LÖWENGRABEN: Knasthotel-Präsident wird angeklagt

Mehr als 50 Millionen sollen die Chefs einer Krankenkasse ertrogen haben. Dabei war damals auch jener Mann, der neu für das Luzerner Jailhotel verantwortlich ist.

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Ein Passant blickt durch die vergitterten Fenster des Jailhotels. (Archivbild Adrian Baer/Neue LZ)

Ein Passant blickt durch die vergitterten Fenster des Jailhotels. (Archivbild Adrian Baer/Neue LZ)

Eigentlich will die Jail Management AG, die das Jailhotel am Löwengraben seit kurzem führt, mit einem neuen Konzept «ein neues Kapitel in der Geschichte des Hauses aufschlagen», wie Verwaltungsratsmitglied und CVP-Grossstadtrat Albert Schwarzenbach Ende Juli sagte.

Betrug im grossen Stil
Doch nun steht schon wieder Unruhe ins Haus: Wie Recherchen unserer Zeitung ergaben, muss sich Dimitri Fortin, Präsident des Verwaltungsrates der Jail Management AG und Treuhänder aus Zürich, am 8. September in Winterthur vor Gericht verantworten. Dabei geht es um nichts Geringeres als um den «grössten Versicherungsbetrug der Schweiz», wie die «Rundschau» von SF kürzlich berichtete.

Rückblende: In den Jahren 2001 bis 2003 sollen vier Chefs der ehemaligen Krankenkasse KBV über 2000 fiktive neue Mitglieder in den Datenbestand der Kasse aufgenommen haben, wie die «Rundschau» berichtete. Alle diese frei erfunden Personen waren über 66 Jahre alt, wodurch der Kasse aus dem Risikoausgleich der Krankenversicherer über 27 Millionen Franken zugeflossen sein sollen. Weiteres Geld sollen die Direktoren erhalten haben, weil sie Schadensfälle für die nicht existierenden Mitglieder erfunden hätten. Die Beträge für die Behandlungskosten hätten sie aber nicht den virtuellen Versicherten überwiesen, sondern an eine Bank. Dieses Geld hätten die Direktoren unter sich aufgeteilt, berichtete die «Rundschau».

Martin Messmer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung.