LOTTO: Rekord-Jackpot beschert Luzerner Kiosken satte Umsätze

Bei der Ziehung am Samstagabend geht es um 70 Millionen Franken. Vom Spielfieber profitieren auch die Kioskbetreiber in Luzern. Eine Kioskfrau hat ihren Umsatz gar vervierfacht.

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Michèle Renz in ihrem Kiosk an der Horwerstrasse.Bild: Nadia Schärli (Luzern, 16. Dezember 2016)

Michèle Renz in ihrem Kiosk an der Horwerstrasse.Bild: Nadia Schärli (Luzern, 16. Dezember 2016)

Seit Wochen hält die Schweiz jeden Mittwoch- und Samstagabend den Atem an. Gut, vielleicht nicht die ganze Schweiz, doch das Lottofieber hat viele im Land gepackt. Kein Wunder bei einem Jackpot von 70 Millionen Franken. Die Chance auf einen Gewinn steht bei 1 zu 31 Millionen. Damit ist der Swiss-Lotto-Topf deutlich voller als derjenige von Euromillions. Und mit jeder Ziehung, bei welcher der Jackpot nicht geknackt wird, steigt die Zahl der Spieler an.

Das merken auch die Kioske in der Stadt Luzern. «Es kommen deutlich mehr Leute, die mitspielen, auch wenn sie bei mir nicht gerade Schlange stehen», sagt Michèle Renz, Geschäftsinhaberin des Allmend-Kiosks an der Horwerstrasse vis-à-vis dem Restaurant Militärgarten. Sie spielt damit auf die vielen Lottospieler an, die beim Bahnhofkiosk oder in Einkaufszentren anstehen. Für Renz dürfte der Jackpot deshalb «ruhig noch ein wenig weiter steigen», wie sie schmunzelnd sagt.

8,1 Prozent bleiben den Kioskbetreibern

Gestiegen ist mit dem Jackpot auch der Umsatz von Renz’ Kiosk – und zwar deutlich: Letzte Woche machte sie nur mit den Lottozetteln einen Umsatz von rund 3500 Franken. Normalerweise seien es zwischen 800 und 900 Franken, wie sie sagt. 8,1 Prozent davon bleibt den Kiosken. Den selbstständigen Betreibern helfe der Riesenjackpot natürlich, so Renz. «Einige Kunden kaufen dann gleich noch etwas anderes.» Und sie hofft, dass die 70 Millionen «nicht rausgehen – obwohl ich selber spiele». Falls doch, «gönne ich es aber jedem».

Der Rekordjackpot lockt auch deutlich mehr Spielfreudige an den Zentral-Kiosk von Rosmarie Stalder an der Zentralstrasse. Sie sei mit den Umsätzen zufrieden, sagt Stalder. Anstehen wie am Bahnhof müsse bei ihr aber niemand. Neben der zentralen Lage der Bahnhofkioske hat sie dafür noch eine weitere Erklärung: «Es scheint in der Natur des Menschen zu liegen, dass es immer noch mehr Leute dort hinzieht, wo schon viele stehen», sagt sie achselzuckend.

«Gewinn sollte besser verteilt werden»

Was die Verteilung des Riesengewinns angeht, sind sich Renz und Stalder einig: Diese sollte ausgeglichener ausfallen. «Freude hätte ich, wenn einmal ein paar Personen miteinander gewinnen würden», sagt Michèle Renz. Und Rosmarie Stalder meint: «Der Gewinn sollte besser verteilt werden. Es wäre doch eine schöne Belohnung, wenn auch diejenigen, die vier oder fünf Richtige haben, einen rechten Gewinn erhalten würden. 1000 oder nur schon 500 Franken.» Bei der letzten Ziehung am Mittwoch erhielten 2540 Personen, die vier richtige Zahlen plus die korrekte Zusatzzahl getippt hatten, 164 Franken. Für «nur» vier Richtige gab es noch 86 Franken.

Wie man auf die richtigen Zahlen tippt, das will keine der Kioskfrauen verraten. Hier haben alle ihre eigene Taktik. Michèle Renz spielt stets mit einem «Familienschein»: «Meine Schwiegereltern, unsere Kinder, mein Mann und ich spielen immer den gleichen Zettel mit den gleichen Zahlen – seit Jahren.»

Livio Brandenberg