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LÖHNE: Lehrer misstrauen Lohnsystem

Die Luzerner Regierung führt bei den Lehrern ein neues Lohnsystem ein. Die Lehrerverbände sprechen von einer reinen Sparübung.
Den Luzerner Lehrerinnen und Lehrern soll der Lohn ab kommendem Schuljahr nach einem neuen System ausbezahlt werden. (Symbolbild Christian Beutler/Keystone)

Den Luzerner Lehrerinnen und Lehrern soll der Lohn ab kommendem Schuljahr nach einem neuen System ausbezahlt werden. (Symbolbild Christian Beutler/Keystone)

Ab nächstem Schuljahr erhalten Lehrer im Kanton Luzern ihre Löhne nach einem neuen System. Bisher sind die Lehrer der kantonalen Schulen und der Volksschulen üblicherweise in jedem neuen Dienstjahr eine Lohnstufe höher geklettert und haben so jährlich mehr verdient. Maximal 27 Stufen konnte ein Lehrer in seiner Karriere erklimmen. Bei einem Primarlehrer liegt der Einstiegslohn bei 5775 Franken, maximal erreichen kann er 8650 Franken. In den letzten Jahren aber kam es mangels finanzieller Mittel mehrmals zu einem Aussetzen des Stufenanstiegs. Dies will das neue Lohnsystem verhindern, wie die Regierung mitteilt.

Angleichung an Staatspersonal

Hans-Peter Heini, Departementssekretär beim Bildungs- und Kulturdepartement, sagt auf Anfrage: «Ein Lohnanstieg kann bisher nur gewährt werden, wenn die finanziellen Mittel für die vollständige Finanzierung von einem Stufenanstieg ausreichen.» Jedem Lehrer müsse damit eine Lohnerhöhung von über einem Prozent gewährt werden. Damit unterscheidet sich das System der Lehrer von jenem des übrigen Staatspersonals. Heini unterstreicht: «Bei einem Lohnanstieg von 0,5 Prozent für die Verwaltung konnten die Lehrpersonen bisher nicht profitieren, weil diese Erhöhung nicht einem vollen Stufenanstieg entspricht.» Künftig sei es möglich, den Lehrern auch eine geringe Erhöhung, etwa 0,3 Prozent, zu gewähren. Es ist aber auch möglich, dass Lehrer eine Stufe höher klettern, während das Gehalt stagniert.

Heini fasst zusammen: «Die Ungleichbehandlung von Verwaltung und Lehrern ist damit annähernd aufgehoben. Eine Lohnerhöhung wird künftig nicht aufgrund des Systems verunmöglicht.» Wird mit dem neuen System der Maximallohn von Stufe 27 überhaupt noch erreicht? Heini: «Bereits beim aktuellen System ist dies kaum möglich, wenn der Stufenanstieg mehrfach ausgesetzt wird. Beim neuen System wird es kaum Unterschiede geben.» Der Stufenanstieg sei nun von der Lohnzahlung gelöst, erklärt Heini. Er bewegt sich analog der Verwaltung innerhalb eines Lohnbandes (siehe Kasten).

Verband: «Hungerjahre dauern an»

Annamarie Bürkli, Präsidentin beim Lehrerinnen- und Lehrerverband des Kantons Luzern (LLV), ist nicht zufrieden: «Das neue Lohnsystem ist eine reine Sparübung.» Die Verbände seien in der Vernehmlassung zu wenig berücksichtigt worden. «Künftig erhalten wir Lehrer keine Erhöhung oder nur eine minime», ist sie überzeugt. «Der Maximallohn, der früher erreicht werden konnte, wird mit dem neuen System nie mehr möglich sein. Denn es zeichnet sich ab, dass die Hungerjahre andauern.» In der Vernehmlassung forderte der LLV pro Jahr mindestens 1,5 Prozent für die Lohnentwicklung, um die Stufenanstiege, die ausgesetzt wurden, zu kompensieren. Zudem dürfe die Hemmschwelle für Personalkostenkürzungen nicht gesenkt werden. «Beide Forderungen werden mit dem neuen Lohnsystem nicht erfüllt.»

Noch vor einem guten Jahr haben sich die Lehrer gefreut. Grund: Ein geplantes neues Lohnsystem der Regierung wurde verworfen. Damals waren statt der bisherigen 27 Lohnstufen deren 270 geplant. Auch damals sprachen die Verbände von einer verkappten Sparmassnahme. Das System, welches nun eingeführt wird, unterscheidet sich laut Annamarie Bürkli kaum von den 270 Lohnstufen.

Rechtliche Schritte werden geprüft

Remo Herbst, Präsident des Verbands der Luzerner Mittelschullehrpersonen (VLM), misstraut dem neuen System ebenfalls: «Es ist klar darauf ausgerichtet, dass wir kleinere oder keine Lohnerhöhungen erhalten.» Im Gegensatz zum alten System könne der Kanton einfacher auf eine Lohnerhöhung verzichten. «Denn ein Aussetzen des Stufenanstiegs musste immer begründet werden.» Herbst betont die Bedeutung der Stufenanstieg für Lehrpersonen hat. «Er bietet die Möglichkeit zur finanziellen Entwicklung als Belohnung für den Erfahrungszuwachs.»

Der VLM klärt nun ab, ob das neue System korrekt ist. «Dabei prüfen wir auch rechtliche Schritte», sagt Herbst.

Roseline Troxler

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