Lozärner Fasnacht: Fötzaliräge nein, Mini-Tagwachen «in angepasstem Rahmen» ja

Klassische Tagwachen wird es nächstes Jahr keine geben. Doch die beiden Zünfte überlegen sich massiv abgespeckte Anlässe. Wie genau diese aussehen, wird von der aktuellen Coronalage abhängen.

Roman Hodel
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Die nächsten Corona-Opfer der Lozärner Fasnacht stehen – wie erwartet – fest: Die Fritschi-Tagwache der Zunft zu Safran und die Tagwache der Wey-Zunft sollen zwar – Stand heute – stattfinden, aber nicht in gewohntem Rahmen, sondern «der epidemiologischen Lage angepasst», wie die beiden Zünfte am Freitag je in einer Medienmitteilung bekanntgegeben haben. Was das genau heisst, lassen sie offen.

Klar ist: Der traditionelle Empfang von Bruder Fritschi und der Fritschi-Familie mit «Fötzaliräge und Orangengewitter» wird nicht stattfinden können. «Tausende Leute auf dem Kapellplatz ist in Zeiten von Covid-19 schlicht nicht verantwortbar», sagt Alexander Stadelmann, Sprecher der Zunft zu Safran, und fügt an, dass der Zunftrat den Entscheid «schweren Herzens» gefällt habe. Solche Bilder wie hier vom vergangenen Schmudo wird es also nicht geben:

Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 20. Februar 2020)

Auch der Urknall und die Anfahrt der Fritschi-Familie auf dem Nauen wird laut Stadelmann kaum stattfinden:

«Das würde wohl zu viele Leute in die Stadt locken und es macht auch wenig Sinn, wenn danach der Fötzaliräge als weiterer Höhepunkt nicht stattfindet.»

Denkbar sei ein abgespeckter Einzug von Bruder Fritschi und seiner Gefolgschaft, aber das sei zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. Ebenfalls wegen Corona fällt die grosse Abschiedsparade «Tschau Fritschi» auf der Reuss vom Güdisdienstag ins Wasser. Bruder Fritschi und die Fritschi-Familie werden allfällig in kleinem Rahmen verabschiedet.

Die Wey-Zunft verzichtet derweil auf die Begrüssung des Wey-Zunftmeisters mit seinem Gefolge am Güdismontag auf dem Kapellplatz mit dem Wey-Zunftmobil sowie dem Organgenauswerfen – hier ein Schnappschuss von diesem Jahr:

Bild: Nadia Schärli

Laut Weyzunft-Sprecher Till Rigert strebe man eine «abgespeckte Version» der Tagwache an und entscheide dies so kurzfristig wie möglich vor der Fasnacht. Entschieden hat die Wey-Zunft überdies, dass das einzige Lozärner Fasnachts-Magazin, der KnallFrosch, im Februar wieder mit einer Auflage von 60'000 Exemplaren in der Stadt Luzern und Agglomeration gratis vertrieben wird.

Rotseezunft streicht Ebikoner Fasnachtsumzug 2021

Auch in Ebikon wird – wie in vielen anderen Gemeinden – nächstes Jahr, konkret am Güdisdienstag, kein Fasnachtsumzug stattfinden. Das hat die Rotseezunft entschieden, wie sie am Freitag mitteilte. Sie schreibt: «Insbesondere schmerzt es die Zunft sehr, dass die Absage des Umzuges zudem in das Jubiläumsjahr 60 Jahre Rotseezunft Ebikon fällt». Deshalb verzichte man auch auf die Ernennung eines Jubiläumszunftmeisters 2021. Trotzdem könne «sicher» davon ausgegangen werden, dass eine Fasnacht in Ebikon in irgend einer Form stattfinden könne und werde. Die bereits abholbereit vorliegenden Jubiläumsplaketten gehen ab Januar 2021 in den Verkauf, verbunden mit einem speziellen Konzept. Weitere Anlässe in reduziertem oder neuem Format seien in Diskussion. (hor)

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