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LÖWENPLATZ: Kein Platz für wartende Touristengruppen

Die Probleme des Carregimes sind Timing und fehlender Platz. Interessenvertreter sind aber optimistisch: Die Stossrichtung stimme.
Zu wenig Platz für die Cars, herumstehende Touristen - am Löwenplatz gab es auch gestern ABend Diskussionen mit Lotsen. (Bild Corinne Glanzmann)

Zu wenig Platz für die Cars, herumstehende Touristen - am Löwenplatz gab es auch gestern ABend Diskussionen mit Lotsen. (Bild Corinne Glanzmann)

Die Cars am Schwanenplatz dürfen seit Anfang Mai zu den abendlichen Stosszeiten nur noch halten, um Touristen aussteigen zu lassen. Am Löwenplatz findet das Einsteigen statt. Und das muss schnell gehen: Fünf Minuten dürfen die Cars am Löwenplatz zwischen 17 und 20 Uhr anhalten. Danach müssen sie den Platz wieder räumen, selbst wenn noch nicht alle Gäste eingestiegen sind. Kann das funktionieren?

Beobachtungen zeigen, dass es chaotische Situationen gibt. Weil die Zeit beim Löwenplatz zu knapp ist, müssen Chauffeure teils eine Ehrenrunde drehen, bis die gesamte Touristengruppe beisammen ist. Kommt der Fahrer nicht pünktlich, wartet die Gruppe doch dafür gibt es zu wenig Platz. Zudem reichen die Parkplätze nach wie vor nicht aus: Tagsüber parkieren die Cars kreuz und quer – wenn nötig auch auf der Strasse oder bei der Bushaltestelle.

Touristen kommen nun früher

Interessenvertreter ziehen trotzdem mehrheitlich positive Bilanz. Gemäss Roberto Casagrande vom gleichnamigen Souvenir-Shop am Grendel hat sich die Situation seither deutlich verbessert. «Wir haben das Gefühl, dass die Touristen früher am Tag kommen und auch früher wieder gehen.» Das Carregime bewirke also, dass sich die Touristengruppen besser über den Tag verteilen und nicht mehr nur zu den Stosszeiten kommen. «Die neue Massnahme ist ein Kompromiss, mit dem ich leben kann», so Casagrande.

Beim Quartierverein Altstadt bestätigt Präsident Pierre Rügländer diese Beobachtungen. «Es stimmt, zu den Hauptverkehrszeiten am Abend hat es eine erhebliche Änderung gegeben.» Mit der neuen Massnahme sei man auf dem richtigen Weg. Er betont jedoch, dass erst zwei Wochen seither vergangen sind, und die Zeit noch relativ kurz sei, um eine aussagekräftige Bilanz zu ziehen. «Es gilt jetzt zu analysieren, wo die Touristenströme entlanggehen und wie die Auswirkungen auf dem Löwenplatz sein werden», sagt Rügländer.

«Auf den Gehwegen sehr eng»

Zu den Auswirkungen auf dem Löwenplatz kann Marc Germann, Präsident des Quartiervereins Hochwacht, noch nicht viel sagen. «Was aber auffällt, ist, dass deutlich mehr Touristengruppen zu Fuss unterwegs sind. Zwischen dem Museumsplatz bei der Käserei Barmettler und dem Löwenplatz wird es auf den Gehwegen sehr eng.» Zudem würden den Touristen Unterstandplätze fehlen. «Bei schlechtem Wetter sind die Unterstände bei den Bushaltestellen immer besetzt. Die Stadt muss hier vorwärtsmachen.»

Und was sagen die Lotsen zu der neuen 5-Minuten-Regelung? Vor Ort verweisen sie an ihren Vorgesetzten Erwin Waltisberg, Direktor Securitas Luzern. Er sagt nichts Schlechtes. «Es funktioniert grundsätzlich gut. Ich erhalte positive Rückmeldungen von meinen Mitarbeitern.» Die Car-Chauffeure müssten sich zwar noch an das neue Regime gewöhnen, doch könne die Sicherheit durch die Securitas-Mitarbeiter gewährleistet werden.

Seitens Luzern Tourismus ist man gemäss Direktor Marcel Perren ebenfalls zufrieden. «Die Massnahmen bewähren sich sehr gut. Unsere Nachfragen bei Reiseveranstaltern und Anrainern haben ergeben, dass diese ebenfalls mit der neuen Ausgangslage zufrieden sind.»

Sie laufen einfach über die Strasse

Beobachtungen unserer Zeitung haben jedoch gezeigt, dass einige Touristen die Strasse einfach irgendwo überqueren. Dass sich das Sicherheitsrisiko wegen des neuen Car-Regimes erhöht haben soll, ist Perren nicht bekannt. «Selbstverständlich versuchen wir aber unabhängig davon, die Tour-Guides regelmässig darauf hinzuweisen, dass die Gruppe die Strasse nur auf den Fussgängerstreifen bei Grün überqueren darf.»

Keine Bilanz zieht hingegen Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen noch nicht. «Wir sind dabei Auswertungen zu machen. Und wollen in den nächsten Tagen mit allen Beteiligten zusammensitzen.» Die beobachteten Mängel will er bei den Gesprächen berücksichtigen. Etwa in zwei Wochen könne er dann auch Ergebnisse präsentieren.

Sarah Weissmann

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