Interview

«Lozärn lacht» feiert 20-jähriges Bestehen – und gleichzeitig die Dernière

Das Comedy-Festival im Kleintheater wird eingestellt, weil sich der Produzent dem Pensionsalter nähert und keine Nachfolge gefunden werden konnte. Theaterleiterin Sonja Eisl zieht Bilanz.

Emanuel Schüpfer
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Comedian Ingo Oschmann war schon 2011 bei «Lozärn lacht» dabei. Auch bei der aktuellen Ausgabe des Festivals im November tritt er auf. (Bild: Roger Grütter, Luzern, 31. Oktober 2011)

Comedian Ingo Oschmann war schon 2011 bei «Lozärn lacht» dabei. Auch bei der aktuellen Ausgabe des Festivals im November tritt er auf. (Bild: Roger Grütter, Luzern, 31. Oktober 2011)

Die 20. Ausgabe des Comedyfestivals «Lozärn lacht», das noch bis zum 9. November stattfindet, wird die Letzte sein. Dies gab Danny Gundelfinger (64), Produzent des Festivals, vor einiger Zeit bekannt. Denn er werde nächstes Jahr in den Ruhestand treten und ein Nachfolger sei nicht in Sicht.

Theaterleiterin Sonja Eisl (Bild: Remo Nägeli, Luzern, 8. Juni 2013)

Theaterleiterin Sonja Eisl (Bild: Remo Nägeli, Luzern, 8. Juni 2013)

Sonja Eisl, die das Kleintheater seit gut fünf Jahren gemeinsam mit Judith Rohrbach leitet, erzählt, wie sie das Festival in Erinnerung behält und wie sie die entstandene Programmlücke schliessen will. 

Sonja Eisl, welcher war Ihr Lieblingsprogrammpunkt in 20 Jahren «Lozärn lacht»?

Als Veranstalterin, die die grossartige Vielfalt der Bühnenprogramme liebt, ist es unmöglich, einen einzelnen Act hervorzuheben. Mein Lieblingsprogramm ist daher immer das aktuellste: Im Fall von «Lozärn lacht» die Eröffnungsshow mit der bayrischen Vollblut-Kabarettistin Martina Schwarzmann, die mich sprachlich an meinen Salzburger Wurzeln kitzelt.

Was werden Sie besonders vermissen an «Lozärn lacht»?

Die geballte Ladung gute Laune im Theatersaal.

Wie ersetzt das Kleintheater den Programmausfall?

Ich würde nicht von einem Ausfall sprechen, denn viele der Comedians, welche im Rahmen von «Lozärn lacht» auftreten, sind auch während der Saison im Kleintheater zu erleben. Es ist aber natürlich ein Abschied, eine Tür geht zu. Sicher ist, dass wir eine andere Türe aufstossen werden. Vielleicht in Form eines neuen Festivals oder einer Erweiterung unserer «Kabarettwochen», die jedes Jahr im März stattfinden und Kabarett, Comedy und Satire vom Feinsten bieten. Comedy-Liebhaber werden auch weiterhin bei uns auf ihre Kosten kommen; im Dezember etwa mit der Luzerner Premiere von Helga Schneiders neuem Programm «Miststück».

Wie geht das Festival zu Ende? Welche Höhepunkte warten bei der Derniere auf das Publikum?

Der Abschlussabend «Dä gröscht Lozärner Mix» ist ein Feuerwerk des Luzerner Humors und präsentiert mit Lisa Brunner, Alex Porter, Ohne Rolf und Veri vier tolle Luzerner Acts aus ganz unterschiedlichen Genres. Inzwischen sind sie nationale Grössen oder auf dem besten Weg dazu. Das Besondere aber ist, dass sie alle hier in Luzern, im Kleintheater, vor diesem Publikum angefangen haben. Es ist also auch ein Dankeschön ans treue Heimpublikum, den wichtigsten Supporter.

Mehr Informationen zum aktuellen Programm von «Lozärn lacht» auf www.kleintheater.ch.