ein Thema, wenn viele Leute unterwegs sind, sondern auch die Einhaltung der Massnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie. «Die Luzerner Polizei hatte am letzten Wochenende im ganzen Kanton Luzern keine Widerhandlungen gegen die Covid-19-Verordnung in Bezug auf Menschenansammlungen zu verzeichnen», wird auf Anfrage schriftlich geantwortet. Von Seiten der Stadt heisst es: «Der Gemeindeführungsstab wird zusammen mit der Luzerner Polizei die Lage diskutieren.»