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Logieren auf zwei Quadratmetern: Das schweizweit erste Kapselhotel ist in Luzern eröffnet

Am Hirschengraben 40 ist das erste Kapselhotel der Schweiz eröffnet worden. Mit
den Plastikboxen wollen die Initianten vor allem technisch affine Gäste anlocken – und Neugierige.
Larissa Haas
18 Röhren stehen den Gästen im Kapselhotel zur Verfügung. (Bild: Manuela Jans-Koch, Luzern 1. November 2018)

18 Röhren stehen den Gästen im Kapselhotel zur Verfügung. (Bild: Manuela Jans-Koch, Luzern 1. November 2018)

Es erinnert an eine Filmszene von Stanley Kubricks Science-Fiction-Klassiker «A Space Odyssey». An eine Welt, wie wir sie aus Nasa-Dokumentationen kennen. Das Kapselhotel ist in einem Raum, an dessen Decke eine Tapete mit Weltraum-Design klebt, die Wände sind violett bemalt. Hier stehen 18 durchnummerierte weisse Plastikboxen, die gerade einmal so gross sind, dass ein Erwachsener darin liegen kann, ohne sich zu verkrümmen.

Und gerade das ist der Clou daran: Denn diese aus Japan stammende Hotelform soll für Personen eine Übernachtungsmöglichkeit bieten, die nicht mehr braucht, als eine Matratze – und High-Speed-Internet.

Fernseher, Safe, Spiegel – alles in der Röhre

Statt in einem mehrere Quadratmeter grossen Hotelzimmer, nächtigen die Gäste hier in einer Schlagkapsel – im wahrsten Sinne des Wortes. Keine zwei Quadratmeter gross, erinnert diese futuristische Plastikkuppel an eine Mischung zwischen Rakete und MRI-Röhre. Sie beinhaltet einen Safe, einen Spiegel, USB-Anschlüsse, ein Belüftungssystem und – je nach Kapselversion – einen Flachbildschirm. «Mit dieser Hotelform verbinden wir maximalen Komfort und minimalen Raum», erklärt Fabian Hux, Projektleiter des Kapselhotels, der die Röhren von Japan in die Schweiz importiert hat.

Am 1. November wurde das erste Kapselhotel der Schweiz am Hirschengraben 40 in Luzern eröffnet. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 1. November 2018))
Pro Zimmer können so mehr Schlafplätze angeboten werden. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 1. November 2018))
Die Schlafplätze befinden sich in keinen herkömmlichen Hotelzimmern sondern in Kapseln wie hier. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 1. November 2018))
Logieren auf zwei Quadratmetern. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 1. November 2018))
Der Aufenthaltsraum. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 1. November 2018))
Mit den Plastikboxen sollen technisch affine Leute angelockt werden. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 1. November 2018))
Auch in diesem "Hotelzimmer" gibt es einen Safe. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 1. November 2018))
Wie viel man wohl vom Nachbarn mitbekommt? (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 1. November 2018))
Unter dem Hotel befinden sich auch Co-Working-Plätze. Internationale Business-Gäste oder lokale Unternehmen sollen so angelockt werden. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 1. November 2018))
Legos halten die Zimmer-Karten bereit. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 1. November 2018))
10 Bilder

So sieht das erste Kapselhotel der Schweiz in Luzern aus

Das Kapselhotel ist nicht die einzige Innovation, die nun in Luzern zu sehen ist. Eine weitere befindet sich direkt ein Stockwerk unterhalb: Internationale Hotelgäste oder lokale Unternehmer können dort sogenannte Coworking-Plätze entweder tageweise oder während mehrerer Monate buchen. In einer «kreativen Atmosphäre» könne man so arbeiten, sich austauschen oder Netzwerke bilden. Schliesslich sei die Regel der Jungunternehmerbranche eine einfache: Am Schreibtisch nebenan könnte ein potenzieller Kunde sitzen.

Eventräume, Sitzungszimmer, Arbeitsräume

Die Idee zu diesen Projekten hatte eine Gruppe junger Unternehmer aus verschiedensten Branchen. Ende Februar fragten sie sich: Was wäre, wenn sich auch in Luzern Selbstständigerwerbende und Kreative an einem Ort zusammenfinden, um zu arbeiten, gemeinsam Ideen zu verwirklichen und voneinander zu profitieren?

Die Antwort fanden sie in einem leer werdenden, ehemaligen Ingenieursbüro im 4. und 5. Stock am Hirschengraben 40. Die Gründung des Vereins Hirschengraben Coworking & Innovation folgte. Danach ging die Entstehung des Projekts im Eiltempo voran. Neben Arbeitsplätzen und Büros sind auf rund 320 Quadratmetern auch Sitzungszimmer und Eventräume entstanden. «Die Arbeitsräume richten sich vor allem an Kreative ohne festen Arbeitsplatz», sagt Vereinspräsident Manuel Brun, der mit den Räumen eine «Heimat für die Jungunternehmer- und Kreativszene» bieten will.

Kapselhotels erst in Wien und London

Coworking-Räume haben sich bereits in Zürich, Basel oder Bern etabliert. Dass auch in Luzern solche Orte entstehen werden, sei bloss eine Frage der Zeit gewesen. Viel überraschender ist ohnehin das Kapselhotel: Dieses ist in der Schweiz einzigartig. Nach Wien und London geniesst es gar in Europa gewisse Exklusivität. Doch die Initianten wollen nicht nur Gäste anziehen, die mit extravaganten Schlafräumen sympathisieren. Sie liebäugeln vor allem mit einem internationalen Publikum, mit sogenannten «digitalen Nomaden», eine «selbstständige, technisch affine und kreative Gruppe von Menschen, die nicht mehr brauchen, als ein Laptop». Solche, die womöglich wegen hoher Hotelpreise bisher von Luzern fern blieben.

So kostet eine Übernachtung in der Kapsel je nach Saison zwischen 35 bis 60 Franken. Für die erste Nacht seien die Kapseln bereits bis zu 60 Prozent ausgebucht, sagt Projektleiter Fabian Hux. «Die Gäste kommen vor allem aus Amerika, aus dem asiatischen Raum – und aus der Schweiz. Dies sind dann Neugierige, die sich diese Innovation nicht entgehen lassen wollen.»

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