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Lozärner Usdröck: «Chilbi»

Wie die «Määs» verwandelte sich auch die «Chilbi» langsam von einer kirchlichen in eine weltliche Feier. In der Zentralschweiz geht bei der «Älplerchilbi» und «Sennechilbi» beides Hand in Hand.
Simon Mathis

Das Wort «Chilbi» hat einen ähnlichen Werdegang zurückgelegt wie die «Määs»: Seine Bedeutung wanderte langsam von kirchliche in weltliche Sphären. Ursprünglich war die Chilbi eine Verkürzung der «Chilchwihi», der Kirchweihe. Das Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm kennt die Althochdeutsche Bezeichnung «chirihwîhî».

Zunächst bezog sich die Kirchweihe auf die einmalige Konsekration eines Gotteshauses. Später war damit laut Duden auch das Volksfest zur Erinnerung an die Kirchweihe gemeint. Die «Kirmes» aus dem Sprachraum Mitteldeutschlands ist genau den gleichen Weg gegangen – es handelt sich um eine Verkürzung der Kirchmesse.

Die Chilbi der Älpler und Sennen

Mittlerweile bezieht sich das Wort vorwiegend auf weltliche Feste – mitsamt den damit verbunden Festschmäusen, Liedern, Tänzen, Spielen und anderen Vergnügungen. Als «Chilbi» lässt sich ironisch auch ein wildes Tohuwabohu bezeichnen, das durchaus auch unangenehm oder gar gewalttätig sein kann. Im Sinne von: «Was hend ier da füre Chilbi?»

Nach wie vor im christlichen Glauben verwurzelt ist in der Zentralschweiz die «Sennechilbi» oder «Älp(l)erchilbi», die jeweils im Herbst stattfindet. Nach dem Alpabzug danken die zurückgekehrten Sennen und Älpler für die Ernte. Die kirchlichen und gesellschaftlichen Feierlichkeiten gehen hier Hand in Hand – und sie sind bis heute ein wichtiger Fixpunkt im Kalender eines Dorfes.

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